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„Schlamm-Wurzelstöcke-Parcours“

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Von: Andrea Gräpel

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Der Durchgang auf den Wegen im Wald in Bachern ist nach Fällung befallener Eschen und nach Schnee und Regen deutlich erschwert. Beide Wege sind aber auch eigentlich nicht öffentlich.
Der Durchgang auf den Wegen im Wald in Bachern ist nach Fällung befallener Eschen und nach Schnee und Regen deutlich erschwert. Beide Wege sind aber auch eigentlich nicht öffentlich. © Andrea Jaksch

Aktuell gleicht eine Wörthseeumrundung einem kleinen Abenteuer. Insbesondere die beiden Waldwege zwischen Bachern und dem Oberndorfer Badegelände sind auch durch Rodungsarbeiten stark aufgewühlt. Regen und Schnee taten ihr übriges. Die Teilnehmer des traditionellen Silvesterlaufs sprachen von einem „Schlamm-Wurzelstöcke-Parcours“ durch Moos und Wald.

Bachern - Auch Grünen-Gemeinderätin Marita Seefelder sprach das Thema am Rande der Bauausschusssitzung in Inning am Dienstag an. Mehrere Spaziergänger hätten sich bei ihr bereits beschwert, sagt die Bachernerin. Auch weil der Weg Teil des Rotary-Rundwegs ist, der 2014 feierlich eröffnet worden ist. Ob dieser auch nach 2023 Bestand hat, wird sich erst erweisen. Denn die Ausnahmegenehmigung, vor allem für den Steg durchs Bacherner Moos, gilt nur bis zum nächsten Jahr. Besucherströme und Mountainbiker, die dort unerlaubterweise fahren, haben das empfindsame Biotop stark in Anspruch genommen, sodass bereits Stimmen laut wurden, den mittlerweile in allen Wanderkarten ausgewiesenen Rundwanderweg zu sperren. Kreissprecher Stefan Diebl bestätigt, dass wegen der Ausnahmegenehmigung Gespräche laufen. Aber die Rotarier hatten schon vor einem Jahr argumentiert, dass die Menschen vor dem Steg kreuz und quer durchs Moos gelaufen waren, der Steg also auch eine wichtige Lenkungsfunktion habe. Auf das Radfahrverbot werde genauso oft verwiesen, wie es von den Sportlern geflissentlich übersehen wird.

Die Wege durch den Wald in Bachern wiederum haben sich aus Trampelpfaden entwickelt. In beiden Fällen wurden die Wege durch die Menschenmassen, die während der Pandemie ihre Wörthseerunde drehten, immer breiter. Das Waldstück grenzt direkt an das Badegelände Oberndorf an, das der Erholungsflächenverein gepachtet hat und um das sich der Landkreis kümmert, dem aber keine Beschwerden vorliegen. „Die landen dafür bei mir“, sagt Marita Seefelder. Der Wald allerdings gehört dem Grafen zu Toerring-Jettenbach. Und dessen Forstdirektor Armin Elbs weist Beschwerden über schlechte Wegezustände von sich: „Das ist im Wald so“. Und dass der Wald zurzeit wie gerupft ausschaut, liegt an der Fällung zahlreicher Eschen. Die Ausdünnung sei durch das sogenannte Eschentriebsterben notwendig geworden, so Elbs. Der Forstdirektor verweist darauf, dass sowohl der verwurzelte Weg am Ufer als auch der Weg oberhalb des Waldes nicht öffentlich sind. „Der öffentliche Weg führt über die Straße.“ Die Trampelpfade seien lediglich geduldet, das Betreten erfolge auf eigene Gefahr, deshalb erkennt er keinen Handlungsbedarf.

Thema in der Toerringschen Verwaltung ist dagegen zurzeit der Kiosk auf dem Badegelände. Wie berichtet, wird die Pacht neu vergeben. Aktuell geht es darum, ob das baufällige Gebäude saniert werden kann. Alles andere, so Elbs, sei „planungsrechtlich schwierig“. Die Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

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