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Kinderleicht nähen: Clara (l.) und Philine mit Mutter Aleida Weil, deren Idee von direkt auf den Stoff gedruckten Schnittmustern jetzt auf dem Markt ist.

Projekt namens Milly Mint

Schneidern leicht gemacht: Pfiffige Idee vom Ammersee

Aleida Weil (41) näht gerne. Allerdings bleibt der Textildesignerin für die kreative Arbeit zu wenig Zeit. Ein Problem, das die zweifache Mutter mit einer einfachen, aber pfiffigen Idee löste.

Stegen – Unter den Schlagwörtern „cut & sew“, übersetzt schneiden und (los)nähen, lässt Aleida Weil Schnittmuster wie Taschen, Geldbörsen oder Stiftbeutel direkt auf Baumwoll- und Leinenstoffe mit unterschiedlichsten Motiven drucken. Vor ein paar Wochen trommelte sie ein paar Freundinnen zusammen, die ihre Idee auf Umsetzbarkeit hin testeten.

„Einfach drauf losschneiden?“, konnten es die Probandinnen kaum glauben. „Ja, einfach drauf losschneiden“, bestärkte Weil die Testerinnen, denn sogar der Saum ist schon aufgerechnet. „Unter ihnen waren auch nähunerfahrene Frauen“, so Weil. Etwa Birgit Fazis, die mit einer Einkaufstasche nach Hause ging, die aussieht, als habe sie das Stück im Laden gekauft.

Dass die Herstellung buchstäblich kinderleicht ist, beweisen die ebenfalls makellosen Stiftbeutel und Geldbörsen der elfjährigen Tochter Philine. Das Nähen sei aber nicht nur einfacher, sondern man spare sich eine Stunde Zeit für das Kopieren des Schnittmusters, das anschließend ausgeschnitten und mit Stecknadeln auf den Stoff geheftet werden muss, hat die Inningerin ausgerechnet.

Name steht für Fröhlichkeit, Verspieltheit und Spaß am Kreativsein

Ihr Produkt taufte sie Milly Mint. Mint steht für die Pastellfarben der Kollektion. „Milly ist einfach eine nette Alliteration für den Klang. Der Name steht für Fröhlichkeit, Verspieltheit und den Spaß am Kreativsein“, erklärt die 41-Jährige.

Ihre Welt ist die Modebranche, in der sie seit ihrem Modedesignstudium unterwegs ist. Als Angestellte entwarf sie zuletzt Eigenmarken für Münchens Modehaus Beck. Danach verbrachte sie mit ihrem Mann Christopher und den Töchtern Philine und Clara (9) ein Jahr in Kalifornien, wo der Autodesigner vorübergehend arbeitete. Seit 2013 kreiert sie freiberuflich unter anderem für Sanetta Stoffmuster. Nebenbei entstand die Kollektion „MillyMint“.

Für ihre Kundinnen hat sie auf ihrer Homepage Youtube-Videos eingestellt, auf denen sie Schritt für Schritt vom Stoff zum fertigen Produkt führt. Eine Nähanleitung in Heftform wird separat zu jeder Lieferung versandt, die auf der MillyMint-Homepage bestellt werden kann. „Die Stoffe werden von der Firma spoonflower für jede Bestellung einzeln gedruckt und verschickt“, so Weil. Fäden, Nadeln und Reißverschlüsse müssen allerdings noch dazugekauft werden.

Langfristig geplant sind Fertigpakete ähnlich den Strick- und Bastelsets, denen alle Arbeitsutensilien beiliegen. Und neue Schnittmuster für Kleidungsstücke. „Nicht in allen Größen“, sagt sie. Das würde den Rahmen sprengen. „Ich arbeite gerade an einem Rockschnitt in drei Größen“, erzählt sie. Und überlegt, auch maßgefertigte Produkte für Nähkurse anzubieten. Derzeit ist das freilich nicht angesagt. Dafür konzipierte sie Grußkarten zum Ausmalen an alle Omas und Opas, die wegen der Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus ihre Enkel nicht sehen dürfen.

Mehr Informationen und Bestellmöglichkeiten auf www.millymint.de und dem Milly.Mint-Instagram Account.

Michèle Kirner

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