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Stolze Diebe: Die Inninger Landjugend hat den Maibaum der Technischen Universität München gek laut. Auslöseverhandlungen gab es bereits.

Maibaumklau

So schnappte sich Inninger Landjugend den Garchinger Jubiläumsbaum

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Die Inninger Landjugend hat ihren zweiten Coup in Folge gelandet. Dieses Mal haben sie in München zugeschlagen.

Garching – „Dank’ schön für den Tipp.“ Josef (24) fasst sich kurz und freut sich, denn die Landjugend Inning hat im zweiten Jahr in Folge einen Maibaum geklaut. Diesmal hat es die TU München getroffen, die auf dem Garchinger Campus in diesem Jahr erstmals einen Maibaum aufstellen will. 

Seit Sonntag ist das gute Stück aber nicht mehr in Garching, sondern irgendwo in Inning. Wobei: Student Lukas Baumgartner (27), Mitglied der Studentenvertretung ASTA, darauf beharrt: Die Inninger haben nicht den für Garching vorgesehenen Jubiläums-Maibaum gestohlen, sondern den Stamm, der am Münchner Standort in der Arcisstraße aufgestellt werden soll. Die beiden Bäume seien nebeneinander gelegen. Auslöse muss aber auf jeden Fall gezahlt werden. 

Der Trick mit der Farbe-Lieferung

Und auf den Jubiläums-Baum werden die Studenten jetzt besser aufpassen, sagt Baumgartner. Gerhard (38) hatte den Diebstahl über Radio bekannt gemacht und die Verhandlungen angeschoben. Die Antwort der Uni und das Auslöseangebot für den etwa 20 Meter langen Baumstamm folgten schnell. Die Studenten lassen sich nicht lumpen. Zwei Tage wird in einem Zelt für 3000 Menschen in Garching gefeiert – zum 150-jährigen Bestehen der TU, mit Wiesnband und 20 000 Litern Bier sowie 500 Helfern. An einem dieser Tage dürfen sich die Inninger aushalten lassen. 

40 Mann sind es, denn etwa so viele Inninger im Alter von 15 bis 57 Jahren gehören zum Maibaum-Team. Seit März waren die Inninger unterwegs auf der Suche nach geeignetem Diebesgut. Garching ist eigentlich zu weit weg, aber es war eine Gelegenheit, die sich die Maibaumdiebe nicht entgehen lassen konnten. 

„Wir sind im Internet draufgestoßen“, erzählt Markus (29). „Wir sind mit Eimern voll Farbe auf das Gelände und haben gesagt, wir liefern die Farbe für den Maibaum“, sagt Thomas (19). Hilfsbereit wurden sie auf dem riesigen Gelände zum Ziel geführt. Mit knapp 40 Mann haben sich die Inninger in derselben Nacht ans Zelt herangeschlichen. Die Wache, gleich nebenan im Nachbarzelt hat nichts bemerkt.“ 

Mittlerweile wissen die Inninger, wie das geht, „da fällt kein einziges Wort“, sagt Gerhard. Und offenbar war auch kein Schritt zu hören, als der bereits weiß getünchte Stamm weggetragen wurde. Mit Traktor und Anhänger ging es nach Inning, wo die Männer nun selber wachen – noch über den gestohlenen Baum, bald über den eigenen.

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