1. Startseite
  2. Lokales
  3. Starnberg
  4. Inning

Spannende Ermittlung zu Silber-Seat

Erstellt:

Von: Andrea Gräpel

Kommentare

Seit mehr als einem Jahr steht dieser Seat im Freizeitgelände Oberndorf, aber erst jetzt kann er entsorgt werden.
Seit mehr als einem Jahr steht dieser Seat im Freizeitgelände Oberndorf, aber erst jetzt kann er entsorgt werden. © Hanna von Prittwitz

Seit mehr als einem Jahr steht auf dem Parkplatz des Oberndorfer Badegeländes ein Seat Ibiza, den offenbar keiner mehr haben will. Dass er nicht längst abgeholt oder verschrottet wurde, hat mit langwierigen polizeilichen Ermittlungen zu tun. Denn zuletzt war dieses Auto mit gestohlenen Kennzeichen unterwegs.

Oberndorf - Im Oktober vor einem Jahr hat die zuständige Polizei Herrsching das silberne Fahrzeug das erste Mal mit einem roten Punkt markiert und mit einer Frist, bis wann es beseitigt werden könnte. Die Gemeinde Inning informierte das für das Erholungsgelände zuständige Landratsamt Starnberg im April. Der Behörde waren allerdings die Hände gebunden, denn die Ermittlungen der Polizei waren noch nicht abgeschlossen. „Es ist schwierig nachzuvollziehen, ob da was nicht in Ordnung ist, wenn die Kennzeichen gestohlen wurden“, erklärt Kreissprecher Stefan Diebl. Erst vor vier Wochen bekam die Kreisbehörde grünes Licht, das Auto entfernen zu können. Nach Aussage von Herrschings stellvertretendem Inspektionsleiter Christian Schäffler habe das Kennzeichen wohl lediglich eine Zulassung vortäuschen sollen. Der letzte Besitzer hoffte wohl, das Gras drüber wächst.

Die letzte echte Zulassung des Fahrzeugs, das aktuell mit Blättern zugedeckt dasteht, datiert auf den 30. Januar 2020. Danach, so Diebl, sei es mehrfach weiterverkauft worden. Nun wird es verschrottet, eine Firma sei schon beauftragt worden.

Mit willkürlich stillgelegten Autos ist das so eine Sache. Es stellten sich gleich mehrere Fragen, so Diebl. Etwa, ob das Fahrzeug auf öffentlichen oder privaten Grund steht, oder ob es noch fahrtüchtig ist oder nicht. Auch auf privaten Grund kann eine Ersatzvornahme drohen, wenn das Auto eine Gefahr für die Umwelt darstellt – durch Ölverlust zum Beispiel. „Man darf auch nicht einfach fremdes Eigentum entsorgen“, so Diebl. Deshalb werde zunächst versucht, den Halter zu ermitteln. „Ohne Kennzeichen ist das gar nicht so einfach.“ Oft seien die Halter verzogen oder im Ausland. Sind die Namen bekannt, werde zunächst ein Zwangsgeld angedroht, dann folge die Ersatzvornahme, die dem Halter in Rechnung gestellt werde – wenn er bekannt ist. „In diesem Fall werden wir wohl auf den Kosten sitzen bleiben“, so Diebl.

Auch interessant

Kommentare