Nicht elf, aber zehn Freunde müssen es sein: Die Zündapp-Freunde Ammersee mit kurzen Hosen auf ihrer Kroatien-Tour.
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Nicht elf, aber zehn Freunde müssen es sein: Die Zündapp-Freunde Ammersee mit kurzen Hosen auf ihrer Kroatien-Tour.

Zündapp-Freunde Ammersee

Speichenbruch im Nirgendwo

  • VonAndrea Gräpel
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Auch wenn am Ende alle Felgen erst mal repariert werden müssen, zwei Zündungen kaputt gingen und sie deshalb mitten in der Pampa im Nirgendwo Kroatiens auf der Straße standen, war der jüngste Ausflug der Zündapp-Freunde Ammersee der schönste in der sechsjährigen Vereinsgeschichte. Tom Metz jedenfalls ist immer noch ganz beseelt: „A richtige Gaudi war’s.“

Inning - Wie berichtet, hatten sich die Zündapp-Freunde dieses Jahr die karstige Adria-Küste Kroatiens für einen Trip mit den alten Knatterbüchsen ausgesucht. Das älteste Moped hat schon 50 Jahre auf dem Buckel. Und fünf dieser Sorte passen in einen Transporter. Darum machten sich zehn Freunde von insgesamt 20 Mitgliedern mit zwei Transportern und einem Pkw von Inning aus auf den Weg. Der Jüngste war 22 Jahre alt, der Älteste 63. Ziel war Rijeka, eine kroatische Hafenstadt an der Kvarner Bucht. Von dort ging das Abenteuer mit den Zweitaktern los.

„Es war ganz schön stressig“, räumt der 23-jährige Metz ein. Zumindest zwischendrin. Denn obwohl sie mit Ersatzteilen gut bestückt waren, waren sie dieses Mal zweimal auf eine Werkstatt angewiesen – und lernten dabei Land und Leute noch besser kennen. „Die Kroaten sind super hilfsbereit“, weiß Metz heute, nachdem auf dem Weg nach Zadar gleich zwei Zündungen kaputt gingen. „Die Ersatzteile hatten wir dabei, aber keinen Lötkolben“, erzählt er. Den brauchten sie aber, darum gab es den ersten Boxenstopp. Die Riesenpanne sollte aber erst noch kommen. „Einem von uns hat es alle zehn Speichen zerfetzt.“ Metz gesteht gleich, „das war ein Fehler von uns“. Das sei beim Erneuern der Felge passiert. Das Rad schlug aus, und alle Speichen waren hinüber. Mitten auf einer Straße, irgendwo in Kroatien, kein Mensch weit und breit, zehn Kilometer von einer Ortschaft entfernt. „Zufällig kam ein Transporter vorbei“, sagt Metz und lacht, „der hat uns direkt ins Hotel gefahren.“

Die Panne beschäftigte die Freunde eine Weile, denn sie hatten nur vier Speichen dabei. Also musste von den anderen Mopeds jeweils eine Speiche ausgebaut werden. „Ein Riesenakt“, sagt Metz. Reifen raus, Schlauch raus, Felgen rein, alles wieder aufziehen und zur Tankstelle, um die Schläuche wieder aufzupumpen. Ihr Ziel, Trogir, und einen Abstecher auf die Insel Krk haben die Freunde zwar erreicht, viel Zeit, um nach etwa 900 Kilometer im Zweitakter-Tempo noch einmal die Sonne und das Meer zu genießen, blieb aber nicht. Metz: „Wir hatten gerade zwei Stunden, um noch mal ins Meer zu springen.“ Dies aber umso genüsslicher. Bei allem Pannen-Pech habe es sehr viel Spaß gemacht, sagt der 23-Jährige. Zum Saisonabschluss hatten die Freunde eigentlich eine weitere Tour geplant, „aber erst mal müssen wir die ganzen Felgen reparieren“.

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