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Sportplatz, Radweg, Zufahrten

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Von: Andrea Gräpel

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Geduld ist gefragt: Bürgermeister Walter Bleimaier hatte zum Beispiel für die Erweiterung des Sportplatzes lange verhandeln müssen, bevor sich eine Lösung abzeichnete.
Geduld ist gefragt: Bürgermeister Walter Bleimaier hatte zum Beispiel für die Erweiterung des Sportplatzes lange verhandeln müssen, bevor sich eine Lösung abzeichnete. © Dagmar Rutt

Supermarkt, Sportplatz – mit den Einnahmen aus dem Gewerbepark hatte und hat die Gemeinde Inning so einige Möglichkeiten. Bürgermeister Walter Bleimaier blickt stolz zurück. Auch wenn die ersehnte Sanierung der Ortsdurchfahrt weiter auf sich warten lässt, hat er im neuen Jahr einiges vor.

Herr Bleimaier, die Gewerbesteuereinnahmen haben einiges möglich gemacht. Was genau?

Wir haben viele Projekte auf den Weg gebracht, viele Grundstücksverhandlungen geführt. Dabei sind wir sehr weit gekommen, insbesondere was den Kauf anbelangt.

Sprechen Sie von der Sportplatz-Erweiterung?

Auch.

Das letzte Teilstück, mit dem eine Verlegung der Schornstraße vermieden werden könnte, fehlt noch immer, oder haben die Eigentümer jetzt einem Verkauf zugestimmt?

Leider nein. Wir haben den Eigentümern des letzten fehlenden Grundstücks vor Weihnachten noch mal einen Brief mit einem unglaublich guten Angebot geschickt, der von allen Gemeinderäten unterzeichnet wurde. Vor ein paar Tagen habe ich die Absage erhalten. Im ersten Moment war ich enttäuscht, dass die Familie unbedingt diesen Acker behalten will und keinem Tausch zustimmt. Insgesamt bin ich aber sehr glücklich und stolz, dass wir so weit gekommen sind. Es stehen jetzt so viele Flächen zur Verfügung, dass wir ein super Sportgelände schaffen können. Wir starten jetzt sofort mit der Planung, unsere Sportler können sich schon darauf freuen. Allerdings wird dem fehlenden Grundstück vermutlich nicht nur ein neuer Skaterpark zum Opfer fallen, sondern auch die Asylwohnanlage. Das ist den Eigentümern aber egal.

Gibt es denn eine Alternativfläche für die Containeranlage? Die Gemeinde ist nach dem Königsteiner Schlüssel ja verpflichtet, ein bestimmtes Kontingent zu decken?

Bei uns sind das, glaube ich, 43 Personen. In der bestehenden Unterkunft sind momentan rund 80 Menschen untergebracht, viel mehr, als wir eigentlich aufnehmen müssten. Andere Gemeinden im Landkreis haben gar keine Unterkünfte. Man müsste dann möglicherweise über eine Umverteilung nachdenken. Aber noch ist es nicht so weit. Für den Fall der Fälle bereiten wir uns vor. Wir haben bereits eine Machbarkeitsstudie für ein geeignetes Grundstück, das der Gemeinde gehört, in Auftrag gegeben. Dort werden aber keine Container aufgestellt. Es soll ein festes Gebäude entstehen mit Platz für Asylbewerber und für günstigen Wohnraum.

Das Haus der Vereine bleibt bestehen, oder gibt es im Zuge der Erweiterung ein neues?

Das bleibt zunächst bestehen, weil es momentan keine andere Alternative gibt. Der Sportverein hat die Küche und den Gastraum in Eigenregie übernommen. Das Nebenzimmer und der Saal stehen den anderen Vereinen zur Verfügung, die Vergabe erfolgt über die Gemeinde. Verändert wird am dem Gebäude zunächst nichts. Das Haus der Vereine muss erst mal so stehen bleiben, weil wir nicht alles gleichzeitig anpacken können.

Gleich nebenan auf der Fläche der Tennisplätze soll ein Vollsortimenter entstehen.

Eine Beratungsfirma hat bereits alle Möglichkeiten untersucht. Jetzt muss der Gemeinderat festlegen, was entstehen soll. Ein Vollsortimenter mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche zusätzlich ein Getränkehandel oder vielleicht auch ein Drogeriemarkt. Es geht aber auch um ein Geschoss über dem Markt, eine sehr große Fläche. Daraus wollen wir etwas machen. Denkbar sind Wohnungen. Auch die neue Tagespflege der Nachbarschaftshilfe war im Gespräch, wird aber wohl doch eigenständig in der Nähe der Schule entstehen. Gewerbeeinheiten und Praxen wären ebenfalls möglich. Auch das Haus der Vereine dort unterzubringen, war eine Idee, die wir aber wieder verworfen haben. Alle möglichen Nutzungsarten werden im Gemeinderat ausgiebig diskutiert. Wichtig ist, dass die bereits für den Markt versiegelte Fläche noch eine weitere Nutzung erfährt.

Was passiert dann mit dem Edeka-Markt?

Da müssen noch Gespräche geführt werden mit dem Erbbauberechtigten und mit dem Betreiber. Zwei Supermärkte nebeneinander sind nicht sinnvoll.

Noch vor Weihnachten hatte Inning den Bescheid erhalten, dass Tempo 30 auf der Ortsdurchfahrt nicht nur nachts, sondern immer gelten kann. Wann wird das umgesetzt?

Wir warten schon darauf, es muss nur noch vom Landratsamt angeordnet werden. Tempo 30 ist schon ein großer Fortschritt. Zum Zeitpunkt des Ausbaus unserer Ortsdurchfahrt fehlt uns allerdings noch eine offizielle Stellungnahme des Staatlichen Bauamts.

Ähnlich lange plant die Gemeinde für Stegen. Wie geht es da voran? Zuletzt wurden die Straßenausbaupläne vorgestellt.

Parallel läuft die Bauleitplanung. Ein sehr schwieriges Thema seit Ende der 1990er Jahre, mittlerweile arbeitet der dritte Planer dran. Die Entwässerung ist ein ganz großes Problem. Corona hat uns einen Strich durch die geplante Klausur gemacht. Da wollten wir die Stellungnahmen der einzelnen Fraktionen in einen gemeinsamen Guss bringen. Jetzt hoffen wir, dass es im März klappt.

Wie schaut es denn mit der Renaturierung des Inninger Bachs aus und mit der Verbesserung der Aufenthaltsqualität innerorts am Bach entlang?

Im Bereich von der Walchstadter Straße bis zum Rathaus sind eine fußläufige Verbindung und die Renaturierung des Baches geplant. Da läuft momentan das Bebauungsplanverfahren. Für den Bereich am Anger, nahe der Gärtnerei, wird in einer der nächsten Sitzungen die Renaturierungsplanung vorgestellt. Die Zufahrt zur Gärtnerei soll künftig nicht mehr über das schmale Gässchen erfolgen, sondern von der Staatsstraße im Norden her.

Wird im Gemeinderat eigentlich noch über die Gefahrensituation an der Staatsstraße in Schlagenhofen diskutiert?

Ja, es steht tatsächlich eine Veränderung an. Bislang konnten wir nichts weiter machen, weil das Haus an der südlichen Seite von einer älteren Dame bewohnt war, die dort lebenslanges Wohnrecht hatte. Die Frau ist inzwischen verstorben. Damit kann die Straße so verlegt und verbreitert werden, dass der bestehende Radweg von Hechendorf Richtung Inning verlängert werden kann. Das würde auch die Ausfahrtssituation für die Seeanwohner sicherer machen. Zwischenzeitlich hält auch das Staatliche Bauamt eine bestandsnahe Trasse für möglich. Ich glaube aber nicht, dass ich den Radweg als Bürgermeister noch eröffnen kann. Das wird mein Nachfolger machen dürfen. Der Radweg soll bis Inning führen, und ich fürchte, dass wir Richtung Inning nicht so einfach die Grundstücke bekommen. Wir werden ein Planfeststellungsverfahren durchführen müssen, weil es vermutlich ohne Enteignung nicht gehen wird. Das dauert. (Anm. d. Red.: Bleimaiers Amtszeit beträgt noch gut vier Jahre)

Was wünschen Sie sich für 2022?

Dass alle gesund bleiben.

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