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Auch ein Polizeihubschrauber war bei der Suche im Einsatz (Symbolfoto).

Opfer ist 55 Jahre alt

Tödlicher Badeunfall im Ammersee - Obduktionsergebnis liegt vor

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Ein 55 Jahre alter Mann aus Marktoberdorf ist am Sonntag im Ammersee zu Tode gekommen. Er konnte am Morgen bei Stegen nur noch tot geborgen worden. Die Polizei schließt einen Suizid ausdrücklich aus und spricht von einem „astreinen Badetod“. Jetzt liegt das Obduktionsergebnis vor.

Update, 15. Mai 2017, 17.17 Uhr:

Um eine Fremd- oder Gewalteinwirkung ausschließen zu können, wurde der Leichnam des 55-jährigen Mannes im Laufe des Montags obduziert. Das Ergebnis der gerichtsmedizinischen Leichenöffnung ergab als eindeutige Todesursache einen Tod durch Ertrinken. Hinweise auf eine Fremdbeteiligung ergaben sich nicht. Aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse muss davon ausgegangen werden, dass der in Marktoberdorf wohnende Mann trotz der geringen Wassertemperatur schwimmen ging und plötzlich gesundheitliche Probleme bekam.

Die Erstmeldung

Stegen – Einem aufmerksamen Spaziergänger war gegen 9.30 Uhr Kleidung aufgefallen, die verlassen auf einem Steg im Ortsbereich Inning lag. Nachdem der Spaziergänger niemanden ausmachen konnte, dem die Kleidung gehören könnten, machte er sich Sorgen und setzte einen Notruf ab. Bei der anschließenden Suche setzte die Polizei auch einen Hubschrauber ein.

Dessen Besatzung entdeckte dabei zunächst ein freitreibendes unbemanntes Segelboot, das etwa hundert Meter vom Ufer entfernt im Wasser schaukelte – und daneben eine im See treibende leblose Person. Die alarmierte Wasserwacht konnte den lediglich mit einer Badehose bekleideten Mann nur noch tot bergen. Das Wasser ist an dieser Stelle des Sees derzeit 14 Grad kalt.

Die Umstände seines Todes geben der Polizei einige Rätsel auf. Ob er ertrunken ist oder an Unterkühlung starb, muss erst eine Obduktion klären.

Der 55-jährige Mann hatte keinen festen Wohnsitz, seine aktuelle Meldeadresse sei eine Pension im Bereich Peiting/Schongau, sagte ein Polizeisprecher. Dort habe er sich auch am frühen Morgen verabschiedet mit den Worten, er gehe schwimmen.

Als die Wasserwacht den Mann aus dem Ammersee barg, hatte er ein Seil um seinen Körper gebunden, das am Boot vertaut war. Die Polizei geht davon aus, dass er sich möglicherweise mit letzter Kraft an Bord ziehen wollte. Warum es überhaupt zu der dramatischen Situation gekommen war, sei aber bislang nicht bekannt. Denn das Boot wird einem anderen Eigner zugeordnet, so dass in den ersten Ermittlungen davon ausgegangen wird, dass es sich um ein Leihboot handeln könnte.

Rätselhaft ist auch, warum der 55-Jährige seine Kleidung auf dem Steg zurückließ, wenn er doch eventuell ein Segelboot gemietet hatte. Die Polizei kann nur spekulieren, schloss gestern aber jeden Selbsmordgedanken kategorisch aus. Zur Ermittlung der genauen Todesursache wurde eine Obduktion angeregt, die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat die Ermittlungen übernommen. 

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