Rehbock
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Ein Rehbock wurde bei einem Unfall getötet. Danach wurde ihm wohl das Haupt abgetrennt (Symbolfoto).

Wilderei nach Unfall

Toter Rehbock ohne Kopf gefunden: „Er hatte wohl ein schönes Gehörn“

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Ein Rehbock ohne Haupt liegt nach einem Unfall tot am Straßenrand. Der Kopf ist wohl zur Trophäe geworden. Die Herrschinger Polizei ermittelt wegen Wilderei.

Buch – Einen toten Rehbock ohne Kopf oder Haupt, wie es korrekt heißt, fand ein Landwirt am Samstagmorgen zwischen Buch und Breitbrunn nahe der Staatsstraße 2067 und einer Schreinerei. Gegen 8 Uhr rief er Max Bleimaier an, Jäger im Revier Inning. Der sah mit einem Blick: „Der Schnitt ist gerade, das kann nicht bei einem Unfall passiert sein oder ein anderes Tier gewesen sein“, sagte er dem Starnberger Merkur.

Eine 52-Jährige Huglfingerin hatte das Tier in der Nacht auf Samstag mit ihrem Renault erwischt, aber zunächst nur einen Schlag wahrgenommen. Als sie sich in der Dunkelheit umschaute, fand sie laut Polizei „nichts Ungewöhnliches“. Sie informierte trotzdem die Beamten, kehrte am Morgen zur Unfallstelle zurück und sah das kopflose Reh in der Wiese. Ein Unbekannter musste sich das Haupt in der Zwischenzeit als Trophäe gesichert haben. Jäger dürfen das, ansonsten ist das Wilderei und strafbar. Bleimaier hat Schleifspuren im Schnee entdeckt. „An der Straße war es dem Täter wohl zu heikel“, vermutet er. „Auf dem Haupt war wohl ein schönes Gehörn.“ Die Polizei Herrsching ermittelt nun wegen Jagdwilderei.

Heuer schon 13 Wildunfälle auf der Strecke bei Inning

Wildunfälle beschäftigen den Jäger aus Inning heuer wie nie zuvor. Auf der genannten Strecke gebe es normalerweise fünf im Jahr, heuer sind es schon 13 – „und zwei Hasen“, sagt Bleimaier. Er hat Theorien, die die hohe Zahl erklären könnten. „Das Salz auf der Straße könnte die Tiere anlocken, sie brauchen Mineralien.“ Der Zugang zu den Nährstoffen dürfte in Lockdown-Zeiten mit weniger Verkehr einfacher sein. Und laut dem Jäger dürfte sich das Wild bis Mitte Februar besonders sicher gefühlt haben. Wegen der Ausgangssperre ab 21 Uhr „war nachts gar kein Verkehr“. Aber nach dem Wegfall der Sperre auf einmal wieder mehr. Eine plötzliche Umstellung mit tödlichen Folgen.

Den toten Rehbock hat Bleimaier im Wald vergraben. „Es war wegen der Kälte nicht ganz leicht“, sagt er. Für den menschlichen Verzehr sei das Tier nicht geeignet gewesen. „Wenn man als Jäger ein Reh erlegt, bricht man es sofort auf, entnimmt die Organe und kühlt das Fleisch.“ Wenn es aber länger tot an der Straße liegt, könne es schon zu inneren Blutungen gekommen sein. „Und das Blut kann das Fleisch kontaminieren.“

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