Räumen fleißig ein: Tanja Maier (v.l.), Ute Hübner-Ballert, Irina Klippenstein, Michaela Kursaw, Bettina Wagner und Lisa Räbiger.
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Räumen fleißig ein: Tanja Maier (v.l.), Ute Hübner-Ballert, Irina Klippenstein, Michaela Kursaw, Bettina Wagner und Lisa Räbiger.

St. Johannes-Kindergarten Inning

Viel Platz und viel Licht

  • vonAndrea Gräpel
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Eine Woche haben sie Zeit – Bettina Wagner und ihr elfköpfiges Erzieherinnenteam vom katholischen St. Johannes-Kindergarten in Inning. Vor wenigen Tagen noch halfen die Kinder mit, an der Landsberger Straße alles zusammenzupacken. Das Gebäude dort ist sanierungsbedürftig und wird durch einen Neubau ersetzt (wir berichteten). Bis dahin werden die Kinder in einer Containerunterkunft am Wasenfeld betreut.

Inning - Osterferien sind für die Erzieherinnen deshalb heuer gestrichen, stattdessen stecken sie mitten im Umzug. Schon am Dienstag sollen die ersten Kinder in den Containern begrüßt werden – ob in der Notbetreuung oder im Normalbetrieb – das hängt vom Infektionsgeschehen ab.

In zwölf Sprachen lacht den Besuchern am Wasenfeld ein herzliches Willkommen entgegen. Sprachen aller Nationalitäten, die die Einrichtung besuchen. Aktuell ist das Schild noch an die Wand im Eingangsbereich gelehnt, noch nicht befestigt. Überall stapeln sich Kartons. Innerhalb eines Tages wurde die komplette Einrichtung am Montag von der Landsberger Straße an den neuen Standort am Wasenfeld und in das Sportlerheim am alten Sportplatz geschafft. „Vier Gruppen, samt Büro und Hauswirtschaft“, sagt Bettina Wagner stolz. Gestern gab’s zur Belohnung erst mal ein Teamfrühstück, bevor mit dem Auspacken begonnen wurde.

„Es ist alles viel größer, als wir uns das vorgestellt hatten“, freut sich die Kindergartenleiterin und führt durch die großzügigen hellen Räume. Voraussichtlich 15 Monate wird es dauern, bevor der Neubau an der Landsberger Straße fertiggestellt ist. Bis dahin wollen es sich Erzieherinnen und Kinder gemütlich machen. „Wir haben uns so einiges ausgedacht“, sagt Bettina Wagner, die künftig an drei Standorten nach dem Rechten sehen muss: in ihrem Büro, dass in der Übergangszeit im Pfarrhaus untergebracht ist, im Sportlerheim, in dem eine Kindergartengruppe ein Häuschen im Grünen einrichtet, und in den ebenso großzügigen wie lichtdurchfluteten Behelfscontainern, in denen zwei Kindergartengruppen und eine Krippengruppe untergebracht werden. Damit die Kinder beider Standorte sich sehen, sind hausübergreifende Projekte geplant. „Das ist alles schon in unserem Kopf“, versichert Tanja Maier. Die Voraussetzungen seien jedenfalls ideal, schwärmt Bettina Wagner – vor allem für die bis zu 15 Krippenkinder, denen ein großzügiger Schlafraum und ein eigenes Krippen-Badezimmer zur Verfügung stehen. Ihr geliebter Tunnel wartet schon auf sie.

Gestern wuselten die Erzieherinnen noch überall herum, um die Einrichtung an den richtigen Platz zu stellen. Die Container bieten alles, was auch der alte Kindergarten geboten hatte. Nur eine Aula fehlt, die dort als Bewegungsraum genutzt werden konnte. Und dennoch: „Wir sind sehr angenehm überrascht“, sagen die Leiterin und ihre Stellvertreterin Tanja Maier. Im Gegensatz zu ihrer Chefin ist Tanja Maier schon seit sieben Jahren dabei, seitdem mit den Umbauplänen angefangen wurde. Bettina Wagner übernahm die Leitung 2017. Die vielen Verzögerungen verlangten auch von ihnen Geduld. Als es nun losging, habe sich jeder auf diesen Schritt gefreut. Auch die Kinder – insgesamt 90, mit denen sogleich Ausflüge zum Wasenfeld und zum alten Sportplatz unternommen wurden. Und Bettina Wagner freut sich, dass die Einrichtung auch im nächsten Kindergartenjahr wieder ausgebucht ist, obwohl die Eltern wussten, dass ausgewichen werden muss.

Die teure Containerlösung hat sich erst spät herauskristallisiert, nachdem sich eine Alternative im Haus der Vereine als nicht umsetzbar erwies. 6000 Euro kosten die Container im Monat Miete, plus Auf- und Abbau. Kirchenpfleger Franz Bauer schätzt die Kosten für den Übergang auf insgesamt 250 000 Euro. Und nun soll das Beste daraus gemacht werden – auch von außen planen die Erzieherinnen aus der Interimsadresse einen bunten „Eyecatcher“ zu machen.

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