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Symbolbild

Tierquälerei

Hund frisst Giftköder

Inning - Gassigeher zwischen Buch und Stegen sind besorgt. Vor einer Woche hat der Hund einer Finningerin einen Giftköder geschluckt. Auf Plakaten wird davor gewarnt.

Seit dem vergangenen Wochenende hängen an den Bäumen in Stegen Warnungen vor Giftködern. Ausgelöst durch einen Vorfall am Freitag vor einer Woche. Eine Finningerin war an diesem Tag zwischen Buch und Stegen mit ihrem Hund spazieren. Auf dieser Strecke hat der Hund offenbar einen Giftködern aufgenommen. Frauchen und Hund eilten nach Hause und erstatteten Anzeige bei der für Finning zuständigen Polizei Dießen. Der Fall wurde natürlich auch an die für Stegen zuständige Inspektion Herrsching weitergeleitet, In Herrsching waren aber weder vorher noch nachher Fälle bekannt geworden. Nichtsdestotrotz ist Vorsicht geboten, denn der Zustand des Hundes der Finningerin war kritisch, „die Überlebenschancen stehen bei 50 zu 50“, sei Albert Huber, dem stellvertretenden Inspektionsleiter, mitgeteilt worden. Bürgermeister Walter Bleimaier hatte von dem Vorfall auch besorgt im jüngsten Gemeinderat berichtet. Eine Bürgerin habe ihm gegenüber geäußert, dass die Plakate ihre Wirkung nicht verfehlten. Stegen sei momentan „hundefrei“. „Man kann nur hoffen, dass der Täter gefasst und zur Rechenschaft gezogen wird“, so Bleimaier.

Im Dienstbereich der Polizeiinspektion Herrsching ist es schon seit geraumer Zeit nicht mehr zu einer auffälligen Häufung von „Anschlägen“ gekommen, sagt Huber. Zuletzt waren in Tutzing mehrere Hunde verendet, die zuvor Giftköder gefressen haben (wir berichteten). Das war im August 2015. Im Dienstbereich der Polizei Herrsching datiert der letzte Vorfall auf Juni 2014 in der Gemeinde Wörthsee. Auch in diesem Fall starb ein Hund, er musste eingeschläfert werden, weiß Huber nach einem Blick ins Archiv. Weitere Vorfälle liegen noch weiter zurück – vornehmlich Einzelfälle, zum Teil lediglich Androhungen von bösen Nachbarn, die aber zur Anzeige gebracht wurden.

Sollte es doch nochmal zu einem Vorfall kommen und der Halter erkennt es rechtzeitig, sollte er schnell reagieren, um die Überlebenschancen des Hundes zu erhöhen. Symptome einer Vergiftung sind oft Erbrechen, (blutiger) Durchfall und eine allgemeine Schwäche des Hundes. Man sollte nicht selbst versuchen, das Tier zum Erbrechen zu bringen. Das kann besonders gefährlich werden, wenn es sich um einen Köder mit Rasierklingen handelt. Die Klingen müssen unter Narkose entfernt werden. Wenn möglich, sollte man die Reste des Köders mit zum Tierarzt bringen. Die Tierkliniken sind 24 Stunden geöffnet und jederzeit erreichbar.

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