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Auftakt der Feierlichkeiten in Stegen mit der Blaskapelle Inning.

750 Jahre Stegen

Historische Seefahrt

Stegen - Mit einer nostalgischen Sonderfahrt beginnen die Feierlichkeiten zum 750. Ortsjubiläum des Inninger Ortsteils Stegen. Der Bürgermeister erklärt dabei unterhaltsam wie der Name entstand

Bei Sonnenschein und Frühlingstemperaturen, unter dem lautstarken Geleit der Böllerschützen und begleitet von der Inninger Blaskapelle eine vergnügliche Schifffahrt zu unternehmen, war am Ostersonntag das Privileg der buntgemischten Reisegesellschaft an der Stegener Schiffsanlegestelle. Dort erwartete sie das Fahrgastschiff Augsburg zur nostalgischen Sonderfahrt als Auftakt zum Festjahr „Historisches Stegen 2016“.

Gleich nach dem Ablegen des ersten Linienschiffs der Saison hieß es „Leinen los“ und die zweistündige Zeitreise mit Geschichte und Geschichten zur Dampfschifffahrt und Stegener Brücken, zur Stegener Wirtshaus- und Fischereitradition begann. Die Mischung aus frischem Fahrtwind auf dem Oberdeck, bayerischen Schmankerln unter Deck und unterhaltsam verpackter Ortsgeschichte kam bestens an. Im kurzweiligen Dialog führten Jutta Göbber vom Verein Heimatgeschichte und Bürgermeister Walter Bleimaier durch die Geschichte des Inninger Ortsteils. „Sie begann mit dem Ende der letzten Eiszeit und dem Abschmelzen des Isar-Loisach-Gletschers vor zirka 10 000 Jahren“, beschrieb Bürgermeister Walter Bleimaier den geologischen Standort.

Liegengebliebenes Geschiebe und Geröll der Windach hätten sich zu einen „Steg“ verschoben. Erste fast 3000 Jahre alte Siedlungsspuren, ein kleiner Rest von einst 48 entdeckten Hügelgräbern, seien oberhalb der Stegener Brauerei zu finden.

Mit Überschwemmungen und Unwettern müssen die Anwohner bis heute leben. Im Jahr 1698 währen die Gebeine des Hl. Rasso bei einer Sturmfahrt im Ammersee fast für immer versunken. Schmunzeln mussten die Fahrgäste über ein maritimes Missgeschick in den 1930er Jahren. Das metallene Essgeschirr eines Matrosen war der Kompassnadel der „Diessen“ zu nahe gekommen. Es wurde eine falsche Richtung angezeigt und plötzlich hieß es auf der Fahrt von Herrsching nach Dießen „Land in Sicht“. Das Schiff lief in voller Fahrtauf eine Sandbank auf.

Die Uferlandschaft mit ihren Villen und das Alpenpanorama im Blick erzeugten auf den Archivfundstücken des Vereins Heimatgeschichte ein lebendiges Gesicht: schaurig, als von den Schreien der Mooskuh erzählt wurde, die verirrte Wanderer ins Moor zog; belustigt, als 1724 die Pfarrer der umliegenden Dörfer in der Sonntagspredigt zunehmend über das unsittliche Treiben im Allgemeinen und im Stegener Wirtshaus im Besonderen wetterten. Darüber mussten sich die Teilnehmer der Sonderfahrt keine Sorgen machen. Mit Blasmusik und amüsanten Geschichten ging es sehr gesittet zu.

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