Streit um Umgehung nimmt kein Ende

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Inning - Nach einem wortgewaltigen Schlagabtausch und namentlicher Abstimmung im Gemeinderat wird die Trasse für Innings Umgehung aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen. Der Bürgermeister schüttete bei der Auseinandersetzung zusätzlich Öl ins Feuer. 

Für Bürgermeister Walter Bleimaier war es eine logische Konsequenz: Nach zwei eindeutigen Bürgerentscheiden gegen die Umgehung am Schorn, müsse die Trasse aus dem Flächennutzungsplan entfernt werden. Diesen Antrag hatte die Verwaltung für die jüngste Sitzung ans Ende einer Reihe von weiteren Änderungen im Flächennutzungsplan gehängt. Ein Funken nur, der das Feuer neu entfachte. Denn die Befürworter der Trasse wollten dieser Logik nicht folgen. Drei Wochen nach dem jüngsten Bürgerentscheid kam es deshalb erneut zu einem lauten wortgewaltigen Schlagabtausch. Der Rathauschef goss wie nebenbei auch noch Oel ins Feuer. Nach einem gescheiterten Antrag zur Geschäftsordnung und zwei namentlichen Abstimmungen wird die Trasse aber aus dem Flächennutzungsplan entfernt.

„Die Trasse ist seit 50 Jahren im Flächennutzungsplan. Was hat es gebracht? Null“, sagte Bleimaier. Eigentlich wollte er das zuvor Gesagte zusammenzufassen. Er ergänzte dies aber mit einem explosiven Nebensatz, als er einwarf, dass die Gemeinde ja auch ihr Sportgelände erweitern wolle. Dies sei mit der Trasse im Flächennutzungsplan nicht möglich. Wenn die Gemeinderäte nicht schon vorher schimpften, dann war der Zeitpunkt nun gekommen. Dabei hatte Bleimaier seinerzeit selbst für die Umgehung gestimmt.

Die Befürworter haben Sorge, dass ohne die Trasse alle Bemühungen, die Hauptstraße zu entlasten, zunichte machen würde. Und Bleimaiers „Nebensatz“ untrerstütze dies, weil es doch gar nicht um das Sportgelände gehe. „Wenn wir die Trasse rausnehmen und Bickelbacher (Verkehrsgutachter Anm.d. Red) sagt, Fahrradstreifen geht nicht, das geht nicht und das auch nicht, dann sind wir wieder bei Null“, schimpfte Johann Ritzer (FBB). Ein Stichwort, das Sibylle Gerhardt (Grüne) gerne aufgriff: „Warum haben Sie dann nicht mit dem Bürgerentscheid gewartet?“ Eine gute Frage, die Werner Huttner (CSU) zu beantworten versuchte. Denn eigentlich hätte das Gutachten von Paul Bickelbacher zum Zeitpunkt des Bürgerentscheids vorliegen sollen. Aber Bleimaier räumte ein, dass er selbst es gewesen war, der dem Gutachter signaliisert hatte, „in der heißen Phase des Bürgerbegehrens keine Bürgerwerkstatt zu machen“. Deshalb lag zum ausgemachten Termin Ende 2015 kein Gutachten vor. Unterdessen dauert es aber auch dem Rathauschef zu lange. Er hat dem Planer nun Termine vorgegeben hat: Am 14. April soll der Entwurf des Verkehrskonzepts im Verkehrsausschuss öffentlich beraten werden. Die zweite Bürgerwerkstatt findet am 4. Juni statt.

Ungeachtet dieses Ergebnisses wird die Trasse aus dem Flächennutzungplan entfernt. Die Gegner der Trasse nahmen Bleimaiers Vorschlag dankend an und verwiesen auf das Bürgervotum. Barbara Wanzke (Grüne) suchte versöhnliche Worte: „Es geht ja nicht um die Umgehung, sondern um die Trasse. Keiner wehrt sich gegen die Möglichkeit einer Umgehung, aber nicht hier. Wir sollten gemeinsam neu anfangen.“

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