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Anwohner und Agenda-Mitglieder der Blumenwiese in Hechendorf machten gestern Werbung für ihr Projekt.

Ortsentwicklung

Anwohner werben für ihre Blumenwiese

Nicht jedem gefällt offensichtlich die noch junge Blumenwiese an der Beermahd in Hechendorf. Die Anwohner rühren nun die Werbetrommel.

Hechendorf – Zugegeben, mit einem gepflegtem Rasen hat die Fläche an der Beermahd in Hechendorf wenig Ähnlichkeit. Das ist auch der Grund, weshalb sich Anwohner in der Gemeinde Seefeld über den augenscheinlich verwilderten Zustand der Fläche, die im vergangenen Jahr noch als Wendeschleife für die Umleitung diente, beschwert haben. Gestern fand ein Pressetermin vor Ort statt – bei dem Anwohner und Mitglieder der Agenda Ortsbild/Ortsentwicklung Werbung machten für ihren Einsatz.

Vor wenigen Tagen sorgte eine Studie über das Insektensterben für Schlagzeilen. 27 Jahre lang wurden Schutzgebiete untersucht. Ergebnis: Mehr als 75 Prozent weniger Biomasse bei Fluginsekten. Schon bevor diese Zahlen veröffentlicht wurden, hatten Agendamitglieder und Anwohner der bis Anfang 2017 asphaltierten Fläche Gemeinderat und Verwaltung für die Idee gewinnen können, an dieser Stelle eine ökologisch wertvolle Fläche mit Obstwiese und Magerwiese anzulegen (wir berichteten).

Ursprünglich stand dort eine Bank, von der aus Spaziergänger über das Aubachtal und den Pilsensee hinweg bis in die Alpen schauen konnten. Später dann sah die Gemeinde dort einen Parkplatz vor, was auch mittels einer Unterschriftenaktion verhindert verhindert wurde. Im Mai 2016 schließlich stimmte das Gremium für den Rückbau der Wendeschleife, die währen des Kanalbaus entlang der Inninger Straße als Umleitung diente und nur dafür extra angelegt worden war. Der Asphalt wurde Anfang 2017 wieder aufgerissen.

Schon im Frühling blühte es an der Beermahd. „Es ist wichtig, dass möglichst viele Flächen mit heimischen Pflanzen der Tierwelt eine Lebensgrundlage bieten“, erklärt Ildiko Gaal-Baier von der Agenda. Eben darum sei es wichtig, dort nicht nur einen Rasen anzulegen. „Sie setzt einen sichtbaren Akzent gegen das Bienen- und Insektensterben“, so Gaal-Baier. Die Anwohner spendeten und pflanzten kleine Obstbäume, darunter Apfel, Quitte und Birne. Außerdem säten sie 15 Kilogramm spezielles, von der Gemeinde in Freising gekauftes Saatgut mit heimischen Blumenarten und Gräsern aus, darunter Goldhafer, Ruchgras, Klatschmohn, Spitzwegerich und viele andere.

Die Wiese wird nur einmal im Jahr gemäht, was die Pflegekosten natürlich erheblich minimiert. Außerdem fördere sie den Gemeinsinn, da sich die Nachbarn auch um die Pflege der Obstbäume kümmerten, argumentiert Gaal-Baier.

„Es gefällt aber eben nicht allen“, hat Imke Friedrich vom Seefelder Bauamt festgestellt. Noch in dieser Woche allerdings soll wieder eine Bank in der Mitte der Wiese aufgestellt werden, wie früher. „Den Bereich rundum halten wir frei, damit die Fußgänger auch dort hinkommen, wenn im nächsten Jahr alles blüht“, verspricht die Bauamtschefin.

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