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Ausblick: Bürgermeisterin Anna Neppel im Gespräch mit Merkur-Redakteur Jörg von Rohland.

So wird das Jahr 2017

„Wir müssen weiterkommen“

Andechs - Andechs‘ Bürgermeisterin Anna Neppel gibt einen kleinen Ausblick, auf das was ansteht.

Das Kinderhaus und eine Turnhalle in Erling sind die seit Jahren größten Projekte, die die kleine Gemeinde Andechs schultern will. 2017 möchte Bürgermeister Anna Neppel dafür Sorge tragen, dass es mit dem Bau möglichst bald losgeht. Für die Erweiterung des gemeindlichen Friedhofs wird die Bauleitplanung durchgeführt. Die Erlinger Ortsdurchfahrt bleibt derweil auch im kommenden Jahr eine Dauerbaustelle.

Kinderhaus/Turnhalle

Bei der Frage, was ihr im kommenden Jahr besonders wichtig ist, muss die Rathauschefin nicht lange überlegen: „Das Kinderhaus und die Sporthalle“, antwortet Anna Neppel wie aus der Pistole geschossen. Der Standort für Kinderhaus und Sporthalle wurde bereits Ende September 2016 vom Gemeinderat beschlossen, zuletzt kamen dennoch Zweifel auf: 5000 Quadratmeter Gemeindegrund entlang des Steinrinnenwegs in Erling sollen verkauft werden, auf dem Areal dürfen dann Privatleute oder ein Investor Häuser und Wohnungen errichten, erläutert Neppel den Fahrplan. Zwei Millionen Euro erhofft man sich ihren Angaben nach aus dem Verkauf, so viel wird für die Einfachturnhalle neben der Carl-Orff-Grundschule benötigt. Direkt neben der Halle entsteht der zweite Herzenswunsch vieler Eltern im Ort: Stolze drei Millionen Euro wird das Kinderhaus kosten, in dem in Zukunft eine Krippe, zwei Kindergarten- sowie drei Hortgruppen beheimatet sind. Zwei Millionen Euro werden über Kredite finanziert, ca. 700 000 Euro staatliche Zuschüsse sind avisiert, der Rest muss aus der Gemeindekasse kommen. Doch bevor es in die Detailplanung geht, gilt es im Januar bei einer Ortsbesichtigung noch einmal Überzeugungsarbeit zu leisten; nicht alle Räte sind glücklich mit der Situierung der künftigen Wohnbebauung. „Wir müssen weiterkommen“ stellt die Rathauschefin bestimmt fest, mit dem Spatenstich für Turnhalle und Kinderhaus rechnet sie nun für das Frühjahr 2018.

Flächennutzungsplan

Wie werden sich die Ortsteile Erling, Machtlfing und Frieding in den kommenden zehn bis 15 Jahren entwickeln und wo können Einheimischemodelle und sozialgebundener Wohnungsbau entstehen? Vor allem diese Fragen werden den Gemeinderat 2017 bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans beschäftigen. Eine Fläche in Machtlfing und zwei in Frieding sind laut Bürgermeisterin aus der Bürgerschaft vorgeschlagen worden: „Sie müssen jetzt geprüft werden.“

Friedhofserweiterung

Einen einzigen gemeindeeigenen Friedhof gibt es in Andechs; an der Friedenskapelle am Erlinger Ortsausgang in Richtung Starnberg. Auf ihm wird es langsam eng. Geplant ist von Seiten der Gemeinde eine Menge: Urnengräber, eine Stele und eine Aussegnungshalle. Umgesetzt werden dürfte davon 2017 die notwendige Bauleitplanung und die Verlegung des Wanderwegs mit einer Bepflanzung.

Ortsdurchfahrt Erling

Erling wird auch 2017 für die Autofahrer ein Nadelöhr bleiben, die Sanierung der Staatsstraße zieht sich hin. Im Januar und Februar werden nach Auskunft der Bürgermeisterin die Arbeiten ruhen, im März soll es auf der Herrschinger Straße weitergehen; im Frühsommer soll sie fertig sein. Ein Ende ist aber auch dann noch lange nicht in Sicht, ohne Unterbrechung wird es auf der Starnberger Straße weitergehen. Ihre Anlieger werden im Januar oder Februar zu einer Bürgerversammlung gebeten. Der Grund: Sie müssen sich ebenso wie die Anwohner der Herrschinger Straße zu 55 Prozent an den Kosten für die Beleuchtung und den neuen Gehweg beteiligen, Proteste dürften nicht ausbleiben.

„Die Gehwegplatten zahlen wir aber selbst“, versichert Neppel.

Frieding Nord

Ein gemeingültiger Bebauungsplan für den Norden Friedings, um den der Gemeinderat seit Jahren in unzähligen Sitzungen gerungen hatte, ist endgültig vom Tisch; zu viele Befindlichkeiten hatten die Bürgerinnen und Bürger Friedings und die beteiligten fünf Grundstückseigentümer vorgebracht. Im kommenden Jahr können sich die Fraktionen zurücklehnen und abwarten: Jeder einzelne der wetteifernden Grundeigentümer muss auf eigene Kosten einen „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ aufstellen. „Die Gemeinde prüft dann, ob und wie die Festlegungen in ein „Gesamtkonzept Frieding Nord“ passen“, sagt Neppel.

Max-Planck-Gelände

Das 30 000 Quadratmeter große Gelände des ehemaligen Max-Planck-Instituts in Erling zählt zu den Sahneschnitten der Grundstücke in dem Klosterdorf, und mögliche Investoren stehen Schlange. Laut Bürgermeisterin kann sich die Gemeinde dort vieles vorstellen: eine Wohnbebauung, ein Hotel oder eben wieder ein Institut. 2017 soll die Entscheidung fallen, eine Auflage der Gemeinde ist, dass in etwa 10 000 Quadratmeter Fläche bebaut werden und genügend Parkplätze geschaffen werden. Anna Neppel blickt dem Verkauf durch die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und der künftigen Nutzung gelassen entgegen: „Wir sind immer im Boot und müssen darüber diskutieren, was zu uns passt oder nicht zu uns passt.“

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