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Johann Krepold hat aus Verärgerung über die Bürgermeisterin den Seniorenbeirat Gauting verlassen.

Seniorenbeirat Gauting

Krepold wirft die Brocken hin

Gauting - Eklat am Mittwoch in der Sitzung des Seniorenbeirats Gauting. Aus Verärgerung über die Bürgermeisterin hat Johann Krepold das Gremium verlassen.

Schon im Vorfeld der Seniorenbeiratssitzung hatte sich angedeutet, dass Feuer unterm Dach ist. „Bedauerlicherweise“ habe Rathauschefin Dr. Brigitte Kössinger seine städtebaulichen und verkehrstechnischen Vorschläge nicht beantwortet, ärgerte sich Beirat und Architekt Johann Krepold. Der 80-Jährige zog für sich die Konsequenz, erklärte seinen Rücktritt aus dem Gremium – und verließ den kleinen Rathaus-Saal.

Auch Beiratsvorsitzende Ulla Ottmar beschwerte sich bei der Bürgermeisterin über fehlende Zusammenarbeit: Sauer war ihr die Bauausschusssitzung Anfang Juli aufgestoßen. In der hatte Ottmar mit Sabine Wenng von der Koordinationsstelle „Wohnen im Alter“ ausführlich die Grundzüge eines Quartierskonzepts präsentiert (barrierefrei gebaute Wohneinheiten für Senioren, Behinderte, Singles oder junge Familien in einem Wohnviertel mit bedarfsgerechter Begegnungsstätte). „Verunglückt“ fand Ottmar die Stellungnahme der Rathauschefin: Denn Kössinger hatte im Bauausschuss erklärt, einen Senioren-Arbeitskreis Quartierskonzept könne ihre Verwaltung nicht schultern. Ihre Mitarbeiter seien vollkommen ausgelastet. Das ärgerte Ottmar. die Rathauschefin konterte: Die Gemeinde sei ja bereits dabei, die geforderten Begegnungsstätten zu schaffen. Ein Bürgertreffpunkt mit Cafeteria entstehe auf dem schon befürworteten Mehrgenerationen-Campus des BRK an der Starnberger Straße. Den zweiten Treffpunkt für Jung und Alt in Stockdorf plane sie in ebenerdigen Mieträumen der bisherigen Sparkassenfiliale am Harmsplatz. Für diese „inklusive Begegnungsstätte“ suche die Gemeinde noch einen Betreiber – gern mit Behinderung.

Das vom Beirat angeschobene Projekt Wohnen für Hilfe gebe es schon in der Gautinger Insel, sagte Kössinger. Doch die Bevölkerung wisse zu wenig über alternative Wohnformen zum Heim, meine Beirätin Ute Brack, etwa über Wohngemeinschaften mit gefördertem Hausumbau.

Der Seniorenbeirat habe ein Budget für solche Veranstaltungen, antwortete die Bürgermeisterin. Mit Hilfe von Sozialpädagogin Inga Schauder könne der Beirat auch in der Gautinger Insel Wohnberatung anbieten.

Ottmar bemängelte schließlich: „Wir haben festgestellt, dass wir uns enger abstimmen müssen.“ Schließlich habe der Seniorenbeirat mit Sozialamtsleiter Francesco Cataldo den Arbeitskreis Quartierskonzept avisiert – aber: „Es gab im Bauausschuss keinen Beschluss dazu“, ärgerte sich Ottmar. Der Bürgermeisterin platzte darauf der Kragen. „Das finde ich inakzeptabel“, empörte sich Kössinger und erhob sich vom Stuhl. Dass Krepold und die Beiratsvorsitzende fehlende Zusammenarbeit rügten, sei unfair: Der Sozialamtsleiter begleite jede Sitzung. Auch Inga Schauder, Leiterin der Insel, und sie selbst hätten stets offene Ohren für Anliegen der Seniorenvertretung. Ottmar legte nach: „Zu Ratssitzungen, die unsere Belange betreffen, bekommen wir keine Unterlagen.“ „Beenden wir das Thema“, forderte Beirat Dr. Walter Pohl: „Die gute Zusammenarbeit mit dem Rathaus wird so kaputt gemacht.“ Darauf blieb die Bürgermeisterin.

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