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50 Jahre mit fast ebenso vielen Kindern: Wochenlang hatten die Mädchen und Buben des Perchaer Kindergartens für die Jubiläumsfeier geprobt – mit Erfolg, wie sich zeigte.

Katholischer Kindergarten Percha

Wo Eva John Gummibär sein möchte

Percha - Ein halbes Jahrhundert ist der Katholische Kindergarten St. Christophorus in Percha alt und damit einer der ältesten in Starnberg. Wenn das kein Grund zum Feiern ist.

„Ich wär hier auch gerne ein Gummibär.“ Mit diesen Worten gratulierte Bürgermeisterin Eva John. Sie hatte auch noch ein etwas erweitertes Churchill-Zitat mitgebracht, um sich bei den Mitarbeiterinnen für die wertvolle Arbeit zu bedanken: „Es ist einfacher, eine Nation zu erziehen – in Starnberg wär es der Stadtrat – als vier Kinder.“ Die Gummibärchen, das sind die 25 Kinder aus der Bärenhöhle, die anderen 25 kommen aus dem Fuchsbau, erzählt die Kindergartenleiterin Barbara Kraus, und sie ist stolz, dass sie nun Namen für die beiden Kindergartengruppen hat.

Die Füchse und die Bären haben wochenlang zusammen mit ihren Erzieherinnen und zahlreichen Ehrenamtlichen dieses besondere Fest vorbereitet, sie haben gebastelt und Lieder und Tänze einstudiert, eine Fotowand aufgebaut und eine musikalische Zeitreise vorbereitet. Es gab einen Ententanz und eine Polonaise, Macarena und einen Biene-Maja-Tanz, bei dem die Kleinen in Ringelshirts von Papierblume zu Papierblume im Garten schwirrten. Gut, dass das Wetter mitgemacht hat, denn im Garten lässt es sich besonders ausgelassen feiern. 

Eingeläutet wurde das Geburtstagsfest mit einer festlichen Andacht in der Kirche, bei der auch die Blaskapelle aufspielte, die ebenfalls dieses Jahr ihren 50. Geburtstag feiert. Im Anschluss daran begrüßte der Pfarrer Piotr Wandachowicz als Vertreter des Trägers der Einrichtung und Barbara Kraus als Leiterin die vielen Gäste im Garten, darunter auch einige, die schon die ersten Jahre als Kindergartenkinder miterlebt haben. Einer davon war Martin Frick, dessen Vater das Grundstück, eine brach liegende fünf Meter tiefe Kiesgrube, „in der immer nur das Wasser stand“, der Kirche im Tausch gegen ein anderes Grundstück am Ortsrand überlassen hat. Percha war damals noch eine eigene Gemeinde, die Kirche St. Christophorus war erst acht Jahre zuvor gebaut worden und Pfarrer Georg Schuster hatte sich für den Bau des Kindergartens eingesetzt. 

„50 Jahre sind für Kinder eine große Zeit“, so die Kindergartenleiterin. „Damals gab es noch keine Geschirrspülmaschinen, keinen Fernseher, kein Handy, der Minirock war gerade erfunden und die Musik hat sich verändert.“ Also haben die Mitarbeiter eine Zeitreise durch die Musikgeschichte mit den Kindern einstudiert, die als Topmodels zum „Itzi Bitsy Teenie Weenie“ auf einem Laufsteg die Hüften schwangen. „Es ist ein großes Glück für die Kinder, hier ihre Zeit verbringen zu dürfen“, hatte noch die Bürgermeisterin gesagt, „sie können sich entfalten und lernen, dass es gut ist aufeinander zuzugehen und sich nicht zu bekämpfen.“ 

Die Stadt Starnberg spendierte zum Geburtstag eine kleine Finanzspritze. Auch der Elternbeirat hatte Gelder gesammelt. Vorsitzende Amelie Pira überreichte zudem der „treuen Seele“ Cornelia Effenberger, die seit 20 Jahren im Kindergarten arbeitet, einen Riesenblumenstrauß. „Wer für eine gute Kindererziehung sorgt, sorgt für eine gute Zukunft“, bedankte sich Pfarrer Wandachowicz.

Von Astrid Amelungse-Kurth

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