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Auf der Suche nach der Prinzessin: Jim, Lukas und Emma, die Dampflok.

Jugendgruppe der Kolpingbühne

Barbara Schwabs famose 28

Starnberg - Es ist nicht die erste Jim-Knopf-Aufführung der Kolpingbühne, aber sie ist immer wieder anders, immer wieder besonders. Die Jugendgruppe scheint auf einen scheinbar unendlichen Pool an talentierten Nachwuchsdarstellern zurückgreifen zu können. So wurde Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer auch diesmal eine famose Inszenierung.

Jeden Morgen schreitet Herr Ärmel das Königreich Seiner Majestät König Alfons des Viertel-vor-Zwölften ab. Einmal rechts rum, einmal links rum. Dann kauft er sich bei Frau Waas ein Eis. Heile Welt, wenn da nicht der Platzmangel wäre und die Bahnlinie in Lummerland eingestellt werden soll. Nachdem das Findelkind Jim Knopf groß geworden ist, reicht der Platz nicht mehr aus.

Lummerland ist zu Kummerland geworden, zumal die schöne Prinzessin Li Si entführt wurde. Also machen sich Jim Knopf und der Lokomotivführer Lukas mit der pfeifenden und Dampf schnaubenden Emma auf den Weg, sie zu befreien. „Jim Knopf und die Wilde 13“, die Geschichte von den beiden Helden, die ausziehen, um eine Prinzessin zu retten und dabei in Geheimnis umwobenen Ecken der Welt zahlreiche Abenteuer bestehen, diese Geschichte von Michael Ende bleibt ewig gültig. Auch für die Jugendlichen der Starnberger Kolpingbühne, die seit 2001 in regelmäßigem Abstand das Theaterstück auf die Bühne bringen. Was deswegen nie langweilig wird, weil Theaterleiterin Barbara Schwab keine Probleme mit Schauspielernachwuchs hat und immer neue Gesichter auf der Bühne stehen. Ihr Ensemble wächst und wächst, trotz Schulstress oder gerade deswegen, schließlich ist Theaterspielen eine gute Alternative zum Pauken.

Und weil so viele mal in eine andere Rolle schlüpfen wollen, konnten die Hauptrollen gleich dreifach mit Steffi Gschrei, Sina Sprinkart und Verena Scheibengraber als Lukas oder doppelt mit Julian Ruppert und Lukas Beer als Jim Knopf besetzt werden. Alle fünf brillieren in jeder Aufführung. Dabei sind die Damen in der Hosenrolle des Lokomotivführers kaum zu unterscheiden, so sehr ähneln sie sich in Gestik, Mimik, Körpersprache und Aussehen. Die beiden Jims unterscheiden sich wegen ihres unterschiedliches Alters äußerlich zwar erheblich, doch der wesentlich jüngere Lukas Beer steht in nichts dem großartigem Schauspieltalent Julian Ruppert nach.

28 Oscar-reife Stars spielen mit Leib und Seele, hingebungsvoll von der ersten bis zur letzten Minute. Leidenschaft nicht nur in den Hauptrollen. Florian Habdank ist ein ehrwürdiger trauriger Kaiser, Paul Dodt sehr besorgt als König von Lummerland, Anne Beer gibt einen furchterregenden Drachen als Frau Mahlzahn, Juli Walch eine niedlich schüchterne Prinzessin Li Si, und Aurora Berisha überzeugt als Scheinriese Tur Tur, der am Horizont so groß erscheint und kleiner wird, je näher er kommt. Und die kleine Fiona Schwankhart als Ping Pong hält es grandios durch, jedes R im Satz mit einem L zu ersetzen. Dazu noch Hannah Schömann, Benedikt Habdank, Romy Baumgärtner, Lisa-Marie Beuschel, Lynda Keller, Franziska Schuster und Tanja Tsvil, Sandra und Isabell Nuißl, Adrian Schindler, Bellis von Delhaes, Emily Ranke, Angelina Halbritter, Florian Bürger, Sophie Fährmann, Marna Götz, Chiara Hanika in Nebenrollen.

Grandios auch die Kostüme, die Maria Brechtelsbauer detailverliebt und farbenfroh zusammenstichelte. Sie ist es auch, die mit zahlreichen Helfern hinter der Bühne die Schauspieler unverwechselbar schminkt. Und dann ist natürlich noch Emma zu erwähnen, die schöne Lokomotive, zusammengebaut von Rudi Götz, der das Bühnenbild zimmerte. Emma ist der eigentliche Star, wenn sie pfeifend auf der Bühne Dampf ablässt. Rieseneinsatz von allen Beteiligten und ein großartiges Engagement von Barbara Schwab, die ihre Truppe motivieren und begeistern kann.

„Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“

ist nochmals am kommenden Wochenende Im Pfarrzentrum St. Maria Starnberg, Mühlbergstraße 6 zu sehen. Beginn: Freitag um 17 Uhr, Samstag 15 und 17 Uhr und Sonntag 15 Uhr. Eintritt frei.

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