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Blick vom Montessori-Schulgebäude nach Norden: In diesem Bereich, relativ weit entfernt von der Schule, will das Inselhaus ein Kinderheim für Kleinstkinder und größere Kinder eröffnen. 

Gut Biberkor

Eine Insel für ganz kleine Heimkinder

Auf Gut Biberkor möchte die Jugendhilfe-Organisation Inselhaus ein Heim für ganz kleine Kinder schaffen. Das wäre ein Novum und hätte Pilotcharakter, unterstreichen Angelika Haider und Jeannette Schmidt vom Inselhaus.

Höhenrain – Auf Gut Biberkor ist das ambitionierte Projekt Montessori-Schule noch nicht abgeschlossen, da plant der Gönner der Schule, Werner von Kahlden-Gmell schon das nächste Projekt. Er will ein Zuhause für benachteiligte Kinder schaffen. Das weiß der Berger Gemeinderat bereits (wir berichteten). Seit Dienstagabend kennt das Gremium nun die konkreten Pläne: Die Jugendhilfe-Einrichtung Inselhaus gGmbH will ein Heim für ganz kleine Kinder, von null bis vier Jahre, schaffen. Angelika Haider und Jeannette Schmidt vom Inselhaus stellten die Pläne vor. Dabei wurde auch klar: Es ist keineswegs sicher, ob das Projekt realisierbar ist.

Grundsätzlich ist der Berger Gemeinderat bereit, von Kahlden-Gmell das nötige Baurecht im Landschaftsschutzgebiet zu geben. Von Kahlden-Gmell will Therapieangebote auch mit Tieren machen, eine kleine Landwirtschaft, die auch als Ausbildungsplatz für ehemalige Montessori-Schüler dienen kann, sowie ein Mehrgenerationen-Haus und ein Kinderheim. Details zu letzerem nannten die beiden Vertreterinnen des Inselhauses am Dienstagabend. Kleinstkinder, die häufig wegen psychischer Erkrankungen der Eltern aus den eigenen Familien genommen werden, kämen üblicherweise in eine Pflegefamilie, sagte Haider. „Es gibt aber immer weniger Leute, die das machen wollen, und immer mehr Anfragen.“ Deshalb überlegt das Inselhaus, eine Art Kinderheim für Kleinstkinder zu errichten. Mit sehr kleinen Gruppen, weil die Kleinen sonst überfordert sind, und in einer passenden Umgebung – auch für die Betreuer. Denn das sei extrem wichtig, dass sich das Personal wohlfühle und bleibe, damit für die Kinder Kontinuität gesichert sei. „Wir beschäftigen uns gerade mit der Frage: Wie können wir ein Umfeld schaffen, in dem die Kinder groß werden können?“, sagte Haider. „Wie kann man das, was wir uns unter Kinderheim vorstellen und Familie und Bindung unter einen Hut bringen?“, ergänzte Jeannette Schmidt. „Einen überschaubaren Raum, der geschützt und sicher ist?“ Das versuche man mit Pädagogik-Experten und Architekten herauszufinden. Im Moment denkt Inselhaus an ein Gebäude, in dem im Erdgeschoss zwei kleine Gruppen für Kleinstkinder wohnen und im Obergeschoss eine Gruppe für größere Kinder. „Wir wollen, dass die Kinder hier Wurzeln schlagen, das sie in Berg zur Schule gehen und ihre Ausbildung machen“, sagte Schmidt. Dabei ist keineswegs klar, dass die Jugendhilfe-Einrichtung das Projekt durchzieht. „Wir werden dieses hochanspruchsvolle Projekt nicht angehen, wenn wir merken, da zwickt’s und da passt es nicht“, betonte Haider.

Inselhaus war schon einmal mit einem Kinderheim auf Gut Biberkor. Ende 2015 hat es Biberkor nach fünf Jahren verlassen. Harald Kalinke (QUH) fragte nach den Gründen. „Da war lange Zeit Baustelle, es war ein altes Gebäude, das für die Wohngruppe hergerichtet worden war“, sagte Haider. „Und die Zusammenarbeit mit der Schule hat sich nicht so gestaltet, wie man das geplant hatte.“ Die Schule hatte die Inselhaus-Kinder entgegen der Absprachen nicht aufgenommen (wir berichteten). „Das alles spielt jetzt keine Rolle“, sagte Haider. Jetzt gehe es um ein fürs Inselhaus maßgeschneidertes Gebäude. „In ein altes Gebäude würden wir nicht ziehen“, machte sie klar. Das neue Haus will Inselhaus mieten.

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