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Es wird immer mehr: Anwohner Hubert Dietrich beobachtet am Gartenzaun, wie sehr der Verkehr auf der Kaiser-Wilhelm-Straße zugenommen hat.

Verkehr

Problemzone "Spiegelstraße"

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Starnberg - Die Anwohner der Kaiser-Wilhelm-Straße in Starnberg haben es satt. Sie beklagen eine deutliche Verkehrszunahme in den vergangenen Monaten. Doch es ist Land in Sicht.

Seit gut einem Jahr ist die nördliche Wittelsbacherstraße nur in eine Richtung befahrbar. Das soll auch so bleiben, denn im Verkehrsentwicklungsplan ist das so vorgesehen. Allerdings führte das in jüngster Zeit zu Problemen an anderer Stelle. „Die Absicht der Stadtverwaltung, nach Abschluss der Bauarbeiten am Georgenbach die Wittelsbacherstraße nur stadtauswärts befahren zu lassen, führt nur dazu, dass Verkehr in der Innenstadt verlagert wird“, kritisiert Stefan Frey die Bürgermeisterin. Der CSU-Ortsvorsitzende glaubt, dass vor allem die Kaiser-Wilhelm-Straße verstärkt benutzt wird. „Das ist für die Anwohner dort schlicht und einfach nicht zumutbar“, so Frey. 

Er scheint mit seiner Argumentation nicht falsch zu liegen. „Es ist eine deutliche Zunahme des Verkehrs zu beobachten, seit die Wittelsbacher nur noch eine Einbahnstraße ist. Und das ist mit den vielen Bussen, Müllfahrzeugen und Lkw häufig ein Problem, weil die nicht mehr aneinander vorbeikommen“, erklärt Helmut Heilmann, Inhaber der Fahrschule am See. Zum Chaos hinzu kommt, dass sich viele nicht an die Verkehrsregeln halten. Heilmann sei erst gestern Morgen wieder angehupt worden, weil er die Tempovorgabe eingehalten hatte. Weil so viele Rückspiegel abgefahren werden, sei die Strecke inzwischen nur noch als „Spiegelstraße“ bekannt. 

Als „Katastrophe“ bezeichnen auch die Anwohner Editha und Hubert Dietrich den Zustand an der Kaiser-Wilhelm-Straße. Seit Jahrzehnten würden es immer mehr Autos, aber seit die Wittelsbacherstraße nur noch Richtung Norden befahrbar ist, sei es noch schlimmer. „Wir müssen erst 30, 40 Autos warten, bis wir aus unserer Einfahrt herauskommen“, schimpfen die Dietrichs. Da müsse endlich etwas geschehen. 

Seval Hagemann bestätigt das. Auch die Inhaberin der Schneiderei an der „Spiegelstraße“ müsse manchmal minutenlang stehen, um überhaupt in die Kaiser-Wilhelm-Straße einbiegen zu können. Auch sie spricht von einer „Katastrophe“, die von Jahr zu Jahr schlimmer wird. „Und ich kann das beurteilen, weil wir seit fast 35 Jahren hier sind.“ Der Lärm, die Abgase und die teilweise aggressiven Autofahrer – „lustig ist das nicht mehr“, sagt sie. Die Mitarbeiter einer Steuerkanzlei oberhalb der Ludwigstraße poltern ebenfalls. „Jetzt, wo die Wittelsbacher zum See zu ist, fahren doch alle hier durch. Das ist manchmal lebensgefährlich und einfach eine Katastrophe.“

Eine Lösung des Problems könnte sein, dass auch die Kaiser-Wilhelm-Straße eine Einbahnregelung erhält, wodurch sich das Konzept eine „Reduzierung der Verkehrsbelastung“ verspricht. Die Anwohner könnten sich so etwas durchaus vorstellen, befürchten allerdings, dass durch die enge Allee in so einem Fall noch schneller gerast wird.

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