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Blick in die Von-der-Tann-Straße Richtung Berufsschule: Dieser Teil ist deutlich grüner als das Teilstück zur Hanfelder Straße. Der Stadtrat will eine Nachverdichtung ermöglichen, allerdings unter klaren Vorgaben.

Starnberg

Der Kampf um die Von-der-Tann-Straße

Der Stadtrat hat mit überwältigender Mehrheit einen Bebauungsplan für die Von-der-Tann-Straße aufgestellt. Damit will er baulichen Wildwuchs verhindern und eine maßvolle Nachverdichtung ermöglichen.

Starnberg – Die Begehrlichkeiten sind ganz unterschiedlich. In der Von-der-Tann-Straße 4 planen die Eigentümer ein anderthalbgeschossiges Einfamilienhaus gleich neben dem Bestandsgebäude, das sie erhalten möchten. Zwei Grundstücke weiter, in der Von-der-Tann-Straße 8, sieht der Bauantrag dagegen einen treppenförmigen, dreigeschossigen Flachdach-Komplex mit sechs Wohneinheiten anstelle des bestehenden Wohnhauses vor. Was also tun in der Von-der-Tann-Straße? Wie hoch, wie breit und wie groß darf dort künftig gebaut werden?

Der Stadtrat hat am Montagabend in einem Bebauungsplan die Eckpunkte für den nordwestlichen Teil der Straße (Richtung Max-Zimmermann-Straße) festgezurrt. Dazu zählen: Die maximale Wandhöhe beträgt 10,50 Meter, was drei Geschossen entspricht; im Falle eines Abbruchs bestehender Gebäude ist eine Baulinie von fünf Metern zur Straße einzuhalten; als Dachformen sind lediglich Sattel- und Walmdächer erlaubt; nutzbare Gartenflächen sollen nach Möglichkeit genauso erhalten bleiben wie der prägende Baumbestand der Straße.

Stadtbaumeister Stephan Weinl hält den Bebauungsplan für zwingend erforderlich, um den Charakter der Straße mit Einfamilienhäusern, Geschosswohnungsbau und viel Grün zu erhalten. Außerdem könne man nur so beiden Seiten – Bauwerbern wie Stadtplanern – gerecht werden: „Nachverdichtung ja, aber ohne Störung“, gab er als Zielrichtung aus. Ansonsten drohe ein „Wildwuchs“ an Baustilen und Dachformen.

Eine Ansicht, die fast alle Stadträte teilten. So hält beispielsweise Gerd Weger von der CSU eine Regulierung für dringend geboten. „Es kann nicht sein, dass wir nur für Bauwerber und Investoren planen“, mahnte er. „Wir wollen verhindern, dass Starnberg aussieht wie Castrop-Rauxel oder Gelsenkirchen-Nord“, sagte Dr. Klaus Huber von der WPS. „Ein Bebauungsplan ist unsere einzige Einflussmöglichkeit, ansonsten wird Starnberg bis auf den letzten Quadratmeter zugebaut“, betonte auch Dr. Franz Sengl von den Grünen. Genau diese Einflussmöglichkeiten müsse die Stadt nutzen, sagte schließlich CSU-Fraktionschef Ludwig Jägerhuber: „Ich möchte keinen zweiten Mühlberg.“

Einzig UWG-Fraktionschef Patrick Janik lehnte den Bebauungsplan am Ende ab. „Diese Regulierungswut kann nicht gesund sein“, erklärte er und warnte vor Eingriffen in das Eigentumsrecht. „Wir sind hier nicht die Geschmackspolizei.“

Der nach Südosten ausgerichtete Teil der Von-der-Tann-Straße ist bislang vom Bebauungsplan ausgenommen. Der Grund: Dort gebe es bislang noch keine Begehrlichkeiten für größere Neubauvorhaben wie auf der anderen Straßenseite, sagte Stadtbaumeister Weinl. Der Kampf um die Von-der-Tann-Straße dürfte irgendwann also noch in die Verlängerung gehen.

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