Große Aufmerksamkeit: Reinhard Lidls Vorstoß trifft auf großes Interesse. Der Gastraum im „Platzhirsch“ war zum ersten Info-Treffen voll besetzt. Foto: Singer

Es kann losgehen

Herrsching - Der Mensch soll nicht weiter vom Ammerseeufer verdrängt werden. Dieses Ziel hat sich die neue Bürgerinitiative „Rettet das Ostufer“ auf die Fahne geschrieben. Zum ersten Treffen kamen mehr als 60 Bürger.

Souverän und ohne jegliche Polemik trug Initiator Reinhard Lidl im voll besetzten Gastraum des „Platzhirsch“ in Breitbrunn die Ziele der neuen Bürgerinitiative (BI) vor. „Wir werden Ideen zur Verbesserung der Uferlandschaft im Sinne der hier lebenden Menschen entwickeln, Fachleute zu Rate ziehen und Anträge an die zuständigen Behörden weiterleiten.“ Für die Herrschinger Seepromenade regte er einen Ideenwettbewerb für Landschaftsplaner an. „Die kilometerlangen Uferbereiche sind aus unserer Sicht die schlimmsten Verunstaltungen des vor gut drei Jahrzehnten noch wunderbaren, natürlichen und kiesigen Prallufers.“

Weitere Einschränkungen wie Betretungsverbote würden bereits im neuen Gewässer-Entwicklungskonzept angekündigt. „Deshalb wollen wir beim Wasserwirtschaftsamt Weilheim den Antrag stellen, als eigenständiger Arbeitskreis akzeptiert und an dem Konzept beteiligt zu werden.“ Gleiches werde auch von allen für den See zuständigen Behörden gefordert.

Wie berichtet, wehrt sich die Initiative gegen weitere Bepflanzung des Seeufers durch Gebüsch und Bäume. „Neuanpflanzungen aller Art, wie sie kürzlich und in den letzten Jahren immer wieder stattgefunden haben, halten wir für absurd.“ Dabei handele es sich nicht um elitäre Ansprüche der Seeanwohner. „Unterstützung haben wir auf breiter Basis. Es geht uns auch um ein zu erhaltendes Erholungsgebiet für Gäste aus der Stadt und aus dem Umland“, versicherte Lidl. Volle Unterstützung signalisierte die Versammlung. Außerdem soll die Agenda Ammersee, die sich laut Sprecherin Karin von Spaun vor zwölf Jahren gegründet, jedoch bisher nichts erreicht habe, aktiv mitarbeiten. Spaun bot an, eine Fotoausstellung „Das Ufer gestern und heute“ im Kurparkschlösschen zu organisieren. Ein professioneller Internetauftritt soll zudem über die Ziele der BI informieren. Zum engeren Arbeitskreis gehören außer Lidl Johannes Puntsch, Günter Plecher, Gerhard Knülle und Professor Klaus Stadler. Beschlossen wurde, in den nächsten Monaten ein Konzept zu entwerfen und spätestens in vier Monaten zu einer konstituierenden Sitzung einzuladen. Dann soll die Initiative durch eine Vereinsgründung einen offiziellen Auftrag übernehmen. „Wir sind jetzt einsatzbereit“, ermunterte Lidl dazu, weitere Mitstreiter zu akquirieren. „Je breiter der Unterstützerkreis, desto eher erreichen wir auch etwas.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Biber als Landschaftsarchitekt im Ampermoos?
Spaziergängern bietet sich im Ampermoos ein Landschaftsbild, das manch einem Sorge bereitet: Biber haben zahlreich Bäume stark angenagt. Doch die Untere …
Der Biber als Landschaftsarchitekt im Ampermoos?
Sammelbecken Freie-Wähler-Liste
In Sachen Frauenquote sind die Freien Wähler aus Tutzing vorbildlich: 50 Prozent der Liste ist weiblich.
Sammelbecken Freie-Wähler-Liste
Rupert Steigenberger: Anführer einer jungen Liste
Die Mitglieder der Bürgergemeinschaft waren sich bei ihrer Aufstellungsversammlung einig: Einstimmig nominierten sie Rupert Steigenberger für das Bürgermeisteramt und …
Rupert Steigenberger: Anführer einer jungen Liste
Bürger mit vielen Wünschen: 596 Anregungen zur Ortsentwicklung in Seefeld
596 Beiträge gibt es zur Ortsentwicklung in Seefeld. Die gilt es aufzuarbeiten. Die Gemeinde kündigt eine große Veranstaltung zur Bürgerinformation an.
Bürger mit vielen Wünschen: 596 Anregungen zur Ortsentwicklung in Seefeld

Kommentare