Die Jagd auf Wildschweine am Wochenende in Machtlfing blieb erfolglos. Foto: SvJ

Kaum zu fassen

Machtlfing - In Mitteleuropa gibt es auch durch den verstärkten Anbau von Mais vermehrt Wildschweine. Sie werden zur Plage. Machtlfinger veranstalteten eine Treibjagd, aber so einfach sind die Tiere nicht zu fassen.

Wenn Wildschweine auf Nahrungssuche sind, dann verwüsten sie ganze Felder. „Die wühlen kreisrunde, große Löcher, die bis zu 30 Zentimeter tief sind, in unsere Felder“, schimpft Herrmann Albrecht jun., Landwirt aus Machtlfing. Mit der Hand müssen die Löcher dann wieder zugeschaufelt und alles muss frisch angesät werden. Ein zeitaufwändiges und teures Unterfangen für die Bauern.

Das Problem gibt es nicht nur im Landkreis. Die Wildschweine vermehren sich rasant. Eine Bestandsermittlung gibt es aber nicht. „Das ist nicht möglich bei Wechselwild“, erklärt Starnbergs Jagdberater Bruno Dietz. Dafür weiß Albrecht: „Eine Bache kann zweimal im Jahr etwa zehn Junge auf die Welt bringen.“ Und einen natürlichen Feind haben die Tiere hier nicht.

Albrecht, der auch im Vorstand der örtlichen Jagdgenossenschaft tätig ist, hat mit vielen Mitstreitern aus Machtlfing und Erling deshalb eine Treibjagd in den Wiesen und Wäldern von Andechs organisiert, „um mehr als nur ein oder zwei Tiere zu erlegen“, hoffte Albrecht im Vorfeld. 50 so genannte Treiber machten sichvormittags auf den Weg, um die Tiere aufzuschrecken. 16 Jäger hofften auf Beute.

„Doch der Erfolg war gleich Null“, berichtet Albrecht hinterher. „Wir haben in den Wäldern zwar gesehen, dass Wildschweine da sind, aber die hatten sich wohl verzogen“, sagt der Landwirt. Kein einziges Tier konnte geschossen werden. „Die halten sich dann im Dickicht auf, und da kommt man als Treiber schlecht hin“, erklärt Albrecht. Und Hunde hatten sie bei der Jagd auf das Borstenvieh nicht dabei.

Als Folge der intensiven Verfolgung durch den Menschen sind Wildschweine heute meist scheu und nachtaktiv. Männchen in der Paarungszeit (Höhepunkt im Dezember) und Weibchen mit Frischlingen können aggressiv werden, insbesondere wenn Menschen mit Hunden unterwegs sind. „Die Chance, Wildschweine zu erlegen, ist sehr gering“, weiß auch der Jagdberater aus Inning. „Die Tiere sind viel schlauer als wir alle denken.“ Eigentlich seien sie nur nachts zu erwischen. „Die Sauen sind sehr clever - ein Phänomen“, meint Dietz. Aber auch er ist der Meinung, dass die Bejagung verstärkt werden muss, nachdem in Breitbrunn zum Beispiel schon tagsüber Wildschweine gesichtet wurden. „Aber morgen können sie auch schon wieder woanders sein“, sagt Dietz. Denn Wildschweine gehören zum Wechselwild und kommen nicht immer wieder zurück, wie etwa der Fuchs, der dem Standwild zugeordnet ist.

Der Unteren Jagdbehörde im Landratsamt in Starnberg liegen deshalb auch nur die Zahlen der gelegten Wildschweine im Landkreis vor. Im Jagdjahr 2009/2010 (jeweils vom 1. April bis 31. März) wurden 174 erlegte Tiere gezählt. Schon jetzt, so Landratsamts-Sprecher Stefan Diebl, stehe aber fest, dass es bis Ende März dieses Jahres mehr als 250 sein werden. Allein im vergangenen Monat wurden 40 geschossen.

Die Machtlfinger lassen sich nicht kleinkriegen. „Das war jetzt einmal ein erster Versuch“, so der Albrecht. Im Herbst werden sie erneut auf die Jagd gehen - dann mit Hunden.

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