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Teurer Teppich: Auktionator muss keinen Schadenersatz zahlen

Augsburg/Gauting - Das Urteil ist gefallen: Im Streit um den kurzzeitig teuersten Teppich der Welt muss ein Augsburger Auktionator keinen Schadenersatz an die frühere Eigentümerin zahlen.

Das Oberlandesgericht (OLG) in Augsburg wies am Donnerstag die Berufung der Frau zurück, teilte ein OLG-Sprecher mit. Die ältere Dame aus Gauting (Kreis Starnberg) wollte für die Fehleinschätzung des Auktionators entschädigt werden.

Dieser hatte ihren Teppich vor einer Versteigerung im Jahr 2009 auf 900 Euro taxiert. Verkauft wurde das Stück in Augsburg für 19.700 Euro. Bei einer erneuten Versteigerung im Londoner Auktionshaus Christie's erzielte der Läufer dann umgerechnet die Rekordsumme von 7,2 Millionen Euro.

Der Wert des Teppichs ergab sich aus seinem Alter, der Herkunft aus der persischen Provinz Kerman und der besonderen Knüpftechnik. Vor allem aber die Tatsache, dass er sich einst im Besitz der Comtesse de Béhague (1870-1939) befunden haben soll, steigerte seinen Wert.

Nach Auffassung des OLG kann dem Beklagten keine Pflichtverletzung vorgeworfen werden. Der Teppich sei vor der Versteigerung ausreichend untersucht worden. Auch habe der Auktionator versucht, anhand von Fachbüchern die genaue Herkunft zuzuordnen und das Alter des Läufers zu bestimmen. Dies entspreche der Vorgehensweise, die von einem Auktionshaus zu erwarten sei, das nicht auf Teppiche spezialisiert, sondern in einer großen Bandbreite tätig sei.

Eine Revision vor dem Bundesgerichtshof wurde nicht zugelassen. Nach Angaben des OLG-Sprechers kann sich die Frau aber noch mit einer Nichtzulassungsbeschwerde gegen die Entscheidung wehren.

dpa

Lesen Sie dazu: Streit um den teuersten Teppich der Welt

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