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Hochkonzentriert durch die „Hölle“: Kira Weidle meisterte die sehr anspruchsvollen Schlüsselstellen der Kandahar mit Bravour und wurde beste Deutsche.
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Ski-Weltcup

Kira Weidle fährt in die erweiterte Weltspitze

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Starnberg - Kira Weidle hat ihr bislang bestes Weltcup-Ergebnis gefeiert. Am Sonntag fuhr die Ski-Rennläuferin vom SC Starnberg im Super G von Garmisch auf Rang 17 und war beste Deutsche.

Was für ein Wochenende für Kira Weidle: Am Samstag stürzte die Rennläuferin vom Skiclub Starnberg in der Weltcup-Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen kurz vor dem Ziel, am Sonntag dann strahlte sie bei blauem Himmel mit der Wintersonne um die Wette: Im Super G war die 20-Jährige auf der Kandahar auf Rang 17 gefahren – ihr bislang bestes Weltcupergebnis.

Als Kira Weidle die Ziellinie überquert und abgeschwungen hatte, wollte sie es erst gar nicht wahrhaben. „Als ich auf die Anzeigetafel geschaut und gesehen habe, dass ich auf Platz 17 bin, konnte ich es erst gar nicht glauben“, sagte die 20-jährige Starnbergerin. Doch es war Realität. Und keine der acht noch folgenden Starterinnen konnte sie noch von Rang 17 verdrängen. Die Rennläuferin vom SC Starnberg war mit der hohen Startnummer 50 erstmals in ihrer Karriere in einem Weltcuprennen in die Top 20 und damit in die erweiterte Weltspitze gefahren. Nach dem 27. Platz in der Abfahrt von Lake Louise (Kanada) Anfang Dezember konnte sich Weidle, die ihre erste Weltcupsaison bestreitet, zum zweiten Mal über Weltcuppunkte freuen. „Ich bin total happy, das ist so cool“, sagte sie im Zielraum, frenetisch umjubelt von rund 30 Fans sowie ihren Eltern, ihrem Bruder und ihren Großeltern, die aus Starnberg angereist waren.

Dabei war sie gar nicht so optimistisch in das Rennen gegangen, das Super-G-Seriensiegerin Lara Gut (Schweiz) überlegen vor Stephanie Venier (Österreich) und Tina Weirather (Liechtenstein) gewann. „Mit so einem Ergebnis hatte ich nicht gerechnet, gab Kira Weidle zu. Schließlich steckte ihr der Schreck vom Samstag noch in den Knochen. Da war sie in der Abfahrt kurz vor dem Tauberschuss gestürzt – fast genau an der Stelle, an der sie im vorigen Jahr im Super G ebenfalls ein Tor verpasst hatte. Glücklicherweise blieb sie unverletzt („Ich habe mir nur das Knie ans Kinn geschlagen, alles halb so wild“). Wäre sie durchgekommen, dann wäre sie laut den Zwischenzeiten wohl auch schon in der Abfahrt in die Top 30 gefahren.

Gute Karten für Weltmeisterschaft

Weidle war also vorgewarnt für das Rennen am Sonntag. Und sie sah auch, während sie oben im Startbereich stand und auf ihren Einsatz wartete, wie die bockige Kandahar eine Läuferin nach der anderen herrauskatapultierte. Nicht nur Deutschlands beste Skifahrerin, Viktoria Rebensburg, die sich tags zuvor noch als Dritte hatte feiern lassen, schied kurz vor dem Ziel auf Podiumskurs aus. Auch so prominente Rennläuferinnen wie Anna Veith (ehemals Fenninger) oder die Italienerin Sofia Goggia, die am Samstag Abfahrtsfünfte war, fielen der selektiven Strecke zum Opfer. Insgesamt erreichten von den 58 Starterinnen 23 nicht das Ziel. Und bis auf die 18-jährige Nachwuchsläuferin Katrin Hirtl-Stangaßinger (34.) war Weidle auch die einzige Deutsche, die das Rennen regulär beendete. Außer Rebensburg flogen Michaela Wenig, Patrizia Dorsch und Meike Pfister allesamt raus. „Ich hatte ja oben am Berg viel Zeit und konnte mir anschauen, wo die Schwierigkeiten auf der Strecke sind“, scherzte Weidle, als sie ihre Zitterstelle am Ende der FIS-Schneise gemeistert hatte. „Nachdem ich da letztes Jahr im Super G und gestern in der Abfahrt ausgefallen war, musste es diesmal ja klappen.“

Nach diesem Spitzenergebnis hat Weidle nun auch gute Karten, für die Weltmeisterschaften, die vom 6. bis 19. Februar in St. Moritz (Schweiz) ausgetragen werden, nominiert zu werden. Es wäre ein wunderschönes vorgezogenes Geschenk für die Starnbergerin, die am 24. Februar ihren 21. Geburtstag feiert. Zwar hat sie bislang nach einer „eher durchwachsenen Saison“ die offizielle Norm des Deutschen Skiverbandes (DSV) – entweder zweimal unter die besten 15 oder einmal unter die besten Acht zu kommen – nicht erfüllt, aber die DSV-Verantwortlichen liebäugeln offenbar damit, die Starnbergerin mit nach St. Moritz zu nehmen. „Es ist alles offen, es wäre auf jeden Fall der Wahnsinn“, sagte Weidle.

Zunächst aber gilt es für sie, das Spitzenresultat von Garmisch nächste Woche in Cortina d’Ampezzo zu bestätigen. Dort stehen am kommenden Wochenende wie in Garmisch eine Abfahrt und ein Super G auf dem Programm. Es sind die letzten beiden Rennen vor der WM. „Ich werde auf jeden Fall wieder Vollgas geben“, verspricht die Starnbergerin.

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