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Überraschende Auszeichnung: Basti Kircher (r.) ist der erste Herrschinger Handballer, dem Abteilungsleiter Uli Sigl zu 1000 Toren in der ersten Mannschaft gratulieren konnte.

Handball

Kirchers 1000. Tor für Herrsching

Herrsching - Das kommt auch nicht alle Tage vor: Sebastian Kircher hat für die erste Herrenhandballmannschaft des TSV Herrsching 1000 Tore erzielt.

Damit hatte Sebastian Kircher wirklich nicht gerechnet. Schon vor der Partie der Herrschinger Handballer am Sonntag gegen den TSV Simbach stand der Rückraumspieler im Fokus der Aufmerksamkeit. Abteilungsleiter Uli Sigl zeichnete den 30-Jährigen für 1000 Tore im Dienste der ersten Mannschaft des TSV aus. „Ich war total überrascht“, räumte der Geehrte ein. Nicht nur die Planung der kleinen Feierstunde war ihm komplett entgangenen. „Ich wusste gar nicht, dass es überhaupt jemanden gibt, der das mitzählt“, sagte er erstaunt.

Kircher ist so etwas wie die Wundertüte von der Nikolaushalle. Als erster Torschütze in der Geschichte des Landesligisten hat er die bis dato unüberwindbare Schallmauer durchbrochen und ist mit seinen Treffern in eine vierstellige Dimension vorgedrungen. Dazu benötigte er rund 260 Partien, was ungefähr einen Schnitt von vier Treffern pro Begegnung gleichkommt. Das Erfolgsgeheimnis des Serienschützen ist eher banal: „Wenn man selbst nicht weiß, wo man hinwirft, weiß es der gegnerische Torwart auch nicht.“

Kirchers Tore sind für seine Mannschaft Gold wert. Als er nach einem Foul gegen Würm-Mitte sechs Spiele aussetzen musste - was in der Herrschinger Sünderkartei auch einen einsamen Rekord darstellt -, verlor der Aufsteiger fünfmal in Folge. Bei seinem Comeback vor zwei Wochen gegen Blumenau war er nicht mehr zu bremsen. „Ich habe während meiner Sperre die Füße nicht hochgelegt“, stellt er klar. Er hat eisern trainiert und vor allem seine Probleme mit der Patellasehne so gut wie auskuriert. Bei seinem Einstand erzielte er gleich sieben Tore, gegen Simbach waren es dann schon acht.

„In der Landesliga reicht es nicht aus, wenn man als Spieler nur in der Offensive gut ist“, verweist Armin Herle auf weitere unverzichtbare Qualitäten des Allrounders. Für den Trainer war Kircher schon immer ein unverzichtbarer Baustein in der Abwehr, weil er in zentraler Position den gegnerischen Angriff wirkungsvoll stört. Nun hat er sich wieder einen Schritt weiterentwickelt und interpretiert seinen Part noch ein bisschen abgeklärter und bissiger als bisher.

Kircher selbst sind solche Meriten fast schon etwas peinlich. Neben einem gewaltigen Wurf verfügt er auch über ein bewundernswertes Maß an Selbstironie. „Gott sei Dank gibt es keine Statistik über meine Fehlwürfe“, scherzt er. Eine solche Bilanz wäre im Augenblick auch völlig deplaziert. Schließlich benötigt der Neuling einen selbstbewussten Schützen, wenn am Ende der Saison der Klassenerhalt gefeiert werden soll. „Das wird noch eine verdammt enge Kiste“, meint Kircher. Aber er wird alles dafür unternehmen, dieses Ziel zu erreichen, zumal auch die Familienehre davon abhängt. In spätestens vier Jahren möchte er mit seinem Neffen Pablo Manies gemeinsam in der ersten Mannschaft auflaufen. Bis es so weit ist, werden wohl noch weitere Rekorde fallen.

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