Hätte beinahe den Start verpasst: Leopold Benkert (4) gehörte am Sonntag zu den Stars am Johannishügel. Foto: svj

Die Kleinsten sind die Größten

Tutzing - Früh übt sich, wer ein Neureuther werden will. Nach zweijähriger Pause fand am Sonntag wieder ein Zwergerlrennen auf dem Tutzinger Johannishügel statt.

„Fünf - vier - drei - zwei - eins“, zählte Starter Tyll Gundermann. Der vierjährige Leopold Benkert schaute ihm so fasziniert zu, dass er völlig vergaß, abzufahren. Ein leichter Schubs, und los ging’s, um die roten und blauen Tore herum, angefeuert von rund 250 begeisterten Zuschauern, die die gesamte Piste säumten. Viele Eltern, Großeltern, Freunde und Bekannte waren gekommen. Mit dem ersten Tutzinger Zwergerlrennen seit drei Jahren, einem der wenigen Skiwettkämpfe für den Nachwuchs im Landkreis Starnberg, hatte die Skiabteilung des TSV Tutzing ins Schwarze getroffen: Es war ein Event für Generationen.

30 Kinder machten mit, manche in Maskerade, schließlich war Faschingssonntag. Oben war ein knallrotes Startzelt aufgebaut worden, mit der Aufschrift „Snow Kids“, Comicfiguren und dem Werbeslogan eines Autoproduzenten, von dessen Sponsoring auch ein wenig für den TSV Tutzing abfällt: „Vorsprung durch Technik“. Tatsächlich: Über den ganzen Hang waren Kabel verlegt worden, gemessen wurde per elektronischer Zeitnahme.

Aber bei aller Perfektion blieb auch viel Platz für kindgerechte Attribute. „Gummibärchen gibt’s nur für die Teilnehmer, nicht für die Eltern“, rief Tyll Gundermann in die Runde. Dann wies er die kleinen Rennläufer, bevor er sie auf die Strecke schickte, nebenbei auch in die Grundlagen ein: „Immer abwechselnd, einmal ums blaue und einmal ums rote Tor herum.“

Die jüngste Teilnehmerin war die dreijährige Alexandra Häring. Sie war schon ein paar Mal mit ihrem Opa Rudi Klein zum Skifahren in Beuerberg, aber nicht unbedingt zum Üben aufgelegt gewesen. Diesmal wartete Mama Corinna Häring, selbst auf Skiern, zwei, drei Meter vor dem Startzelt auf ihre Tochter und fuhr dicht vor ihr her. Manchmal waren sich die Zuschauer nicht ganz sicher, ob die Erwachsenen ihre Schützlinge nicht eher bremsten. „Bitte nicht vor dem Kind durchs Ziel fahren“, mahnte Moderator Thomas Thallmair Mamas und Papas. Einige der Vier- bis Sechsjährigen legten sich aber ganz allein mächtig ins Zeug - mal die Stöcke unter den Arm geklemmt wie Vincent Reif, viele einfach ohne Stöcke wie Maya Neumann.

Nicht immer reichte die Konzentration bis zum Schluss. Kurz vor dem Ziel dachten einige offenbar, die Sache sei gelaufen. „Ohne Pflug durchs Ziel fahren!“, rief ihnen Thallmair zu. Oben am Start schärfte Gundermann den nächsten ein: „Laufen lassen - erst nach dem Ziel bremsen!“ Andere wussten das längst, und noch viel mehr.

Viele Zuschauer staunten, wie die Tagesbesten Lenni Wallenborn, Luis Urlinger, Maximilian Benkert und Carina Richter rasant die zwei Durchgänge bewältigten. Kein Wunder: Einige sind bereits regelmäßig bei Trainingsfahrten der Skiabteilung dabei.

Viel Erfahrungsaustausch gab’s am Rande der Siegerehrung. Andreas Hollwich, stellvertretender TSV-Vorsitzender, begleitete sie lautstark mit einer Fanfare, die vom VW-Käfer seines Opas stammte. Für alle Teilnehmer gab’s Pokale, Urkunden und gespendete Sachpreise. Nur so geht es, wie Gundermann bekräftigte: „Wir leben von der sozialen Einstellung der Leute.“

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