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Mütter, Belegärzte und Hebammen in der Geburtenstation der Kreisklinik in Wolfratshausen, deren Zukunft bedroht ist. Deswegen wird jetzt im benachbarten Landkreis über eine Kooperation mit Starnberg diskutiert.

Klinikum Starnberg

Bald Außenstelle in Wolfratshausen?

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Die Geburtenstation des Klinikums Starnberg gehört bundesweit zu den Top-Adressen für Ärzte und Patienten. Das weckt derzeit Begehrlichkeiten im Nachbarlandkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

Starnberg – In Bad Tölz geht es heute um alles: Die Tölzer Geburtshilfestation an der Asklepios-Stadtklinik wird zum 1. April geschlossen – zumindest vorübergehend. Als Belegabteilung ist sie mit rund 550 Geburten pro Jahr einfach nicht mehr zu führen.

Dazu kommt das im vergangenen Jahr beschlossene Antikorruptionsgesetz, das eine Unterstützung der Belegärzte bei den horrenden Haftpflichtversicherungsbeiträgen unmöglich macht. Die Umwandlung in eine eigene Hauptabteilung scheiterte laut Asklepios daran, dass es nicht gelang, genug Fachpersonal zu akquirieren. Der neue Plan war dann, die Gründung einer gemeinsamen Hauptabteilung mit einer der benachbarten Kliniken, die eine umfangreiche Perinatal-Versorgung anbieten. Hier gab es Gespräche mit Agatharied und Garmisch-Partenkirchen. Diese Lösung ist allerdings teuer.

400 000 Euro des Defizits würde Asklepios tragen, 1,8 Millionen Euro müsste der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen jedes Jahr zuschießen. Ob er das will, entscheidet sich heute in der Kreistagssitzung in Tölz. Die Bereitschaft ist allerdings gering. In den Fokus rückt damit die Wolfratshauser Kreisklinik. Auch dort gibt es bislang nur eine Belegabteilung, die sich um die rund 250 Geburten pro Jahr kümmert. Denkbar wäre eine Stärkung dieses Standorts dadurch, dass mit Starnberg ein starker Partner ins Boot geholt würde.

Ideal wäre nach Ansicht der dortigen Kreisräte, wenn es dazu noch einen „Außenposten“ in Tölz geben würde. Auch hier wäre der Landkreis finanziell gefragt. Allerdings tun sich viele mit dem Zuschuss für ein kommunales Unternehmen sehr viel leichter als mit der Unterstützung eines Konzerns wie Asklepios.

Doch was meint das Klinikum Starnberg zu diesem Thema? Im vergangenen Jahr erblickten hier über 2700 Kinder das Licht der Welt. Nur 866 Mütter kamen dabei aus dem Landkreis Starnberg, der Rest aus München, Fürstenfeldbruck und rund 300 aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen.

„Da wir – genau wie die Kreisklinik in Wolfratshausen – in kommunaler Trägerschaft des Landkreises sind, halten wir natürlich ständig einen losen Kontakt“, so der Geschäftsführer des Klinikums Starnberg, Dr. Thomas Weiler auf Anfrage des Starnberger Merkur. Er bestätigte, dabei sei auch schon das Thema Kooperation zwischen der Geburtsklinik Starnberg und der Geburtenstation in Wolfratshausen Thema gewesen. „Wir werden alles tun, um die Kreisklinik zu unterstützen“, versprach er. Allerdings gebe es noch keine konkreten Anfragen aus Bad Tölz-Wolfratshausen. Deswegen sei auch noch nicht über einen möglichen Zuschussbedarf und die generelle Finanzierung gesprochen worden. Er könne sich aber vorstellen, dass die Zahl der Geburten in Wolfratshausen spürbar ansteigen würde, wenn die Geburtshilfe in Bad Tölz geschlossen werde. Ob gleich eine Außenstelle der Geburtsklinik Starnberg in Wolfratshausen eingerichtet würde, stehe noch in den Sternen. „Zunächst würden wir sicher das Gespräch mit den Belegärzten und -hebammen vor Ort führen, um herauszufinden, wie viel sie selbst leisten können und wollen“, so Weiler. In den Zeiten, in denen die Belegkräfte in Wolfratshausen die Versorgung nicht stemmen könnten, wäre es möglich, von Starnberg aus binnen 15 Minuten Ärzte und Personal in die Nachbarstadt zu schicken, um die Versorgung rund um die Uhr abzusichern.

„Wir drängen uns allerdings nicht auf“, stellte Weiler klar. Für ihn sei allerdings auch klar, dass „heute eine Geburtshilfe nur in Zusammenarbeit mit einem starken Partner funktionieren kann, der auch ein Perinatalzentrum (Intensivstation für Neugeborene) vorhält.“ Im konkreten Fall wären das die Starnberger und die Geburtsklinik in Garmisch/Partenkirchen, die beide über entsprechende Abteilungen verfügen.

Das Klinik Starnberg hat ein erhebliches Interesse an einer belastbaren Lösung im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Ursprünglich wurde die Geburtenklinik in Starnberg für rund 2000 Geburten im Jahr ausgelegt. Heute sind es über 2700.

Wird Tölz dicht gemacht und käme nur ein Drittel der Mütter, die derzeit dort entbinden, nach Starnberg, dann wären das immer noch knapp 300. „Wir haben zu Spitzenzeiten schon jetzt 17 bis 19 Geburten pro Tag“, erklärt Weiler. Wenn so viele zusätzlich dazukämen „würden wir ein Qualitätsproblem bekommen“. Eine gemeinsame Lösung zumindest mit Wolfratshausen erscheint dadurch sehr wahrscheinlich.

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