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Er zeigt, wo’s langgehen soll: Bürgermeisterkandidat Patrick Janik mit seinen Unterstützern Tim Weidner (SPD), Axel Wahmke (BLS), Dr. Charlotte Meyer-Bülow (CSU) und Ferdinand Pfaffinger (UWG) sowie dem Moderator der Auftaktveranstaltung, Thomas Beigel (v.l.).

Scharfe  Angriffe auf Bürgermeisterin Eva John

Kommunalwahl 2020: CSU, SPD, UWG und Bürgerliste läuten Wahlkampf ein

CSU, SPD, UWG und Bürgerliste haben am Samstagabend mit scharfen Angriffen auf die Amtsführung von Bürgermeisterin Eva John den Kommunalwahlkampf in Starnberg eingeläutet. Patrick Janik stellte Eckpunkte seines Programms vor – und seiner Strategie, Starnberg zu befrieden.

Starnberg – Mit der Terminplanung im Wahlkampf ist das so eine Sache. Man weiß nie, was sonst noch ist – so wie am Samstagabend, als CSU, SPD, UWG und Bürgerliste (BLS) offiziell mit der Wahlwerbung für ihren gemeinsamen und doch unabhängigen Bürgermeisterkandidaten Patrick Janik begannen. Zeitgleich lief das für Bayern-Fans wichtige Spiel gegen den BVB. Janik gab zu Beginn seiner Programm-Rede vorsorglich den Zwischenstand (2:0) bekannt. Am Ende der Rede stand es 4:0. Ein solches Ergebnis wünschen sich die vier Gruppierung bei der Kommunalwahl im März 2020 auch – 4:0 für sie und damit Janik im Rathaus.

Dr. Charlotte Meyer-Bülow für die CSU, Axel Wahmke für die BLS, Ferdinand Pfaffinger für die UWG und Tim Weidner für die SPD machten deutlich, wie ungewöhnlich und daher herausragend die Kooperation der vier Gruppierungen ist. Inhaltlich sind sie teilweise weit auseinander, etwa bei Tunnel und Umfahrung (Wahmke: „Wir haben die Umfahrung erfunden und sind keine Tunnelfans“). Was sie eint, ist der Wille, Bürgermeisterin Eva John (BMS) abzulösen.

Vor allem der zumeist bedächtige Tim Weidner sparte nicht mit scharfen Worten: Als Stadtrat fühle man sich von John getäuscht, nicht oder falsch informiert, übergangen und nicht respektiert. Letzteres auch, weil die Bürgermeisterin oft ins Wort falle. Die Zustände schadeten Starnberg massiv und verprellten Behörden, Wirtschaft und Nachbarn. Man solle, sagte Weidner, beachten, dass John wegen Pflichtverletzungen angeklagt und vom Verwaltungsgericht verurteilt worden sei. Als „besonders niederträchtig“ empfindet er Aussagen, die Stadtratsmehr sei an der Misere schuld. Die Ratsmehrheit sei aber nicht angeklagt und verurteilt worden. Starnberg brauche einen Neuanfang.

Wahlkampf für Kommunalwahl 2020: Altbürgermeister greift Eva John an

Pfaffinger listete auf, was es mit Patrick Janik nicht geben werde: Der Stadtrat wäre nicht mehr der Gegner, Janik werde den Rat nicht belügen und keinen Verwaltungsumbau nach dem Motto „Kompetenz stört nur“ betreiben. Dass Eva John seiner Ansicht nach viele kompetente und loyale Mitarbeiter aus dem Rathaus geekelt habe, störe ihn am meisten, sagte der Altbürgermeister. Meyer-Bülow hob hervor, Janik sei kompromissfähig, verlässlich und „hört auch zu“. Die CSU hatte lange überlegt, bevor sie Janik unterstützte.

Janik selbst gab einen Einblick in seine Ziele für die Kommunalwahl 2020 und bekam dafür von den mehr als 120 Zuhörern viel Beifall. Er wolle aus der Innenstadt „ein gemeinsames Wohnzimmer“ nach Vorbild der Maximilianstraße machen, auch zugunsten des Einzelhandels. Die A 952 will er abstufen, um mehr Aus- und Auffahrten zu erreichen und so Percha zu entlasten. Den Radverkehr müsse man fördern, auch durch Mitnahmemöglichkeiten in Bussen wegen der „topografischen Widrigkeiten“ in der Stadt. Die Busse sollen im Zehn-Minuten-Takt fahren, weil die meisten dann keinen Fahrplan mehr bräuchten. Den Bahnhof Nord will Janik durch mehr Parkplätze zur Pendlerdrehscheibe machen, am Bahnhof See fehle es an „elementaren Dingen“, jedoch erreiche man durch einen langen Rechtsstreit mit der Bahn nichts. Den „Bayerischen Hof“ will Janik privatisieren per Erbbaurecht. Wohnraum müsse geschaffen werden, nicht nur Am Wiesengrund. Da ärgert er sich, dass der Geschosswohnungsbau nicht vorankomme. Janik steht hinter dem Gewerbegebiet Schorn – schon allein aus Einnahmegründen.

Der unabhängige Kandidat, der auf keiner Stadtratsliste steht, ist überzeugt, durch die Art der Amtsführung etwas bewirken zu können, um den „Verlust der politischen Kultur“ zu bekämpfen. Vertrauen, Fairness, Transparenz seien Schlüssel dafür. Ein Wahlerfolg, sagte er, sei keine Verpflichtung, kein Freibrief: „Gemeinsam schaffen wir den Wechsel.“

Alle News und Infos zur Kommunalwahl 2020 im Landkreis Starnberg finden Sie immer aktuell auf unserer großen Themenseite.

VON MICHAEL STÜRZER

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