Die Planung: So sollte der Anbau des Landratsamtes nach den ersten Entwürfen aussehen.

Starnberger Landratsamt

Amtsanbau: Sparen unmöglich?

Starnberg - Wird der Landkreis wirklich 14,6 Millionen Euro für den Anbau ans Landratsamt hinblättern müssen? Der Kreistag sucht Einsparmöglichkeiten, die es nach Ansicht der Architekten nicht gibt.

21 Monate und 8,1 Millionen Euro: Wie die Kosten für den geplanten Anbau ans Starnberger Landratsamt in kurzer Zeit derart in die Höhe schnellen konnten, ist vielen Kreisräten unbegreiflich. Statt 6,5 Millionen Euro soll das Projekt nun 14,6 Millionen Euro kosten (wir berichteten). „Das war vorher nicht abzusehen“, erklärt Stephan Suxdorf, Geschäftsführer des Architekturbüros Auer und Weber.

Die erste Schätzung ergab die „ominöse Zahl“ (Landrat Karl Roth) von 6,5 Millionen Euro. Dabei habe man „Erfahrungswerte vom damaligen Bau hochgerechnet“. Bei der zweiten Schätzung kamen weitere Fachplaner hinzu. Mehr Nutzfläche, teilweiser Rückbau des bestehenden Gebäudes, ein neuer Aufzug – Mehrkosten wurden absehbar. „Es sind viele Details, die sich summieren“, sagt Suxdorf. Dass die erste Kalkulation ohne bestimmte Fachplaner erstellt werde, sei aber „durchaus üblich“.

Nun steht der Bauherr vor einer verzwickten Situation. Zwischen dem Bauausschuss und dem Architekturbüro soll es Gespräche geben, weitere Einsparungen sollen gesucht werden. Doch günstiger wird der Anbau in dieser Form nicht mehr, wie Suxdorf erklärt. Es seien bereits „unterschiedliche Einsparoptionen“ in der Kalkulation enthalten, sodass gar auf 14,6 Millionen Euro reduziert wurde. „Da ist eigentlich alles gemacht“, sagt Suxdorf.

Durch das Urheberrecht muss der Anbau mit bestimmten Auflagen dem bestehenden Gebäude gleichen. „Man könnte ein Gebäude woanders in anderer Bauweise kompakter und wirtschaftlicher bauen“, so Suxdorf. Etwa drei- oder viergeschossig statt wie geplant mit zwei Stockwerken. Statt eines Anbaus ein Neubau in einigen Metern Entfernung? „Das wäre zumindest strittig.“ Um nicht als Gesamtkonstrukt zu zählen, müsste der Neubau auf einem anderen Grundstück sein. Doch auch dann glaubt Suxdorf, dass man von den Kosten „nicht massiv herunterkommen“ würde. Ohnehin wurde die Option, Teile des Landratsamts auszugliedern, von Landrat Roth kritisch beäugt: „Im Gewerbegebiet atmen die Mitarbeiter nicht die Luft des Hauses.“

Die Voraussetzungen der anstehenden Beratungen sind äußerst schwierig. Das Architekturbüro verneint bereits weitere Einsparpotenziale, andere Bauorte erhielten bislang wenig Zustimmung und Landrat Roth befürwortet den bisherigen Entwurf deutlich: „Die Besucher sind stolz auf ihr Landratsamt, die Leute arbeiten gerne darin. Wir wollen diese Klasse nicht verlassen.“ Bei aller Kritik könnten die Kreisräte demnach schon bald wieder vor der gleichen Entscheidung stehen, wie bei der Sitzung am vergangenen Donnerstag: Soll der Anbau um jeden Preis erfolgen?

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