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Etwas baggern für neues Leben in der Würm

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Vielleicht der neue Geburtsort für viele Bachforellen: Fischerei-Vereinschef Horst Prießnitz (l.) und Flussmeister Georg Rest begleiten die Auflockerung des Flussbodens an der Würm.  Foto: svj
Vielleicht der neue Geburtsort für viele Bachforellen: Fischerei-Vereinschef Horst Prießnitz (l.) und Flussmeister Georg Rest begleiten die Auflockerung des Flussbodens an der Würm. Foto: svj

Starnberg - Ein bisschen baggern in der Würm - und vielleicht will die Bachforelle dann wieder dort laichen. Ob das Konzept des Kreis-Fischerei-Vereins aufgegangen ist, wird sich im Frühling zeigen.

Es sind Arbeiten an nur ein paar hundert Meter Flusslauf, die der Würm viel mehr Leben bringen könnten. Leben im Wortsinn: Denn derzeit gibt es in dem Fluss hauptsächlich Bachforellen, die woanders geboren und dort ausgesetzt wurden. Die Initiative des Kreis-Fischerei-Vereins Starnberg zielt auf Laichplätze für die Bachforelle ab - damit der Fisch wieder Platz für die Fortpflanzung vor Ort findet.

Derzeit ist nach Auskunft von Fischerei-Vereinschef Horst Prießnitz der Boden der Würm keineswegs als Kinderstube für die Bachforelle geeignet. „Die Würm ist vollkommen sedimentiert und verbacken“, sagt er. Die Bachforelle brauche dagegen lockeren Kies, um ihre Eier ablegen zu können. Deshalb lockert ein Bagger im Auftrag des Wasserwirtschaftsamtes den Boden rund um die Pionierbrücke auf. „Das ist ideales Gelände dort“, sagt Prießnitz. Noch sei es braun vor lauter Algenbewuchs. „Nachher ist der Untergrund so hell und klar wie Isarkies.“ Wenn man die oberen drei Zentimeter des Flussbettes auflockere, reiche es, meint der Fischerei-Fachberater der Regierung von Oberbayern, Dr. Bernhard Gum. Dann wollten Fische wie Bachforelle oder Barbe dort auch wieder laichen.

Für die Anwohner weiter unten am Flusslauf machen sich die Arbeiten im Mühltal durchaus bemerkbar: Das Wasser ist trüb. „Das ist wie nach einem starken Hochwasser, die Feinteile schwemmen ab“, sagt Gum.

Nebeneffekt der Maßnahme, die das Wasserwirtschaftsamt rund 2500 Euro kostet: Die Würm wird fitgemacht für die EU-Wasserrahmen-Richtlinie. „Die Richtlinie verlangt, dass Gewässer in gutem ökologischen Zustand sind“, erklärt Gum. „Oft hapert es an der Bewertung des Fischbestands.“

Ob die Bachforelle die neue Kinderstube annimmt, wird sich erst im kommenden Frühjahr zeigen. Falls die Maßnahme Erfolg zeitigt, denkt der Kreis-Fischerei-Verein an ein weiteres ambitioniertes Projekt: die Rückkehr der Äsche in die Würm. „Äschen gibt es seit Jahrzehnten nicht mehr dort“, weiß Experte Gum. Tatsächlich gebe es im Verein Überlegungen, die Wiederansiedlung der Äsche zu fördern, bestätigt Prießnitz. Es gebe Förderprogramme vom Bayerischen Fischereiinstitut. „Aber ich will nicht handeln ohne ein Gutachen der Fischereiberatung“, unterstreicht er. „Wenn es funktionieren könnte, dann machen wir es.“ Erst einmal aber sollte die Bachforelle wieder auftauchen.

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