S-Bahn-Chaos: Ausfälle auf der Stammstrecke

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Stallgespräch: Ludwig Schüssel, Martin Schwojer mit Sohn Franz-Georg, Kreisbäuerin Anita Painhofer, Kreisobmann Georg Zankl und Ingrid Schwojer (v.l.).

Stallgespräch des Bauernverbands

Bäuerliche Tradition blutet aus

Gilching - „Was machen wir verkehrt?“, überlegt Kreisbäuerin Anita Painhofer. Trotz vieler Appelle an die Verbraucher, bei Lebensmitteln mehr auf Qualität statt auf Quantität zu setzen, bleibt für den Landwirt unterm Strich nichts übrig.

Auf der Grünen Woche in Berlin, die heuer vom 15. bis 24. Januar zum Besuch einlädt, dreht sich alles um Lebensmittel und um landwirtschaftliche Betriebe rund um die Welt. „Uns bringt es nicht viel“, sagt Georg Holzer, Landwirt aus Diemendorf, bei einem Stallgespräch des Bauernverbandes auf dem Hof von Martin Schwojer in Gilching.  Bei 28 Hallen sei Bayern mit nur zwei Hallen vertreten. Der Rest komme aus allen Erdteilen. Für die bayerischen Landwirte sei das Zentrale Landwirtschaftsfest auf der Theresienwiese der Ort, wo man sich alle vier Jahre präsentieren könne. Heuer ist es wieder soweit. Termin ist während der ersten Wiesnwoche vom 17. bis 25. September.

„Grundsätzlich geht es uns darum, aufzuzeigen, dass wir in Bayern keine Massenbetriebe haben, sondern der Familienbetrieb noch Tradition hat“, sagte Kreisobmann Georg Zankl. Als typisches Beispiel gelte der Hof von Martin Schwojer. Er und seine Mutter Ingrid Schwojer versorgen 50 Milchkühe, 14 Kälber, zehn so genannte Fresser (größere Kälber) und 45 Hektar Acker- und Grünland.

„Unser Tag beginnt spätestens um sechs Uhr mit dem ersten Melken und endet irgendwann am späten Abend“, erzählt Martin Schwojer. Und anders als bei Massenbetrieben pflege man eine „familiäre Beziehung“ zu den Tieren. „Bei uns hat jede Kuh einen Namen. Und wenn eine krank wird, dann wird sie nicht gleich notgeschlachtet, sondern gesund gepflegt. Unsere Babsi zum Beispiel hat gekalbt und ist seit zehn Tagen krank. Seither kommt der Tierarzt und wir hoffen, dass sie bald wieder gesund wird.“

Rechnet man die Arztkosten gegen den Milchertrag, der bei 8000 Liter pro Tier im Jahr liegt, kann man nicht mehr von Wirtschaftlichkeit sprechen, betont Schwojer. „Es geht uns aber ums Tier.“ Dass sich noch viel am Milchpreis ändern wird, glaubt Schwojer nicht. Vielmehr spielt er mit dem Gedanken, „wenn es gar nicht mehr umgeht, dann bleibt als Alternative nur, die Gebäude als Lagerhallen zu vermieten. Dies wäre zwar schade, aber weit rentabler, als die Landwirtschaft“.

Ludwig Schüßler, Milchviehhalter aus Inning, bringt es auf den Punkt: „Der Milchpreis ist am Boden. Wir leben nur noch von der Substanz und davon, dass viele unserer Familienmitglieder unentgeltlich mitarbeiten."

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