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35 Jahre alte Brunnangerhalle kaum noch zu retten?

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Baustelle
Die Brunnangerhalle in Starnberg ist ein gravierender Sanierungsfall. © Carsten Hoefer/dpa

Starnberg - Auf die Stadt kommt ein weiterer Sanierungsfall zu: Die vor 35 Jahren errichtete Brunnangerhalle befindet sich gemäß Sachstandsbericht im Bauausschuss in derart bedenklichem Zustand, dass aus wirtschaftlichen Gründen nicht mal ein Abriss ausgeschlossen wird – eine Sanierung kämme womöglich noch teurer.

Christina Frei vom städtischen Hochbauamt hatte in ihrem Bericht durchblicken lassen, dass die Abriss-Option intern bereits diskutiert wurde: „Die Brunnangerhalle weist eine Vielzahl zum Teil erheblicher baulicher Mängel auf, so Frei. Stark durch Streusalz geschädigt seien beispielsweise Bodenplatte, Wände und Stützen – die Bodenplatte sei nicht mal mehr tragfähig, hatte ein Statiker errechnet. Risse und Wassereintritte an der Rampe zur Tiefgarage könnten das Gebäude noch weiter schädigen, so dass die 62 Garagenstellplätze dort „in absehbarer Zeit geräumt werden müssten“. Eindringendes Wasser hatte es auch bei der übrigen Gebäudehülle immer wieder gegeben. Vor allem über das offenbar undichte Hauptdach tropft es bei Stark-regen bis hinunter zum Hallenboden – mit schädigenden Auswirkungen für die erst 2020 installierte neue Beleuchtung. Was eine über-
fällige Sanierung betrifft, hatte eine Fassadenbaufirma bereits 2021 bemängelt, dass die hierfür zwingend erforderlichen Dachzustiege sowie die Sicherungssysteme des Daches unzureichend seien: Sanierung somit „kaum durchführbar“, zumal man eine komplett neue Dachentwässerung einbauen müsste – die Rinnen sind falsch dimensioniert, die Rinnenbeheizung funktioniert nicht. Die Folgen: Probleme mit Feuchtigkeit fast im gesamten Gebäude.

Der nicht vollständige erfüllte Brandschutz bereitet wegen der komplexen (und einst sogar preisgekrönten) Architektur weiteres Kopfzerbrechen und verlange „viele Sonderlösungen“, so das Hochbauamt: Die spezielle Gebäudegeometrie mache ein Nach-rüsten am schwer zugänglichen Dachspitz nahezu unmöglich. Aufzugsschacht und Heizungsanlage, Lüftungs- und Elektroanlagen sind nach 33 Jahren ebenfalls sanierungsbedürftig, die asbest-haltigen Brandschutzklappen müssten wohl gänzlich ausgetauscht werden. Wegen der Besonderheiten des Baus sei eine energetische Sanierung indes „praktisch nicht durchführbar“, so das ernüchternde Fazit der Stadtverwaltung.

Der Bauausschuss beauftragte diese dennoch einstimmig mit der Ausarbeitung eines Sanierungskonzepts, wobei ein externer Planer eine Gesamtbewertung der Situation abgeben soll: Die hierbei ermittelten Kosten einer Sanierung sollen dann jenen für einen eventuellen Abriss samt Neubau gegenübergestellt werden. Die eilbedürftige Tiefgarage könnten unabhängig davon noch heuer saniert werden, so die Hoffnung – Stellplätze sind in Starnberg ein kostbares Gut.

Thomas Lochte

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