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Der Bahnhof in Weßling soll für Radfahrer attraktiver werden

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Überfüllte Fahrradständer rund um den Bahnhof sollen demnächst der Vergangenheit angehören.
Überfüllte Fahrradständer rund um den Bahnhof sollen demnächst der Vergangenheit angehören. © Michèle Kirner

Weßling – An Werktagen sind die Abstellplätze für Fahrräder am Weßlinger Bahnhof knapp. In den vergangenen Jahren beschäftigte sich der ehemalige Arbeitskreis „mobil & lebenswert“ mit der Neuordnung und Erweiterung der Fahrradständer. Jetzt gibt es ein Konzept, dem der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig zustimmte und das baldmöglichst auf den Weg gebracht werden soll.

Als fahrradfreundliche Kommune und vorläufiges Mitglied der AGFK Bayern hat sich Weßling und allen voran Bürgermeister Michael Sturm dem Rad verschrieben. Bei der AGFK Bayern handelt es sich um ein Netzwerk bayerischer Kommunen, das sich für den Ausbau von Radwegen, für mehr Sicherheit im Radverkehr und umweltfreundliche Nahmobilität vor Ort einsetzt (wir berichteten). Grund genug, um das Thema Abstellplätze für Räder beim Bahnhof voranzutreiben, das der ehemalige Arbeitskreis „mobil & lebenswert“ auf den Weg gebracht hat.

„Ein längst überfälliges Projekt“

Rund um den Mobilitätsreferenten und Gemeinderat Gerhard Hippmann (Grüne) entstand ein Konzept für 290 Parkmöglichkeiten in vier unterschiedlichen Blöcken. Ein längst überfälliges Projekt, betonte Hippmann gegenüber unserer Zeitung. Er wies darauf hin, dass „Weßling die einzige S-Bahn-Station der südwestlichen S8 ohne sanierte Fahrradabstellanlagen ist“.

So viele Menschen wie möglich sollen mit dem Rad fahren

Erklärtes Ziel ist es, so viele Menschen wie möglich aufs Rad zu bringen. Und sei es nur für die Fahrt zur S-Bahn. Als Grundlage des Konzepts diente ein von der MVV erstelltes Bedarfsgutachten aus dem Jahr 2013, das den Bedarf mit 240 Stellplätze festlegte und die Qualität der 184 vorhandenen Abstellplätze am Bahnhof bemängelte. „Die Abstände sind zu eng und die Räder sollten auch am Rahmen angekettet werden können“, erläuterte Sturm.

270 moderne und beleuchtete Parkplätze für Fahrräder sollen geschaffen werden

An die 270 moderne, beleuchtete Parkplätze für die Drahtesel sollten am Bahnhof entstehen, so die Empfehlung. Ab dann wurde eruiert und geplant, während der behindertengerechte Ausbau von der Bahn wiederholt verschoben wurde. Und daran hängt die Umsetzung der Anlage auf der gegenüberliegenden, nördlichen Seite des Bahnhofs. „Diese kann erst entstehen, wenn das Wendegleis fertiggestellt ist“, berichtete Sturm.

Eine neue Anlage ist zwischen Parkplatz und Rampe zum Bahnsteig vorgesehen

Das gilt nicht für die drei Blöcke, die der Gemeinderat einstimmig in Auftrag gab. Die bestehende Abstellanlage für Fahrräder am Bahnhof bleibt. Allerdings müssen die Dachrinnen saniert und die Fahrradständer mit einer modernen Variante ersetzt und das Ganze langfristig um acht Stellplätze erweitert werden. 23 weitere Abstellplätze sind bei der Radreparaturstation zwischen Gleis und Bahnhofsgebäude geplant. „Sollte die Fläche für eine Nutzung mit dem Bahnhof benötigt werden, kann sie einfach wieder abgebaut werden“, verdeutlichte Sturm.

Eine neue Anlage ist im Westen zwischen Parkplatz und Rampe zum Bahnsteig vorgesehen. Die geschätzten Kosten für die Maßnahmen liegen bei rund 340.000 Euro. Der Bund schießt 70 Prozent und das Land 20 Prozent der förderfähigen Kosten zu. Die Förderanträge sind gestellt, aber noch nicht bestätigt. Eigentümer der Flächen ist laut Sturm die Deutsche Bahn. Sogenannte Gestattungsverträge seien bereits zugesagt und erlauben der Gemeinde in Zukunft die unentgeltliche Nutzung. Sobald die Verträge unterschrieben sind, wird das Weßlinger Kommunalunternehmen KUGW mit der Planung und anschließender Umsetzung beginnen. Noch Zukunftsmusik ist eine weitere Anlage am neuen, östlichen Zugang zum Bahnsteig, um den in den kommenden Jahren gemäß MVV-Prognose auf über 400 Abstellplätze steigenden Bedarf zu decken. Michèle Kirner

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