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Gibt es „Celtic Fields“ bei München?

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Laserdaten zeigen Spuren ehemaliger Beackerung und Bewirtschaftung auf heutigen Waldstandorten in Form von kurz- oder langrecht-eckigen Parzellen.
Laserdaten zeigen Spuren ehemaliger Beackerung und Bewirtschaftung auf heutigen Waldstandorten in Form von kurz- oder langrechteckigen Parzellen. © Zeitreise Gilching e.V.

Gilching - Der Verein „Zeitreise Gilching“ lädt zu einem Vortrag während des Januar-Stammtisches am Mittwoch, 13. Januar, 19.30 Uhr. Dabei geht der langjährige Museumsleiter Dr. Volker Arnold der Frage nach, ob es sogenannte „Celtic Fields“ bei München gibt.

Der Referent hat sich seit Beginn seines Ruhestandes mit dem Thema befasst und wird aus Heide in Holstein live zugeschaltet. In dem Vortrag werden Erkenntnisse, die man bisher aus Norddeutschland, den Niederlanden und Dänemark zu den „Celtic Fields“ gewonnen hat vorgestellt und es werden einige Beispiele aus anderen Gegenden, in denen noch undatierte „Celtic Fields“ neuerdings in den Daten gefunden wurden, erwähnt.

Funde urgeschichtlichen Feldbaus aus dem Münchener Umland

Anschließend werden die Funde vermutlich urgeschichtlichen Feldbaus aus Bayerns Wäldern mit Betonung des Münchener Umlandes in Beispielen vorgestellt. Bemerkenswert sind dabei charakteristische Flurformen, die auf einem Streifen vom Gäuboden bis in die Würzburger Gegend auftauchen und ganz ähnlich, aber auch noch undatiert, im Anhaltinischen Burgenland und vor allem in weiten Bereichen Polens auftauchen. Die genauere Datierung dieser Fluren sollte eine Aufgabe für die Zukunft sein, die vermutlich mit vergleichsweise geringem Aufwand lösbar erscheint.

Spuren ehemaliger Beackerung und Bewirtschaftung im Raum München

Eine intensive Durchsicht der für Bayern vorliegenden Laserdaten ergab eine Fülle von Spuren ehemaliger Beackerung und Bewirtschaftung auf heutigen Waldstandorten in Form von kurz- oder langrechteckigen Parzellen, von denen noch die leicht erhöhten Raine in den Daten erkennbar sind. Die archäologische Bodendenkmalpflege hat davon allerdings noch kaum Notiz genommen. Einige Parzellenfluren wurden von römerzeitlichen Anlagen (Straßen, rätischer Limes) geschnitten, so auch das mit etwa zehn Quadratkilometern wohl flächengrößte urgeschichtliche Bodendenkmal Bayerns am südlichen Münchener Stadtrand. Ähnlich strukturierte Parzellenfluren dürften überwiegend urgeschichtlichen Alters sein, vor allem, wenn sie mit Grabhügelgruppen korreliert sind. Sie wären dann den in Nordwesteuropa bekannten meist jüngerbronze- und ältereisenzeitlichen „Celtic Fields“ (im weiten Sinne) zuzuordnen und dürften Zeugen des Aufkommens ortsfesten Feldbaus sein, falls sich die Datierungsvorschläge in diesen Zeitraum des späten zweiten und des ersten vorchristlichen Jahrtausends bestätigen.

Beim Vortrag im Wersonhaus in Gilching gilt 2G+

Wer live im Wersonhaus, Brucker Straße 11 in Gilching teilnehmen möchte: es gilt die 2G+ (getestet oder geboostert) Regel! Online können sie über einen Link, der am Veranstaltungstag auf der Seite www.zeitreise-gilching.de veröffentlicht wird, per Computer oder Tablet teilnehmen. Die Teilnahme ist kostenfrei, Spenden sind willkommen.

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