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Herrschinger Herzsportgruppe wird 25 Jahre alt

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Smartwatches mit Pulsmesser
Herzschlag im Blick: Manche Smartwatches haben einen Pulsmesser an Bord. © Andrea Warnecke/dpa-tmn

Breitbrunn -  Kathrin Greimel-Moog (53) gründete vor 25 Jahren im TSV-Herrsching die Herzsportgruppe. Unter Federführung von Otto Schmidt entstand daraus die Reha-Abteilung des Sportvereins unter anderem mit drei Koronargruppen.

Dienstags drückt die 53-Jährige den rund 15 Teilnehmern der Herzsportgruppe gerne mal einen Badmintonschläger in die Hand, woraufhin diese fröhlich den Federball übers Netz schlagen. Seit exakt 25 Jahren sporteln Menschen mit Herzproblemen unter Anleitung der geprüfte Sportlehrerin mit Zusatzausbildung für ambulanten Rehabilitationssport in Herrschings Realschulturnhalle. Denn anders als früher weiß man, dass das Herz etwa nach einem Herzinfarkt, einer Bypass-Operation oder mit einem Herzklappenfehler nicht geschont, sondern mit gezielten Übungen gestärkt werden sollte. „Ziel der Gruppe ist es, durch Gymnastik, Ausdauertraining, Koordinationsübungen und Entspannung die Fitness zu erhalten und zu verbessern, Ängste abzubauen und zu lernen, mit der Krankheit besser umzugehen“, erklärt die 53-Jährige, für die die Rehabilitationsmaßnahme gleich im doppelten Wortsinn ein Herzensprojekt ist.

Begonnen hatte alles mit der Frage: „Warum gibt es in Herrsching eigentlich keinen Koronarsport?“ Ein Gedanke, den die Breitbrunnerin vier Jahre nach dem Abschluss „Übungsleiterin für Herzsport“ umtrieb – und sie spontan beschloss, das zu ändern. Bis allerdings am 5. November 1996 die ersten Interessierten 60 Minuten an ihrer Fitness arbeiten konnten, sollte ein Jahr ins Land ziehen. Zwar bot sich der TSV-Herrsching sofort als Träger an, aber zwischen Idee und Umsetzung musste sie einige administrative und bürokratische Hürden überwinden. Etwa das Organisieren des Defibrillators und des Notfallkoffers – und das größte Durchhaltevermögen kostete sie die Bewilligung der Gelder, sagt sie.

 Ebenfalls Voraussetzung für die Gruppe war eine ärztliche Aufsicht, die damals Dr. Stephan Huber und Dr. Norbert Dehoust übernahmen. Fortan prüften die Mediziner bei den Teilnehmern den Blutdruck und schauten während der Übungen genau hin. Aktuell ist Dr. Karin Famler die verantwortliche Ärztin, die gerade in Seefeld eine Allgemeinarztpraxis aufbaut. „Bisher ist in den Gruppen nie etwas Gravierendes passiert“, ist Greimel-Moog dankbar. Neben den gesundheitlichen Aspekten sei die Stunde auch psychisch wichtig für die Mitwirkenden. Denn eine Herz-Kreislaufstörung komme manchmal aus heiterem Himmel. „Danach ist alles anders“, weiß sie. Weil in der Gruppe alle gleich betroffen sind, sei der Austausch untereinander für die Psyche wertvoll. Besonders intensiv sind die Gespräche auf den Ausflügen etwa in die Berge, an die umliegenden Seen oder am Weihnachtsessen. Alles Aktivitäten, die Greimel-Moog über die Jahre organisierte.

 „Die Corona-Zeit war für alle sehr schwer“, weiß Greimel-Moog. „Viele haben körperlich abgebaut und manche kommen jetzt nicht mehr.“ Nachdem die Gruppe im Freien und unter Einhaltung der Sicherheitsabstände wieder aktiv werden durfte, war die Freude riesig, berichtet sie. Sie hörte Sätze wie „Es ist so schön, dass es wieder weitergeht.“ und „Ich habe die Stunde sehr vermisst.“. Auch die dreifache Mutter hatte das sportliche Zusammensein vermisst. Schließlich betreute sie die Gruppe ohne Unterbrechung selbst während der Schwangerschaften und lässt sich jede Woche für den Ablauf etwas Neues einfallen. Mit ungebrochener Leidenschaft leitet sie mittlerweile alle drei Herzsportgruppen. Von Anfang an mit dabei ist Hartmut Bogner. „Kathrin macht das fantastisch“, schwärmt der Herrschinger. „Der Herzsport mit ihr ist optimal und der ganze Ablauf einmalig.“

„Die größte Arbeit hat aber Otto Schmidt als Leiter der Abteilung“, betont die Übungsleiterin bescheiden. Mehr Informationen unter www.tsvherrsching.de.

 Michèle Kirner

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