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In Herrsching lernen und in der ganzen Welt umsetzen

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78 Teilnehmer aus 40 Ländern nehmen im Haus der bayerischen Landwirtschaft in Herrsching am internationales Seminar teil.
78 Teilnehmer aus 40 Ländern nehmen im Haus der bayerischen Landwirtschaft in Herrsching am internationales Seminar teil. © HdbL

Herrsching - Wenn im Haus der bayerischen Landwirtschaft 78 Frauen und Männer aus 40 Ländern aufeinandertreffen, dann wirkt das nach. Sie sammeln Ideen und tragen anschließend in ihrer Heimat dazu bei, den ländlichen Raum nachhaltig zu entwickeln. Wie das gelingt.

Zum 30. Mal veranstaltet das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das „Internationale Seminar für Führungskräfte der Landjugendarbeit“, das dieser Tage im Haus der bayerischen Landwirtschaft (HdbL) in Herrsching feierlich eröffnet wurde. Es dauert bis zum 23. August und richtet sich speziell an Führungskräfte, die haupt- oder ehrenamtlich in der Landjugendarbeit und in ländlichen Räumen tätig sind. Sie fungieren in ihren Heimatländern als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der neu gewonnenen Kenntnisse und Fähigkeiten und bewirken so eine vielfältige Weiterentwicklung.

Starnbergs Landrat Stefan Frey kommt zur Eröffnung

An der Eröffnungsfeier nahmen unter anderem Dr. Hanns-Christoph Eiden, Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn sowie Stefan Frey, Landrat des Landkreises Starnberg teil. Unter dem Motto „Bereit zum Handeln – Herausforderungen bewusst annehmen“ werden die 78 Teilnehmenden aus 40 Ländern in den kommenden zwei Wochen intensiv zusammenarbeiten, um den ländlichen Raum weltweit weiterzuentwickeln.

Landwirtschaft mit wachsenden Herausforderungen durch Klimawandel und Krieg

„Junge Frauen und Männer in ländlichen Räumen sind die Zukunft der Landwirtschaft, die Hebel für Ernährungssicherheit und die Verringerung ländlicher Armut“, sagt Günther Strobl, Leiter des Seminars und Direktor des Hauses der bayerischen Landwirtschaft. „Ihre Energie und Dynamik sind entscheidend für die Transformation unserer Ernährungssysteme und ländlichen Räume inmitten wachsender Herausforderungen durch den Klimawandel, kriegerische Auseinandersetzungen oder die COVID-19 Pandemie. Gleichzeitig sieht sich die ländliche Jugend weltweit mit verschiedensten Hürden konfrontiert. Fehlender oder eingeschränkter Zugang zu Land, finanziellen Mitteln oder natürlichen Ressourcen, aber auch zu Bildung, Informationen und Wissen erschweren es den jungen Menschen, ihr Potenzial voll auszuschöpfen. Umso erfreulicher ist es daher, dass das Seminar nach Corona-bedingter Zwangspause im Vorjahr 2022 wieder stattfinden kann. Es geht um die zeitgemäße Interpretation der Gründungsziele des Internationalen Seminars in Herrsching. Und darum, Herausforderungen bewusst anzunehmen und den Wandel aktiv gestalten zu können. Durch den internationalen Dialog erlangen die Teilnehmenden neue Sichtweisen für die Bewältigung lokaler Herausforderungen. Der partizipative Ansatz des Seminars ermöglicht es den Teilnehmenden, ihre Führungskompetenzen zu entwickeln sowie Umsetzungsstrategien und persönliche Handlungspläne für die Zeit nach dem Seminar zu erarbeiten.“

„Die positive Resonanz auf die Einladung verdeutlicht den aktuell großen Bedarf für das Internationale Seminar, erklärt Dr. Hanns-Christoph Eiden. „Es gibt historische Momente, in denen die Zeit ihre Richtung ändert. In einer solchen Wendezeit befinden wir uns gerade. Die vielfältigen und nebeneinander bestehenden Bedrohungen und Krisen, denen wir weltweit ausgesetzt sind, erfordern Antworten, in ihnen steckt aber auch eine Chance. Das Motto des 30. Internationalen Seminars hätte nicht treffender sein können. Ein gelungenes gemeinsames Tun in Vielfalt ist entscheidend, um die globalen Herausforderungen zu bewältigen und um selber widerstandsfähig zu werden und zu bleiben.“

Landrat Stefan Frey fordert auch vor Ort ein Umdenken und Umsteuern

„Herzlich willkommen im Landkreise Starnberg! Auch wir müssen hier vor Ort Umdenken und Umsteuern. Das Internationale Seminar ist eine hervorragende und bewährte Plattform dafür“, sagte Starnbergs Landrat Stefan Frey den Teilnehmenden des Seminars.

Methoden und Techniken lernen und zu Hause anwenden

„Es ist eine einmalige Gelegenheit, so vielen Menschen aus verschiedenen Kulturen unter einem Dach begegnen zu können. Besonders freue ich mich darauf, mehr über die ländliche Entwicklung in anderen Ländern zu lernen, die Herausforderungen zu verstehen, als auch bewährte Methoden und Techniken anderer Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennenzulernen, um sie dann vor Ort zu Hause anwenden zu können“, sagt Teilnehmer Geo Sebastian aus Indien nach der Eröffnungsfeier.

Neue Impulse zur Bewältigung von Herausforderungen

Antonia Kainz, Teilnehmerin des Seminars im Jahr 2019 und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Landjugend im Bayerischen Bauernverband sowie Landesvorsitzende der Katholischen Landjugendbewegung Bayern (KLJB) erklärt: „Auch die meist kleinen und mittelgroßen landwirtschaftlichen Familienbetriebe in Bayern brauchen immer wieder neue Impulse zur Bewältigung von Herausforderungen der zunehmenden Globalisierung der Agrarwirtschaft. In der Arbeit der bayerischen Landjugend spielt das ebenfalls eine bedeutende Rolle: Herausforderungen, die global entstehen, können nicht ausschließlich lokal bewältigt werden. Genau hier wird deutlich, wie wichtig das Internationale Seminar auch für die Familienbetriebe in Bayern ist.“

Geo Sebastian aus Indien freut sich darauf, beim Seminar etwas über die Entwicklung anderer Länder zu lernen.
Geo Sebastian aus Indien freut sich darauf, beim Seminar etwas über die Entwicklung anderer Länder zu lernen. © HdbL


Träger des Seminars ist das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Die Seminaradministration liegt bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn. Das Haus der bayerischen Landwirtschaft in Herrsching ist verantwortlich für die Konzeption und Umsetzung dieses weltweit einmaligen Seminars. Das inhaltliche Programm wird durch ein gezieltes Rahmenprogramm ergänzt, durch das die Teilnehmenden nicht nur die Region Oberbayern und deren Entwicklung kennenlernen, sondern auch Impulse für die eigene Landjugendarbeit sammeln können. Bei den Fachexkursionen im ländlichen Raum steht in diesem Jahr im Mittelpunkt, wie der Wandel gestaltet werden kann – im Einklang mit Natur und Umwelt, mit Hilfe von Bildung und Beratung, in und mit der Landwirtschaft, sowie in Gesellschaft und ländlichen Räumen. (kb)

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