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Mit dem Alpenverein Starnberg zu mehr Wohlbefinden

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Von: Petra Straub

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Joachim Deutschenbaur von der Alpenvereinssektion Starnberg empfindet beim Wandern Lebensfreude - das hilft ihm durch die Pandemie. Unser Bild zeigt ihn bei Wandern am Wilden Kaiser in Österreich.
Joachim Deutschenbaur von der Alpenvereinssektion Starnberg empfindet beim Wandern Lebensfreude - das hilft ihm durch die Pandemie. Unser Bild zeigt ihn bei Wandern am Wilden Kaiser in Österreich. © privat

Starnberg – Die Weihnachtsfeiertage und Silvester sind vorüber. Da bietet es sich an, die Urlaubstage dazu zu nutzen, überflüssige Pfunde loszuwerden. Die Natur bietet viele Möglichkeiten der körperlichen Betätigung – auch in der Region. Joachim Deutschenbaur von der Alpenvereinssektion Starnberg weist in diesem Zusammenhang auf das Angebot des Vereins hin und auf den positiven Effekt der Bewegung an der Natur für Körper und Geist – gerade in Corona-Zeiten.

Vielseitige Angebote macht die Sektion Starnberg ihren rund 2300 Mitgliedern und Naturfreunden, sagt der Pressesprecher aus Söcking. Dazu gehören im Januar vor allem Ausbildungen zur Lawinen-Verschüttetensuche im Vereinsheim und im Gebirge und ein Skitourentraining für Einsteiger, weil sich der Trend hin zu dieser Sportart während der Pandemie mit den geschlossenen Skiliften verstärkt hat.

Joachim Deutschenbauer über die Angebote des Alpenvereins Starnberg

Doch die Kontaktbeschränkungen hatten auch einen positiven Effekt, sagt Deutschenbaur. Weil gemeinsame Touren kaum möglich waren, schlossen sich Wanderer auf Eigeninitiative zu Kleingruppen zusammen und beschritten neue Pfade abseits der bekannten Routen. Im Jahresbericht von 2021 wurden sie zusammengefasst und geben viele Anregungen. Zu finden ist er unter www.dav-starnberg.de. „Sehr schöne Touren“ seien darunter, schwärmt Deutschenbaur, der selbst gerne mit Freunden und Gleichgesinnten auf Wanderwegen in der Region und in den nahen Bergen unterwegs ist.

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Wanderlust gestiegen

Das tut nicht nur dem Körper gut, stellt er fest. „Die Bewegung an der frischen Luft macht frei“, ist er überzeugt. Deshalb rät er besonders in Krisenzeiten dazu, die Natur als Kraftquelle zu nutzen und hat sogar eine Abhandlung über die Bedeutsamkeit des Wanderns in der Natur in Zeiten von Corona verfasst. Die Wanderslust sei gestiegen, erklärt er darin. Durch den Abstand vom Alltag, der sich beim Wandern zwangsläufig einstelle, komme man besser mit den Einschränkungen zurecht. Die körperliche Betätigung biete Ablenkung, Ruhe, Über- und Weitblick, Zuversicht und Aufmunterung. Zudem verändere sich die Stimmung zum Positiven.

Aus der Krise wandern

Der Soziologe und Psychologe Deutschenbaur ist seit 1975 in der Jugend- und Erwachsenenbildung tätig. Nun, 77-jährig, bietet er immer noch gerne Motivationskurse an. Seine Themen waren und sind Entschleunigung und Achtsamkeit. Sein Credo ist es, nicht dem Mainstream hinterherzujagen, sondern einen eigenen Weg zu einer befriedigenden Lebensweise zu finden. „Es ist wichtig, Leute hinzuführen zu einer ruhigeren Phase des Lebens“ , sagt er und wünscht sich, dass viele Naturfreunde die Touren aus dem Jahresbericht als Anregungen nehmen. In Zeiten von Kontaktbeschränkungen könnten sich so weitere private Initiativen bilden, könnten sich Naturliebhaber gegenseitig inspirieren, mehr in der Region unterwegs sein und spüren, wie gut es tut, sich in der Natur zu bewegen. „Man kann auch einfach um einen See gehen“, sagt Deutschenbaur, der auf die positiven Gedanken verweist, die beim Gehen und beim Blick auf die Natur den Geist beflügeln. Es gebe auch am Starnberger See, am Staffelsee oder an den Osterseen schöne Wanderwege.

Der Stimmungswandel kommt beim Gehen

Hinsichtlich der Witterungsverhältnisse fordert das DAV-Mitglied ebenfalls Kreativität von den Naturfreunden. „Man muss nicht immer das Optimum haben“, sagt er überzeugt. Wenn es keinen Schnee zum Skifahren gibt, müsse man gelassen bleiben und beispielsweise mit einer Wanderung zufrieden sein. „Der Stimmungs- und Bewusstseinswandel kommt beim Gehen automatisch“, verspricht Deutschenbaur. Dann verdrängten Bilder von Wäldern, Wiesen und Bergen die Bilder von Corona in unseren Köpfen – kostenlos!

Auch Angebote für junge Mitglieder der Sektion Starnberg

Damit diese Vorstellungen auch in den Köpfen der Kinder verankert werden und ihnen die Freude an der Natur vermittelt werden kann, engagiert sich die Starnberger Sektion über Gebühr. Zahlreiche Jugendleiter gibt es dort, so ist im Jahresbericht zu lesen. Mit Erfolg. Der Zulauf seit fünf Jahren ist enorm. Das liegt auch am Kletterturm, den die Stadt Starnberg aufgestellt hat. „Sonst wären wir ein Altenclub und kein Alpenclub“, so Deutschenbaur.

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