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Starnberger Kulturausschuss bewilligt Etat zur Kulturförderung für das kommende Jahr

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Eurobanknoten liegen auf einem Tisch. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa/Illustration

Starnberg - Eigentlich hatte der Kulturausschuss der Stadt am Montag insgesamt 90.000 Euro an Kulturförderung für das Haushaltsjahr 2022 bewilligt, letztlich addieren sich die in der gleichen Sitzung beschlossenen Zuwendungen für örtliche Vereine, Organisationen und Kunstschaffende nur auf 89.900 Euro.

Die Deckelung der Gesamtfördersumme steht in engem Zusammen-hang mit der angestrebten Haushaltskonsolidierung und den zu erwartenden Etatkürzungen für 2022, auf die Stadtkämmerer Thomas Deller bereits einen kleinen Ausblick lieferte (die Beratungen des eigentlichen Haushalts starten im Januar). Doch trotz der sprich-wörtlichen Devise, „den Gürtel enger schnallen“ zu müssen, sind die Zuwendungen der Stadt vor allem an bewährte kulturelle Aktivitäten und Akteure auch weiterhin von Wertschätzung getragen: So erhält das als „Leuchtturmprojekt mit überregionaler Beachtung“ beschriebene Fünf-Seen-Filmfestival 2022 sogar noch 2.400 Euro mehr als beantragt – 27.400 Euro (statt beantragter 25.000 Euro) als direkte Förderung, 10.000 Euro in Form einer Teilübernahme der Technik-kosten und 3.000 Euro in Gestalt des Filmpreises der FSFF-Sektion „Junge Perspektive“. Das von Elisabeth Carr entwickelte Konzept „KunstRäume am See“ erhält 2022 eine Projektförderung in Höhe von 3.500 Euro zur Umsetzung der Reihe „Gallery To Live In“ mit drei poetisch-literarischen Einzelveranstaltungen. Der Verein „Weitwinkel e.V“ bekommt eine Förderung von 3.000 Euro für die Gestaltung des Kurzfilmprogramms und des „ShortPlus“-Wettbewerbs im Rahmen des FSFF. 500 statt eines beantragten „Zuschussbedarfs“ von 1.000 Euro erhält der Verein „Frühstückstreffen der Frauen e.V.“ für die Umsetzung einer Autorenlesung und eines Violinkonzerts – der Vorschlag einer Zuschusshalbierung wurde von der Kulturamtsleitung damit begründet, dass die Autorinnen-Lesung „religiösen“ Inhalts und somit nur bedingt förderfähig sei.

Das Projekt „Werkstatt der Phantasie“ des Förderkreises Grundschule wird von der Stadt mit 1.900 Euro bezuschusst (beantragt: 2.000 Euro), der durch seine Jahresausstellungen bekannte „Kunstverein Die Roseninsel e.V.“ mit 1.500 Euro (wie beantragt). Der jährliche „Atelierrundgang“ des Vereins „Offene Ateliers e.V.“ bekommt die von ihm beantragte 300 Euro Zuschuss, „Die Fotowilden e.V.“ ihre 500. Der Verein „Tragaudion“ wird 2022 für den „Starnberger Shakespeare-Sommer“ im Schlossgarten mit 1.000 Euro gefördert (beantragt waren 2.000 Euro). Die Kolpingbühne Starnberg erhält 2.500 Euro, die vor allem dem Jugendtheaterprojekt zugutekommen sollen. Die Stadtkapelle Starnberg erhält für ihre „ganzjährigen Aktivitäten“ 5.000 Euro Zuschuss (beantragt waren 7.500 Euro), die Blaskapelle Wangen 2.000 Euro (wie beantragt).

Deutlich gestutzt wurden die Zuschussansprüche der „Starnberger Musiktage“, die statt der für 2022 beantragten 20.000 Euro nur 10.000 zugedacht bekamen – Bürgermeister Patrick Janik fand deutliche Worte zu den in den letzten Jahren rasant gestiegenen Antragssummen: „Ich finde es eine etwas besorgniserregende Entwicklung, wenn es erst 5.000, dann 10.000 und dann 20.000 Euro Förderung sein sollen, bei denen man dann dauerhaft bleiben will“. Nichtsdestoweniger war man sich im Ausschuss einig, dass die „Musiktage“ mittlerweile auch überregional wahrgenommen werden. „Die Musica Starnberg e.V.“ erhält statt beantragter 7.000 Euro im nächsten Jahr 5.000 Euro Projektförderung für ihre Frühjahrs- und Herbstkonzerte, der Münchner Ruder- und Segelverein für seine (öffentlichen) Stegkonzerte 2.000 Euro (beantragt waren 2.400 Euro). „Jugend musiziert“ bekommt einen Zuschuss von 300 Euro, der Heimat- und Volkstrachtenverein (organisiert u.a. das Fischerstechen) 13.000 Euro (beantragt 13.200), die Volkshochschule Starnberg zur Realisierung eines inklusiven Hörpfades 1.000 Euro (1.725). Aufgrund der Pandemie-Entwicklung konnte die Stadt beim Posten „Unentgeltliche Nutzungsüberlassung der Schlossberghalle für Starnberger Vereine“ schon jetzt 4.000 Euro einsparen – diese wurden dem FSFF, den „KunstRäumen am See“

und dem Heimat- und Volkstrachtenverein zugeschlagen. Die „Freunde von Dinard“ erhalten ihre beantragte 1.000-Euro-Zuschuss aus dem Etatposten „Städtepartnerschaft“ des Allgemeinhaushalts und nicht als Kulturförderung. Über eine neue „Richtlinie zur freiwilligen Förderung der kulturellen Arbeit von gemeinnützigen Vereinen, Verbänden und Künstlern“, also eine Kulturförderrichtlinie wird der Kulturausschuss erst im Januar beraten und beschließen.

Thomas Lochte

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