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Tag der offenen Ateliers: Wörthseer Künstler geben Einblick in ihr Schaffen

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Tag der offenen Ateliers
Im Rahmen des Tages der offenen Ateliers konnten Besucher einer Reihe von Wörthseer Künstlerinnen und Künstlern über die Schulter schauen. © Panthermedia/ViktoriaSapata

Wörthsee - Wörthsee will seinen zahlreichen Künstlern eine breite Plattform bieten. Am Samstag lud der „Tag der offenen Ateliers“ ein buntes Publikum zum Schauen, Staunen und sogar zum Mitmachen ein. Zwischen elf und 18 Uhr präsentierten 15 Wörthseer Künstler vor Ort ihr Schaffen in jeweils eigener Werkstatt, eigenem Atelier oder Garten.

Bereits am Freitag gestattete die Vernissage erste Einblicke – jeder Künstler brachte eines seiner Werke mit ins Rathaus .„Wir sind schon stolz, dass so viele mitmachen. Wenn man die Gesamtheit aller Kunstschaffenden in Wörthsee anschaut, dann hat man schon eine große Anzahl“, sagt Juliane Seeliger-von Gemmingen, Kulturbeauftragte der Gemeinde und freut sich über die zweite Veranstaltung dieser Art ebenso wie Bürgermeister Christel Muggenthal: „Das gab es vorher nicht,  da können wir froh sein. Man kann mit den Künstlern sprechen und Fragen stellen.“

Seelinger-von Gemmingen betont: „Gespräche, Vernetzung - darum geht es eigentlich. Kunst schafft Begegnungen, Kunst bereichert.“ Eine Pionierstellung im Künstlerpool haben die beiden gelernten Handwerker Maximilian Allgaier (Holz) und Alex Erb (Metall). Holzhandwerk mutiert in Allgaiers Walchstadter Werkstatt zu inspirierten Kunstobjekten. Im Rathausfoyer beindruckte am Freitag seine beleuchtete Stele aus Altholz. Das wurmstichige Holz hat zweifelsohne Historie, stammt von einem alten Pfosten aus Venedig, vom Salzwasser angegriffen und von einem Hauch Nostalgie umweht.

Derweil die Gemeinde sich künftig mehr Handwerker für ihren Ateliertag wünscht, erklärte auch der Raistinger Künstler Max Mirlach: „Jeder Kreative ist in meinen Augen ein Künstler. Egal, was er macht. Jede Kunst ist Handwerk. Wo hört Handwerk auf und wo fängt Kunst an ?.“ Mirlach präsentierte zur Vernissage das Modell seiner Spindel, die als über fünf Meter große Skulptur bereits am Badeplatz Birkenweg von sich reden machte und jüngst leider beschädigt wurde.

Farbenfrohen Reichtum in Acrylmischtechnik präsentierte Claudia Harbauer mit ihrem Bild „Knospe“. Während der Coronazeit habe sie nur in schwarz-weiß gezeichnet. „Nach dieser Zeit brauchte ich unbedingt Farbe, das Innere kam wieder raus. Rot, pink, orange“, sagt die Malerin, die am Samstag gemeinsam mit Kollegin Susanne Ehret im Etterschlager Handwerkerhof Workshops zur Monotypie anbot. Gute Schwingungen brachte auch Ehret am Freitag mit ihrem Akt „Good Vibes“ in Acrylmischtechnik ins Rathaus: „Ich bin eine eher ruhige Malerin, das orange ist schon gewagt, weil ein bisschen Feuer dabei sein muss.“ 

Zum aktiven Gestalten seiner Töpferwaren lud Anselm Freytag am Samstag in den Steinebacher Garten seiner Mutter Beatrice Sichart ein. „Vasen und Teller, die glasiert sind, können selber bemalt werden“, sagt der Kunstschaffende, der im Rathaus eine eigenwillige Vase in Aufbautechnik sehen ließ: „Sie sinkt ein, soll sich selber die Form geben.“ Die Liebe zur Kunst wurde Freytag quasi in die Wiege gelegt – von Mutter Sichart, die seit ihrer Jugend malt und zur Vernissage einen Traum von Licht und Luft in Aquarell vorstellte. „Es war mir wichtig, Licht und Schatten einzufangen, das Bild ist  in Freiluft vor Ort in Griechenland entstanden.“

Heimatbezug stellte Profifotografin Biene Ulrike Schmid in ihrer Scheune her. Hauptberuflich fest im Foodfotografie-Bereich verankert, gilt ihre eigentliche Leidenschaft dem Wasser. Den XXL-Blickfang zur Scheunenausstellung setzte die Wahl-Steinebacherin ganz bewusst: „Das ist Wasser aus dem Wörthsee.“

Nilda Frangos

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