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Wiederholungstäter: Extremsportler Carsten Neder aus Weßling läuft 25 Stunden rückwärts

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Von: Petra Straub

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Carsten Neder lief bei Tag und bei Nacht die Stufen der Riesenskulptur „Tiger & Turtle“ in Duisburg und sammelte dabei Spenden für die José-Carreras-Leukämiestiftung.
Carsten Neder lief bei Tag und bei Nacht die Stufen der Riesenskulptur „Tiger & Turtle“ in Duisburg und sammelte dabei Spenden für die José-Carreras-Leukämiestiftung. © Carsten Neder

Weßling – Carsten Neder (46) aus Weßling ist selbstständiger Grafiker und Lauftrainer. Doch in seiner Freizeit treibt er Extremsport und macht mit äußerst verrückten Aktionen Schlagzeilen. In Duisburg ist er am Wochenende 25 Stunden am Stück in einer Treppen-Skulptur rückwärts rauf und runter gelaufen. Er hat einen guten Grund dafür.


2018 lief er 24 Stunden lang die Stufen des Olympiaturms hinauf und hinunter. 2021 startete er die Aktion dann rückwärts und stellte dabei einen Weltrekord auf. Am vergangenen Wochenende nun bezwang er die Riesenskulptur „Tiger and Turtle“ in Duisburg – ebenfalls rückwärts! Das macht er aus Dankbarkeit für sein gutes Leben.. „Ich bin kein Millionär, aber ich bin gesund und meine Kinder sind gesund“, sagt er . Und er sammelt dabei Spenden für die José-Carreras-Leukämiestiftung in München.

„Leukämie muss heilbar werden“, sagt Carsten Neder. Mit Extremsport-Events sammelt er Spenden für die Krebsforschung.
„Leukämie muss heilbar werden“, sagt Carsten Neder. Mit Extremsport-Events sammelt er Spenden für die Krebsforschung. © Carsten Neder

Carsten Neder ist weder niedergeschlagen noch müde, als er wenige Tage nach der Aktion in Duisburg mit dem KREISBOTEN spricht. „Ich habe auch keinen Muskelkater“, versichert er, obwohl er diesmal am Tag der Zeitumstellung statt eines ganzen Tages sogar 25 Stunden am Stück die Treppen rauf und runter gelaufen ist. Lediglich ein paar kleiner Essens-, Trink- und Massagepausen hat er sich zwischendurch genehmigt. Die Stimmung vor Ort sei bombastisch gewesen, erzählt er. Und: Rund 17.000 Euro gab‘s für die Anstrengung – freilich nicht für ihn, sondern für die José-Carreras-Leukämiestiftung in München. Er selbst und seine sieben ehrenamtlich mitarbeitenden Freunde, die ihn diesmal begleiteten und die Aktion betreuten, bekommen als Lohn viel Zuspruch seitens der Zuschauer, Begeisterung für den körperlichen Einsatz Neders und für die gute Sache. „Über 1.000 Euro wurden vor Ort gespendet“, freut sich Neder. Zwei große Sponsoren hatten vorab schon 15.000 Euro zugesagt. Weitere rund 1.000 Euro kamen zudem durch Spenden per SMS zusammen. Der Einsatz hat sich also mehr als gelohnt!

In Duisburg hat der Extremsportler 64000 Treppen genommen in 25 Stunden

Um derartige Aktionen durchführen zu können, absolviert der gebürtige Würzburger unter der Woche ein bis drei Trainingseinheiten – Laufen, Schwimmen oder Radfahren. An den Wochenenden läuft er mehrmals 30 bis 40 Kilometer am Stück. „Das ist ganz normal bei mir“, sagt er. Lange ist Carsten Neder Marathons und Halbmarathons gelaufen, bevor er von der Straße auf die Berge umgestiegen ist und beim ersten Ultramarathon an der Zugspitze sofort Lunte gerochen hat. „Hast du einmal damit angefangen...“, sagt Neder. Seither lässt ihn dieser Sport nicht mehr los. Doch damit nicht genug: Zwischendurch sucht er weitere Herausforderungen und plant Extremsportevents. Das Rückwärtslaufen etwa. Das hat er sich binnen von sechs Monaten antrainiert. 87.720 Stufen ist er vergangenes Jahr im Olympiaturm gelaufen, über 64.000 waren es dieses Wochenende in Duisburg - 174 mal hat er die 368 Stufen gepackt. Dass er dabei seinen eigenen Weltrekord nicht toppen konnte, stört Neder nicht. Denn während des Laufs waren einfach zu viele Besucher auf der Treppe und das Durchkommen deshalb schwer. Und es ging ja vorrangig um die gute Sache, die Präsentation der Stiftungsarbeit.

Carsten Neder schindet sich für kranke Kinder

Schon seit vielen Jahren sammelt der Familienvater aus Weßling mit seinen sportlichen Aktivitäten Spenden für wohltätige Einrichtungen. Anfangs für die Initiative krebskranker Kinder in München und für die Suchtberatung Condrobs. Durch dieses Engagement kam auch die Josè-Carreras-Leukämiestiftung auf ihn zu. Carsten Neder will der Gesellschaft auf seine Art etwas zurückgeben. Denn nicht zuletzt der Besuch des Schwabinger Kinderkrankenhauses ist ihm in bleibender Erinnerung. Vor zwei Jahren hat er die kleinen Patientinnen und Patienten besucht und war von ihrer Tapferkeit und Stärke mehr als beeindruckt. „Dafür kann ich mich schinden“, sagt er, „Leukämie muss heilbar werden“. Und er gibt zu verstehen, dass er bereits ein neues Event im Kopf hat, mit dem er sich dafür engagieren möchte.

Die Treppen der Riesenskulptur in Duisburg sind verschieden hoch, nicht alle gleich tief und breit. Das erschwerte die Aktion von Carsten Neder aus Weßling.
Die Treppen der Riesenskulptur in Duisburg sind verschieden hoch, nicht alle gleich tief und breit. Das erschwerte die Aktion von Carsten Neder aus Weßling. © Carsten Neder

Über Neders aktuelle Aktion wird bald im Fernsehen berichtet, anlässlich der José-Carreras-Gala am Mittwoch, 7. Dezember. Ob er dabei verrät, welche Aktion er als nächstes plant? (www.carsten-neder.de)

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