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Zu wenig Personal: Landrat Stefan Frey aus Starnberg wendet sich an die Ministerin

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Von: Petra Straub

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In vielen Kindergärten gibt es zu wenig Personal. Starnbergs Landrat Frey macht Vorschläge, wie dem Problem begegnet werden kann. (Symbolbild) © Holger Hollemann/dpa

Landkreis – Im Landkreis Starnberg gibt es nicht ausreichend Betreuungsplätze in den Kindertagesstätten. Bei 24 Kindern aus Starnberg musste für das kommende Kindergartenjahr die Zusage für einen Kindergartenplatz zurückgenommen werden. Schuld daran ist kurzfristig abgesprungenes Fachkräftepersonal. „Da muss etwas geschehen“, sagt Landrat Stefan Frey und unterbreitet Staatsministerin Ulrike Scharf Vorschläge von Einrichtungsträgern aus dem Landkreis, die die Situation kurzfristig verbessern sollen. Auch die Ministerin nennt ihre Pläne.

Frey will mit seinen Vorschlägen für mehr Flexibilität bei der Gewinnung und beim Einsatz von Personal sorgen. So sollen damit die Bedingungen für Personen mit verwandten Berufen und für Quereinsteiger erleichtert werden. Bereits im Juni hatte er sich an die Ministerin gewandt. Im August setzte er mit konkreten Vorschlägen noch einmal nach. Als erstes müsse die Berufsliste des Landesjugendamts angepasst werden, um Kräfte wie Kinderkrankenschwestern bei der Betreuung einsetzen zu können.

Kinderkrankenschwestern anerkennen

„Die Kinderkrankenschwester wäre sicher geeignet, in der Kinderkrippe mitzuarbeiten und mit ihrer Ausbildung die Fachkräfte zu ergänzen“, so Frey. Aktuell könne diese jedoch nicht einmal als Ergänzungskraft arbeiten. Psychologinnen und Psychologen sollten erst als Ergänzungskräfte und nach einem Jahr als Fachkräfte arbeiten dürfen und Heilpädagoginnen und -pädagogen ohne Erzieherausbildung nach einer gewissen Zeit (und mit entsprechender Berufserfahrung) ebenfalls. Ausnahmegenehmigungen könnten im Einzelfall helfen, dem Fachkräftemangel zu begegnen. Beim Einsatz von Auslandskräften wünscht sich Frey, dass diese weniger als Ergänzungskräfte in Horten und mehr in Kindergärten eingesetzt werden. Auch bei der Anerkennung des B2-Integrationskurses könnte nachgebessert werden. Eine Anerkennung einer Anzahl von Kräften ohne anerkannte Ausbildung und der Ausbau von Teams mit Quereinsteigern könnten dem Personalmangel entgegenwirken. Frey fordert zudem eine Anpassung des Anstellungsschlüssels und eine vorübergehende Anpassung der Fachkraftquote von derzeit 50 Prozent des pädagogischen Personals.

Ministerium gibt mehr Freiheit zur Schaffung von Kindergartenplätzen

Bei einer Pressekonferenz am Dienstag nannte die bayerische Familienministerin ihre Pläne. Laut Scharf erhalten Kommunen und Träger im Rahmen einer „Experimentierklausel“ bis August 2024 mehr Freiheiten zur Schaffung zusätzlicher Kindergartenplätze bei der aktuellen personellen Situation. Beim Modellversuch „Mini-Kita“ werden 15 statt bisher zwölf Kinder betreut, der Fachkräfteanteil sinkt dabei von 50 auf 33 Prozent.

Die Gruppen können größer werden - Personal soll qualifiziert werden

Bei der „Großpflege“ können 15 statt bisher 10 Kinder in Anwesenheit einer Fachkraft betreut werden und die neuen Einstiegsgruppen schaffen weitere Erleichterung beim Personaleinsatz. Sie sollen den Weg in die reguläre Kita ebnen, auch für Gruppen mit ukrainischen Kindern. Neben diesen kurzfristigen Werkzeugen, „um unbürokratisch und unkompliziert neue Plätze zu schaffen“, erwähnt die Ministerin bei der Pressekonferenz ein neues Gesamtkonzept zur Qualifizierung des Personals.

Vor allem geht es ihr jedoch um eine langfristige Planung – die Zusage an die Eltern, dass Grundschulkinder ab dem Jahr 2026 ganztags betreut werden und dass Kommunen und Träger von Betreuungseinrichtungen Kindergärten bauen können, ohne später auf Zuschüsse verzichten zu müssen.

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