+
Peter Meusel freut sich über die Auszeichnung, die er für die Entwicklung der „DLR-HIT-Hand II“ erhielt.

Technik

Die künstliche Hand von Peter Meusel

Oberpfaffenhofen - DLR-Mitarbeiter Peter Meusel wird für Entwicklung eines Roboter-Greifers ausgezeichnet. Die Chinesen sind bei Vermarktung bereits mit im Boot.

Er hat das Start-Up „Wessling Robotics“ mit gegründet und er ist Mitarbeiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen. Jetzt hat Peter Meusel den Manfred-Fuchs-Preis der Gesellschaft von Freunden des DLR (GvF) erhalten. Ausgezeichnet wurde er für die langjährige Weiterentwicklung und erfolgreichen Vermarktung der Roboterhand „DLR-HIT-Hand II“. 

Die Hand basiert auf Entwicklungen von robotischen Greifern, die im DLR seit Anfang der 90er Jahre entwickelt werden. Die „DLR-HIT-Hand“ ist der weltweit am weitesten entwickelte robotische Greifer, den es zurzeit gibt. Er gilt als Spitzenprodukt unter Roboterhänden. Bereits seit dem ersten Entwurf für einen neuartigen robotischen Greifer von Professor Gerd Hirzinger, ehemalsLeiter des Instituts für Robotik und Mechatronik, arbeitet Meusel mit an der Umsetzung. 1992 entstand laut DLR ein System mit drei Fingern, die jedoch nur passiv bewegt werden konnten. Zwei Jahre später bewegten sich dann die Fingerhülsen dank eines eingebauten Spindelantriebs von alleine. Ein vierter Finger kam 1997 bei der Entwicklung der DLR-Hand I dazu. Sie wurde mit einem Basisgelenk ausgestattet. Damit hatten die Finger nun insgesamt drei Freiheitsgrade. Schon damals eine revolutionäre Weiterentwicklung. 

In Zusammenarbeit mit dem chinesischen Harbin Institut of Technology (HIT) wurde die DLR-Hand zur DLR-HIT-Hand mit vier Fingern weiterentwickelt. Neben technischen und optischen Verbesserungen wurden zudem auch vermehrt reguläre Kaufteile verwendet, um die Hand günstiger herstellen zu können. Obwohl bereits die erste DLR-HIT-Hand einen Designpreis erhielt, gingen Meusel und sein Team für die zweite Version des Greifers noch einen Schritt weiter. „Um die Hand noch kompakter zu machen, begannen wir mit dem Re-Design der Hand und entwarfen eine deutlich kleinere und menschenähnlichere Version“, so Meusel. „Obwohl man für die meisten Greiffunktionen nur vier Finger benötigt, entschlossen wir uns einen fünften Finger an die Hand anzubringen. Die DLR-HIT-Hand II war geboren.“ 

Damit die Hand auch wirtschaftlich erfolgreich vermarktet werden konnte, wurden die einzelnen Komponenten am DLR-Institut für Robotik und Mechatronik überarbeitet. Die Anzahl der Teile wurde verringert, die Montage vereinfacht und die zu stark beanspruchten Teile verbessert. Nach langer Vorbereitung und Planung gründet Peter Meusel zusammen mit Prof. Dr. Hong Liu und Dr. Zhaopeng Chen 2013, begleitet vom DLR-Technologiemarketing, das Unternehmen „Wessling Robotics GmbH“, das die DLR-HIT-Hand II in Lizenz genommen hat.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hohes Defizit für eine gute Sache
Steinebach – Es ist geschafft und war daher auch großes Thema bei der Jahreshauptversammlung der Nachbarschaftshilfe (NBH) Wörthsee: Die ersten Gäste der Tagespflege …
Hohes Defizit für eine gute Sache
Kreisverkehrswacht vor dem Aus: „Das Ehrenamt ist tot“
Landkreis – Für die von der Auflösung bedrohte Kreisverkehrswacht Starnberg sind noch immer keine neuen Vorstände gefunden. Die scheidende Vorsitzende Verena Becht gibt …
Kreisverkehrswacht vor dem Aus: „Das Ehrenamt ist tot“
So halten es Brauer im Landkreis mit dem Haustrunk
Landkreis - Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), hat angeblich die Abschaffung des so genannten Haustrunks gefordert, also der Freigetränke, …
So halten es Brauer im Landkreis mit dem Haustrunk
Partystimmung beim zehnten Geburtstag
Oberalting - Ein Festtag: Die Pfarreiengemeinschaft Seefeld feierte gestern den zehnten Geburtstag ihres Pfarrheims, Haus Peter und Paul. Ein guter Zeitpunkt, um Bilanz …
Partystimmung beim zehnten Geburtstag

Kommentare