Vielseitiges Ausnahmetalent

Seefeld - Einmal pro Saison wird die Bühne in Sudhaus von Schloss Seefeld zum „Podium junger Ausnahmekünstler“. Als zweites Ausnahmetalent der gleichnamigen Klassik-Reihe des Kulturvereins bewies Almuth Siegel, dass sie zweifellos dazu gehört.

Studiert hat die aus Gilching stammende Geigerin an der Münchner Musikhochschule bei Ingolf Turban und Ana Chumachenco. Ihre Vielseitigkeit stellt die Preisträgerin angesehener Wettbewerbe als Solistin bei Konzerten namhafter Orchester und als Konzertmeisterin des Hochschulsymphonieorchesters München unter Beweis. Als Kammermusikerin hat Almuth Siegel in dem renommierten Pianisten Lukas Maria Kuen einen bewährten Partner mit ähnlich sensibler Musiksprache gefunden.

Der rote Faden des Sudhaus-Programms am Sonntag waren Werke von Wegbereitern moderner und Bewahrern traditioneller Musik in ihrer Zeit. Seiner Zeit weit voraus war Wolfgang Amadeus Mozart, als er seine letzte Violinsonate komponierte. Deren rhythmische Wechsel, Ausdrucksvielfalt und intensiven Dialoge boten dem Musikerduo einerseits größtmögliche Entfaltungsmöglichkeit, verlangte andererseits jedoch höchste Kunstfertigkeit. Die Sonate mit ihren Umschwüngen zwischen klangschöner Schwermut und wütendem Aufbegehren im Andante und dem rasanten Finalrondo war ein bemerkenswert virtuoser Auftakt.

100 Jahre später überließ Johannes Brahms in der A-Dur-Sonate beiden Instrumenten unter anderem die thematische Arbeit. Geige und Klavier ließen eine farbenprächtige musikalische Spielwiese gedeihen, in deren Zentrum abwechslungsreich die mehrfachen Rhythmuswechsel der ineinander komponierten Mittelsätze Andante tranquillo und Vivace standen. Clara Schumann, Wegbereiterin heutiger Komponistinnen, lud mit den wunderschönen Klangfarben der 1853 verfassten Romanzen zum Träumen ein.

Seinerzeit einen großen Namen besaß der 1887 in Worms geborene und 1915 im 1. Weltkrieg gestorbene Komponist Rudi Stephan. Seine Groteske enthält erstaunlich expressive Elemente der Modernen Musik, die wohl Bela Bartok inspirierten. Als heftiger Kritiker der „Futuristengefahr“ machte Hans Pfitzner von sich reden. Seine e-Moll-Sonate folgt gekonnt dem traditionellen Zeitgeist mit überraschenden Wendungen und einem furiosen Finalsatz. Eveline Silkenstedt

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Er ist auf Hilfe angewiesen:  Schule verbietet Bub (12) den Zutritt - „Abgefangen wie Verbrecher“
Als die Schulbegleitung erkrankt, wird dem 12-jährigen Elias der Zutritt zur Schule verweigert. Die Regierung gibt der Schule recht für ihr Handeln.
Er ist auf Hilfe angewiesen:  Schule verbietet Bub (12) den Zutritt - „Abgefangen wie Verbrecher“
Brandstiftung? Brunnangerhalle bleibt weiterhin gesperrt
Ein Brand in der Herrentoilette der Gaststätte Zeitlos ist dafür verantwortlich, dass die Starnberger Brunnangerhalle am Montag vorerst geschlossen bleiben musste. …
Brandstiftung? Brunnangerhalle bleibt weiterhin gesperrt
Eine Öko-Stadt ganz aus Legosteinen
Umweltbildung mit Spiel und Spaß kombinieren, das gelang am Wochenende der Evangelischen Jugend in Pöcking. Aus rund 100 000 Legosteinen ließen sie Schüler eine …
Eine Öko-Stadt ganz aus Legosteinen
Schuldenfrei bei voller Kasse
Der Haushalt für die Gemeinde Berg präsentiert sich solide: wie immer ohne Kreditaufnahme und mit einem Polster für den Rathausneubau. Erstmals tauchte im Zuge der …
Schuldenfrei bei voller Kasse

Kommentare