10000 Schweine für Swaziland

Wörthsee - Der Rotary Club Wörthsee unterstützt seit fünf Jahren Aids-Waisen in Afrika. Jetzt machte sich eine kleine Delegation ein Bild vor Ort.

Vor etwa fünf Jahren begann der Rotary Club Wörthsee sein Engagement für Afrika. Seither konnten an die 100 000 Euro an Spenden gesammelt werden. Wie jedes Jahr machte sich auch heuer eine kleine Delegation ein Bild von der Lage. Voller Eindrücke kehrte der frühere Präsident Joachim Muffler von der Reise zurück.

Der südostafrikanische Staat verzeichnet mit seinen gerade einmal rund eine Million Einwohnern die weltweit höchsten Aidsrate. Obwohl das Land fruchtbar ist, ist mehr als die Hälfte der Menschen auf Lebensmittel-Hilfe angewiesen. In dem Land, das in etwa der Fläche von Rheinland Pfalz entspricht und an Südafrika und Mosambik grenzt, werden die Menschen durchschnittlich 32 Jahre alt. Schätzungsweise 120 000 Aids-Waisen gibt es dort derzeit.

Tihlobotakhe Zulu ist Direktor von „Hand in Hand Swaziland“. Seine Einrichtung ist der Projektpartner der gleichnamigen Hilfsorganisation in Deutschland. Seit 2004 ist „Hand in Hand Wiesbaden“ in Swaziland aktiv. Die Hilfe gilt vor allem den Kindern. „Dabei geht es uns vorrangig darum, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten“, sagt Vorstandsvorsitzender Alexander Ablasser. Seit fünf Jahren unterstützen die Rotarier vom Wörthsee diese Projekte. Mit den Mitteln werden kleine Ein- oder Zwei-Raum-Häuser für Familien wie der von Großmutter Busioiwe gebaut und außerdem Nachbarschaftsbetreuungszentren, sogenannte NCPs (Neighborhood Care Points), entwickelt. Mittlerweile gibt es mehr als 100 solcher Waisen-Betreuungszentren.

Ein Teil dieser Einrichtungen wurde mit Hilfe der Wörthsee-Rotarier errichtet. „Rund 100 000 Euro konnten wir bereits an Spenden sammeln“, sagt der frühere Rotary-Präsident Joachim Muffler. Allein 2014 seien 40 000 Euro zusammengekommen.

Eine wichtige Einnahmequelle sind die bunten „Swaziland-Sparschweine“. Seit 2011 verkaufen die Rotarier sie zu allen möglichen Anlässen. Die Tiere werden in Swaziland aus geschreddertem Altpapier von an Aids erkrankten Frauen produziert. Mittlerweile kommen regelmäßig größere Lieferungen am Münchner Flughafen an. Gut 10 000 Schweine und andere Tiere wurden von den Rotariern bereits verkauft. „Insgesamt stellen wir gut 200 verschiedene Artikel her“, berichtet Zoe Fourie, die die Manufaktur vor gut zehn Jahren aufbaute. „Die Rotarier vom Wörthsee sind dabei unsere größten Abnehmer“, sagt die 41-Jährige Textildesignerin.

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