Gerichtsbericht

„Ich bin mir meiner Schuld bewusst“

Starnberg – Einen hervorragenden Eindruck hinterließ sogar nach Einschätzung des Staatsanwalts ein 21-jähriger Fachoberschüler, der sich wegen eines Verstoßes nach Paragraf 29 Betäubungsmittelgesetz am Amtsgericht verantworten musste.

Der junge Mann räumte sofort ein, dass die 0,22 Gramm Amphetamine ihm gehörten, als er damit im Mai 2015 in München erwischt worden war. „Ich weiß, dass so was in Deutschland strafbar ist, und ich bin mir meiner Schuld bewusst“, redete der gebürtige Starnberger nicht lange um den heißen Brei herum. Auf Nachfragen durch Jugendrichter Ralf Jehle erklärte der junge Mann, er sei damals „zum ersten Mal in die Münchner Club-Szene“ geraten, wo man ihm gleich das Amphetamin angeboten habe. „Ich bin eigentlich in einer anderen Musikszene unter-wegs, nehme sonst gar keine Drogen – ich habe mich wohl mitreißen lassen, ein paar private Probleme, wollte was ausprobieren“, lieferte der 21-Jährige dem Richter einen Katalog an Deutungsmustern.

Eine Jugendgerichtshelferin bescheinigte dem angehenden Fachabiturienten, dass er aus einem Elternhaus stamme, das „nicht einfach“ sei. Gleichwohl handle er zielstrebig, finanziere seine Ausbildung mit zwei Jobs selber – die angeklagte Tat sei hingegen eher „jugendtypisch“, sprich unreif, somit sei noch Jugendrecht anzuwenden. „Es ist praktisch kein Geld da“, also empfehle sie Sozialstunden und Gespräche mit der Drogenberatung.

Das sah die Anklage ähnlich: Dem Strafantrag auf 48 Sozialstunden, drei Suchrberatungen und sechs nachzuweisenden Drogen-Screenings binnen drei Monaten plus Verfahrenskosten entsprach Richter Jehle in Gänze. Und er gab dem mit drei früheren Jugenddelikten belasteten Schüler noch einen guten Rat mit auf den Weg: „Sollte wieder etwas passieren, käme bei Ihnen Erwachsenenstrafrecht zur Anwendung.“ Der Verurteilte mache auf ihn mit der Schulausbildung „einen relativ zielorientierten Eindruck“, so Jehle. „Sie stünden sich nur selber auf dem Fuß – also setzen Sie das nicht aufs Spiel!“  ty

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