Abfallwirtschaft

Gebühren bleiben für Jahre stabil

Die Abfallgebühren im Landkreis Starnberg bleiben zumindest bis 2019 stabil, eventuell auch länger. Problem sind die Einnahmen aus Wertstoffen.

Landkreis – Bis zum Jahr 2020 werden die Abfallgebühren im Landkreis Starnberg stabil bleiben. Davon geht der Abfallwirtschaftsverband AWISTA aus, der gestern seinen Haushaltsplan für 2018 und eine langfristige Planung verabschiedet hat. Danach jedoch muss mit einer Gebührenerhöhung gerechnet werden, sagte Finanzchef Reinhold Berlin. Bis dahin muss der Verband erstmal viel Geld ausgeben.

Nachdem der AWISTA dreimal die Gebühren gesenkt hatte, zuletzt 2016, ist ein Ende der guten Zeiten denkbar. Ob tatsächlich 2020 oder später die Gebühren steigen werden und, wenn ja, wie stark, ist allerdings offen. Genaues könne man derzeit noch nicht sagen, erklärte Berlin. Eine offene Frage ist etwa, wie sich die Erlöse aus dem Wertstoffgeschäft (Papier, Schrott und dergleichen) weiterentwickeln. Zudem plant der Verband in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen: zwei Millionen Euro sind in den Jahren 2020 und 2021 für einen neuen Wertstoffhof in Gilching nötig, etwa 1,5 Millionen für den Umbau des Wertstoffhofes in Gauting im Jahr 2019. Es gebe einen teils politisch gewollten Investitionsstau, sagte Geschäftsleiter Peter Wiedemann. Einige Einnahmequellen sind dem Verband weggebrochen: Hatte er früher rund 300 000 Euro Zinseinnahmen aus Rücklagen, sind es im nächsten Jahr gerade einmal 20 000 Euro. Im Raum steht nach 2020 eine Gebührenerhöhung um eine Million Euro. 2018 kalkuliert der Verband mit 11,2 Millionen Euro Gebühreneinnahmen – die Erhöhung betrüge daher bis zu 8,9 Prozent. Das bedeutet aber nicht, dass die Gebühren pauschal um diesen Wert steigen.

AWISTA muss Millionen investieren 

Die Gebühren werden jeweils für einen Zeitraum von vier Jahren kalkuliert, innerhalb der die Rechnung aufgehen muss – Gebühren müssen immer kostendeckend sein, Gewinne sind ausgeschlossen. Im laufenden Zeitraum bis 2019 muss der AWISTA noch Überschüsse abbauen; deswegen will er 2018 geplant und gewollt eine Million Euro Verlust machen. Bis 2019 muss er noch 2,5 Millionen Euro „verbrauchen“ und will das Geld für diverse Investitionen nutzen. Da die Einnahmen aus Wertstoffen derzeit sprudeln und durch Zuzug die Gebühreneinnahmen gestiegen sind, hat ein geplanter Überschuss-Abbau nicht geklappt. „Wir waren besser, als wir wollten“, meinte Landrat Karl Roth, Vorsitzender des AWISTA. 2018 will der Verband 1,7 Millionen Euro unter anderem in Container, Grundstückskäufe für Wertstoffhöfe und dergleichen stecken.

Insgesamt geht es dem Verband gut. Roth: „Wir sind auf einem guten Weg.“ Dazu trug auch der Wechsel der Restmüll-Verbrennung von München nach Augsburg ab Januar 2018 bei. Dadurch spart sich der Verband 1,4 Millionen Euro gegenüber den Vorjahren, weil er aufgrund alter Verträge in München verhältnismäßig viel für die Verbrennung bezahlen musste. Das Geld braucht er aber auch für Mehrkosten bei Transport, Umlagerung und Sammlung. Ohne diese Maßnahme hätte der AWISTA schon früher über eine Gebührenerhöhung nachdenken müssen. 

Rubriklistenbild: © ike

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