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Alles vorbei

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Alles muss raus, aber vieles blieb zurück. Das Steinebacher-Schild allerdings kam unter den Hammer. Foto: SvJ

Steinebach - Mit der Versteigerung ging am Samstag endgültig eine Ära zu Ende, die in den Wochen zuvor bereits mit Abschlusskonzert und Party gefeiert worden war: die Bahnhofskneipe "Steinebacher" gibt's nicht mehr.

Mit einer Versteigerung sämtlichen Mobiliars inklusive Poster, CDs und Speisenkarten fand am Samstag der endgültige Abgesang der Musikkneipe „Steinebacher“ im alten Bahnhof in Wörthsee statt.

Rund 50 Interessierte suchten sich Erinnerungsstücke heraus, um sie so günstig wie möglich für private Zwecke zu erwerben. Wie berichtet, haben die Pächter des „Steinebacher“ am Bahnhof nach 13 Jahren aufgegeben, obwohl der Vertrag noch bis Oktober gelaufen wäre. Als Begründung für ihren frühzeitigen Rückzug gab Mitbetreiber Joachim von Bebenburg an, etwas Neues machen zu wollen. Zudem habe es seit dem Rauchverbot Ärger mit anonymen Anzeigen gegeben.

Der Abschied sollte komplett vollzogen werden. Nach einem Konzert, zu dem rund 150 treue Gäste kamen, fand nun auch der Ausverkauf statt. Selbst das Kneipen-Schild „Steinebacher“ wurde abgeschraubt und meistbietend versteigert. Es wird vorerst im Keller von Tobias Bartelmus aus Steinebach auf eine weitere Verwendung warten. 120 Euro hat der Stammgast dafür bezahlt. Wobei er auch höher eingestiegen wäre.

Versteigerung im "Steinebacher": Alles vorbei

Der hölzerne rund 60 Zentimeter große Biermann, der seit 13 Jahren von der Theke herunter prostete, wurde von Niki Preisinger aus Hechendorf für 40 Euro ersteigert. „Ich bin seit meiner Jugend Gast im Steinebacher und habe hier auch schon bedient.“ Außer dem Biermann, der im Wintergarten von Preisinger einen Ehrenplatz bekommt, hat er Alkoholika und einen Schwung Gläser ergattert.

Eine „Coffee to go“-Tafel wird künftig bei Lizzy Martini im Partykeller in Gilching hängen. „Ich hätte ja gerne noch den Beamer gehabt. Den hat mir aber jemand anderes weggeschnappt.“ Den Beamer, mit 310 Euro eins der teuersten Versteigerungsobjekte, pries Auktionator von Bebenburg mit den Worten an: „Nahezu neu. Nur sechs Fußballspiele wurden bisher damit übertragen.“ Doch erst als er verkündete, dass der Beamer eigens für die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika angeschafft wurde, gingen die Angebote plötzlich nach oben. Selbst ein Kronleuchter aus der Nierentisch-Zeit und ein Kinder-Kickerspiel fanden für zehn Euro ihre Abnehmer. Dennoch blieb Bebenburg auf Unmengen von Geschirr, Lichtanlagen, Möbel und sonstigen Utensilien sitzen. Diese sollen auf Anfrage noch verkauft werden.

Laut Hermann Schweigert, der sich von Anbeginn für den Bahnhof als Kulturkneipe stark gemacht hatte, soll nun ein neuer Pächter gesucht werden. Es sei aber auch eine andere Lösung möglich, sagte er. „In jedem Fall soll der Bahnhof als Kulturstätte erhalten bleiben.“

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