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Manfred „Mani“ Schamper und der BMW. Zusammen mit Thomas Ebert aus München geht Schamper im Team „Propeller-Heads“ bei der Allgäu-Orient-Rallye an den Start. Die Strecke führt quer durch den Balkan und die Türkei.

Allgäu-Orient-Rallye

7000 Kilometer für ein Kamel

Walchstadt - Manfred Schampers ganzer Stolz ist ein blauer BMW-Kombi. Mit diesem bricht der Walchstadter am 30. April zur Allgäu-Orient-Rallye auf. Auf dem Rücksitz: Schulranzen. Auf dem Spiel steht: ein Kamel.

 Manfred „Mani“ Schamper, Baujahr 1973, platzt fast vor Stolz und strahlt. Erst am Wochenende haben sein Münchner Teamgefährte Thomas Ebert und er ihren 18 Jahre alten BMW hübsch gemacht für die Rallye, die ab 30. April von Oberstaufen durch die Balkanstaaten nach Istanbul und dann noch quer durch die Türkei führen wird. Der Wagen ist in den Teamfarben der „Propeller-Heads“ lackiert – so haben sich Schamper und seine fünf Mitstreiter Ebert, Christian Rickelt, Tom Maak, Torsten Fassauer und Herwig Leitner genannt.

An den Türen des BMW prangt das Logo dieser auch etwas irrwitzigen Veranstaltung. Zum elften Mal gehen insgesamt 111 Teams mit je sechs Teilnehmern und je drei Fahrzeugen an den Start. 7000 Kilometer sind zu fahren, doch das dreiköpfige Organisationskomitee, das vor elf Jahren aus einer Laune heraus die Rallye ins Leben gerufen hatte, hat ein paar Schikanen eingebaut. Die Autos sollten entweder mindestens 20 Jahre alt sein oder aber höchstens 1111,11 Euro kosten. Navis und GPS sind tabu, klar.

Gute Laune, Gitarrre und eine Harmonika

Die Strecke führt über Landstraßen und Buckelpisten, Autobahnen sind verboten. Am Tag dürfen nicht mehr als 666 Kilometer gefahren und nicht mehr als 11,11 Euro ausgegeben werden. Alle Teams müssen ein Roadbook führen und mitunter völlig abstruse Fragen beantworten, „bei denen selbst das Komitee nicht alle Antworten weiß“, sagt Schamper und lacht. Und sie müssen ein Musikinstrument einpacken: „Am Ende sollen wir wohl etwas drauf spielen können“, befürchtet Schamper. Thomas Ebert und er haben sich mit einer Harmonika und einer Gitarre ausgerüstet. Im Mittelpunkt stehen der Charity-Gedanke und die Völkerverständigung. Alle Fahrzeuge werden im Ziel verkauft, da kommen etwa 180 000 Euro zusammen. Heuer fließt der Erlös in Projekte für Kinder und Erdbebenopfer. 

Jedes Team wickelt auch ein eigenes Charity-Projekt ab. Die „Propeller-Heads“ bringen am 2. Mai in einem SOS-Kinderdorf in Bulgarien ein ganzes Bündel gesponserte Schulranzen und Sachspenden vorbei. In Mani Schampers Wohnung in Walchstadt stapeln sich schon die Straßenkarten. Dabei steht die genaue Route noch nicht fest. Üblicherweise treffen sich alle Teilnehmer zwischendrin vor der Blauen Moschee in Istanbul. Das fanden einige Teams nach dem Anschlag im Winter zu riskant. Von Istanbul aus geht es kreuz und quer durch die Türkei bis Dalyan im Südwesten. Schamper freut sich auf neue Eindrücke, die Menschen und das Land: „Es soll dort wunderschön sein.“ Der Softwareentwickler macht zum ersten Mal und rein zufällig bei so einer Rallye mit – es war noch Platz im BMW-Team. In sein Auto hat Schamper größtes Vertrauen. „Der läuft wie eine Eins.“ 

18 Jahre alt, 246 000 Kilometer auf der Uhr

Dabei hat der 18 Jahre alte 5er BMW schon 246 000 Kilometer auf dem Tacho. Weil die meisten seiner Teamgefährten in München bei BMW arbeiten, sind alle „Propeller-Heads“ mit BMW unterwegs. „Meiner ist aber, glaube ich, am besten in Schuss.“ Wenn ein Auto liegen bleibt, geht’s für das Team in den übrigen beiden weiter. Es soll schon vorgekommen sein, dass sich eine Mannschaft bereits nach den ersten Kilometern in ein Fahrzeug quetschen musste. Wer sein Roadbook artig führt und bei der Beantwortung aller Fragen Fantasie beweist, gewinnt die Tour. Und ein Kamel. Wegen des Zolls konnte diese Siegprämie allerdings noch nie nach Deutschland importiert werden – sie wanderte immer in den Spendentopf. Unter team-propellerheads.de finden sich Einzelheiten zu der Tour. Es werden noch Sponsoren gesucht. Auf E-Mails freut sich Schamper unter mani@team-propellerheads.de.

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