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Auch aus Gilching waren zahlreiche Rettungskräfte im Einsatz.

Amoklauf in München

76 Retter und drei Ärzte aus dem Landkreis im Einsatz

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Landkreis Starnberg - Am Freitagabend waren zahlreiche Rettungskräfte aus dem Landkreis nach dem Amoklauf in München im Einsatz. Am Starnberger Bahnhof war ein Schlafzug aufgestellt, zahlreiche Starnberger boten den Gestrandeten ein Bett an.

Schichtleiter Christoph Rose von der Rettungsleitstelle in Fürstenfeldbruck berichtete am Samstag, dass um 18.22 Uhr  Schnelleinsatzgruppen des Rettungsdienstes aus allen vier Landkreisen rund um München - Starnberg, Fürstenfeldbruck, Dachau und Landsberg - angefordert worden waren. Umgehend begaben sich die Einsatzkräfte zu den vorgesehenen Sammelpunkten. Die Retter aus dem Landkreis Starnberg hätten sich auf einer Feuerwache gesammelt, um, wenn sie angefordert werden, sofort ausrücken zu können, so Rose weiter. Bis 1.30 Uhr waren sie anschließend in Rufbereitschaft.  Auch zahlreiche Feuerwehren hielten sich an den Sammelpunkten in München bereit.

+++Update: Schlafzug auf dem Starnberger Bahnhof und #OpenDoor+++

Im Bahnhof Starnberg wurde ein so genannter Schlafzug aufgestellt. Hier konnten die Münchener, die aufgrund der Streckensperrungen nicht nach Hause kamen, die Nacht verbringen. Zudem hatten sich einige Starnberger Privatleute, Hotels und Gaststätten an der Aktion "Open Door" über das soziale Netzwerk Twitter beteiligt. Sie stellten Menschen, die nicht nach Hause kamen, ein Dach über dem Kopf oder eine Couch zur Verfügung. 

+++Update: 76 Rettungskräfte und drei Ärzte im Einsatz+++

„Es war für uns das erste Mal, dass wir mit so einer Situation konfrontiert wurden. Und wir hatten zugegebenermaßen ein mulmiges Gefühl“, sagt Ludwig Rauch, Kreisbereitschaftsleiter des BRK Starnberg. Der Alarm ging am Freitag um 18.30 Uhr ein. Als Info hieß es: „Amok-Lage in München – Verletzten-Versorgung.“ Durch die Leitstelle München gab es die Anweisung, Sammeln am Standort Gewerbepark Gilching Süd. Aufgerufen waren laut Rauch die Dienststellen Gilching, Starnberg, Gauting, Herrsching, Seefeld und Tutzing. 

45 Minuten nach dem Alarm standen 76 Rettungskräfte inklusive drei Ärzte zum Einsatz in München bereit. „Im Konvoi von 30 Fahrzeugen fuhren wir auf total leeren Straßen bis nach Pasing zur Feuerwache 6. Es war gespenstisch“, erklärt Rauch. Dort trafen dann alle Rettungsleute aus den Landkreisen Starnberg, Landsberg, Fürstenfeldbruck, Augsburg und Dachau ein. Insgesamt waren es 100 Fahrzeugen und 300 Ehrenamtliche. Nun hieß es warten. „Es herrschte wegen der unübersichtlichen Lage eine angespannte Stimmung. Außerdem hieß es lange noch, dass an verschiedenen Orten ebenfalls Schüsse gefallen waren. Keiner von uns wusste, was uns erwartete.“ 

Zumal es das erste Mal war, dass es offensichtlich auch eine mögliche Bedrohung für die Rettungskräfte gab. „Schwer verletzte Patienten zu versorgen und sie ins Krankenhaus zu bringen, das ist unsere Aufgabe. Der einzige Faktor, der ein mulmiges Gefühl verursachte, war, dass wir Bereichsleiter uns nun auch Sorgen um unsere Helfer machen mussten. Um Halbzwei gab es dann Entwarnung und wir konnten alle wieder nach Hause fahren.“

Grundsätzlich sei man mittlerweile auch auf solche Situationen vorbereitet. Allerdings nur in der Theorie. „Seit es in den anderen Ländern mit Amok-Läufen und Terror-Überfällen losgegangen ist, haben wir uns Material besorgt und uns auf Eventualitäten vorbereitet. Vor drei Wochen gab es dazu eine Großübung in Gauting. Nach dem Amok-Lauf am Wochenende werden wir uns nun verstärkt auf solche Situationen vorbereiten“, versichert Rauch. 


Von Uli Singer

+++wird weiter aktualisiert+++

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