+
Freuen sich über gute Produkte aus eigenem Anbau: Christian Hinrichsen, Maria Di Giorgio, Sabine Scheibner, Sabine Seifer und die Gärtnerfamilie Jonathan, Nuray und Marcel Nussberger.

Erzeuger und Verbraucher arbeiten zusammen

Andechs/Herrsching - Der „Gärtnerhof Sonnenwurzel“ ist etwas besonders: Er ist ein Zusammenschluss von Erzeugern und Verbrauchern. Auch zwei Familien aus Andechs und Herrsching beteiligen sich daran.

Eigentlich sind Maria Di Giorgios Töchter Franka (12) und Piera (8) gerade in dem Alter, in dem sie alles, was grün und essbar ist, grundsätzlich ablehnen müssten. Doch wenn die zwei ihre Mutter bei ihren regelmäßigen Fahrten nach Dießen begleiten, wo sie die Ernte vom „Gärtnerhof Sonnenwurzel“ abholen, dann ist der Salat bis sie zu Hause sind meistens schon halb aufgegessen – auch wenn er da noch ungeputzt ist. Der „Gärtnerhof Sonnenwurzel“ ist ein von Marcel Nussberger betriebener „Solidarhof“ in Reichling, einem Zusammenschluss von Erzeugern und Verbrauchern.

„Ich bin vor zwei Jahren auf die Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) aufmerksam geworden. Als ich von Marcels Hof erfahren habe, bin ich gleich mit einer Freundin hingefahren“, erzählt Di Giorgio (48). Zusammen kauften die Andechserin und ihre Freundin Sabine Scheibner (55) drei Anteile des Hofes zu jeweils 16,93 Euro die Woche. „Wir unterstützen damit die landwirtschaftliche Produktion, den Kreislauf, nicht nur die Produkte“, sagt Di Giorgio. Außerdem teilen sie sich die Verantwortung und die Risiken mit Nussberger und den anderen Mitgliedern der SoLaWi Reichling. Im Gegenzug können die 68 Anteilshaber mitbestimmen, was angebaut wird und bekommen einen Teil der Ernte. Jeden Freitag holen die zwei Familien aus Andechs und Herrsching abwechselnd einen Korb voll Gemüse und Obst bei ihrer Anlaufstelle in Dießen ab. „Von der Artischocke bis zur Zucchini – alles ist dabei.“

Darüber hinaus können die Mitglieder der SoLaWi auch einen aktiven Beitrag an der Produktion leisten. „Der eine beschäftigt sich gerne mit der Buchhaltung, ein anderer hilft lieber auf dem Feld mit oder springt mal bei der Lieferung ein“, erzählt Di Giorgio. Sie schätzt an der SoLaWi besonders, dass eine lebendige Gemeinschaft daraus entstanden ist: „Beim Weihnachtstreffen im Dezember haben wir zusammen ein Gewächshaus aufgebaut.“ Di Giorgio hilft auch unterm Jahr mit. Etwa zehn Mal fuhr sie 2014 nach Reichling, um beim Gießen zu helfen, Unkraut zu jäten oder bei der Ernte anzupacken. „Franka und Piera halfen auch mit. Deshalb mögen sie das Gemüse auch so gerne. Weil sie wissen, woher das Essen kommt.“

Wer mehr über die SoLaWi Reichling erfahren will, für den hat der Freundeskreis Fünfseenland einen Abend zum Kennenlernen organisiert. Der Freundeskreis ist ein offener Zusammenschluss, der sich vor etwa neun Monaten gegründet hat. Er will regional aktiv sein und die Menschen dazu anregen, bestehende Ordnungen zu hinterfragen. Am kommenden Mittwoch, 21. Januar, im Bräustüberl in Seefeld (Schlosshof 4c) wird die Strategie der SoLaWi anhand eines Films über eine Initiative in Freiburg erklärt und die Familie Nussberger stellt ihren Hof vor. Am Freitag, 30. Januar, wird das Programm im Haus der Indienhilfe (Luitpoldstraße 20) in Herrsching wiederholt. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hilfsangebot für Frauen: „Gewalt kommt nicht in die Tüte“
„Gewalt kommt nicht in die Tüte“ ist der Titel einer Aktion, die Landkreis, der Verein Frauen helfen Frauen, die Gleichstellungsstelle und die Bäcker-Innung zum Tag der …
Hilfsangebot für Frauen: „Gewalt kommt nicht in die Tüte“
Der Nachwuchs macht Kino
Das Fünf-Seen-Kinderfilmfest startet am kommenden Mittwoch, 20. November. Zu sehen sind deutsche und internationale Filme.
Der Nachwuchs macht Kino
Kreistagswahl: Gilchinger dominieren Freie-Wähler-Liste, Frauen sind schwer zu finden
Elf Gilchinger, neun Starnberger, ein Drittel Frauen, vier aktuelle Bürgermeister, mehrere Bürgermeisterkandidaten: Die Freien Wähler warten mit einer gut besetzten …
Kreistagswahl: Gilchinger dominieren Freie-Wähler-Liste, Frauen sind schwer zu finden
Landkreis bekommt Fairtrade-Zertifikat und arbeitet schon am nächsten Schritt
Was haben London, Rom und der Landkreis Starnberg gemeinsam? Sie alle sind offiziell „fair“ – am Dienstagabend erhielt der Landkreis die Auszeichnung als …
Landkreis bekommt Fairtrade-Zertifikat und arbeitet schon am nächsten Schritt

Kommentare